05.08.2025
Playoff-Reform
Im vergangenen Jahr brach im College Football eine neue Ära an: Erstmals kämpfen nicht mehr nur vier, sondern zwölf Teams um die nationale Meisterschaft. Das Playoff-System wird aber auch zur neuen Saison noch etwas angepasst.

Mit der Einführung eines neuen Playoff-Formats mit zwölf Teams in der Saison 2024 begann im College Football eine neue Ära. Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt wurde der nationale Champion nicht mehr in einem Mini-Turnier mit nur vier Mannschaften ausgespielt, sondern in einem deutlich erweiterten Format.
Doch schon nach dem ersten Jahr gab es Kritik am System. Nun steht fest: Ab 2025 wird das Format erneut angepasst. Doch wie sah die ursprüngliche Regelung aus? Was lief im ersten Jahr schief - und was ändert sich nun genau?
Letztes Jahr war das erste Jahr des neuen Playoff-Formats: Statt wie vier Teams spielten nun zwölf um die nationale Meisterschaft. Fünf Plätze waren für die höchstplatzierten Conference Champions reserviert, unabhängig von deren Zugehörigkeit. Die übrigen sieben Plätze gingen an die besten verbleibenden Teams - unabhängig davon, ob sie einen Conference-Titel gewonnen hatten.
Die vier besten Conference-Champions erhielten ein Freilos in der ersten Runde, die Teams auf den Plätzen 5 bis 12 spielten in der ersten Runde gegeneinander - mit Heimrecht für das höher platzierte Team. Danach trafen die Gewinner der ersten Runde jeweils auf eines der vier Teams mit Freilos. Im klassischen K.O.-System spielten sich die Teams bis ins Finale durch. Im vergangenen Jahr setzte sich Ohio State trotz einer starken Aufholjagd von Notre Dame durch.
Die Entscheidung über die Playoff-Teilnehmer trifft ein dreizehnköpfiges Gremium, das sogenannte College Football Playoff Selection Committee. Es setzt sich aus ehemaligen Trainern, früheren Spielern, Journalisten sowie aktiven Sportdirektoren aus verschiedenen Conferences zusammen.
Das Komitee veröffentlicht wöchentlich ein Top-25-Ranking, das bis zum Ende der Saison aktualisiert wird. Grundlage für die Bewertung sind keine festen Punktesysteme, sondern mehrere sportliche und kontextuelle Kriterien: Beispielsweise der Record eines Teams, Stärke der Gegner, direkte Duelle, Ergebnisse gegen gemeinsame Gegner sowie besondere Umstände wie Verletzungen oder Formschwäche. Da das Ranking trotz genannter Kriterien immer noch oft subjektiver Natur ist, werden die Entscheidungen immer wieder kontrovers diskutiert.
Sobald die zwölf Playoff-Teams feststehen, werden sie anhand ihrer Platzierung gesetzt. Ein Team ohne Freilos muss somit vier Spiele in Folge gewinnen, um den Meistertitel zu holen.
Im ersten Jahr erhielten die vier bestplatzierten Conference-Champions automatisch ein Freilos - unabhängig davon, auf welchem Platz sie im offiziellen Ranking standen. Das führte zu teilweise merkwürdigen Konstellationen.
Ein Beispiel: Boise State war im allgemeinen Ranking nur auf Platz 9, bekam aber trotzdem den dritten Seed im Turnierbaum und somit ein Freilos in der ersten Runde, weil sie zu den besten Conference-Champions gehörten.
Gleichzeitig wurde Arizona State, das im Ranking auf Platz 12 lag, als vierter Seed gesetzt. Viele Fans und Experten empfanden diese Einordnung als unfair. Die Texas Longhorns hatten ihr Conference Championship Game der Southeastern Conference (SEC) nur knapp in der Overtime gegen die Georgia Bulldogs verloren.
Texas war zwar kein Conference Champion, wurde aber dennoch als drittbestes Team im Ranking bewertet - und musste daher in der ersten Runde spielen, während vermeintlich schwächere Teams wie Boise und Arizona State pausieren durften.
Als schließlich alle vier Conference Champions mit Freilos im Viertelfinale ausschieden, war klar: Dieses System braucht eine Überarbeitung.
Die fünf höchstplatzierten Conference-Champions haben weiterhin einen garantierten Platz im Playoff-Feld, doch es gibt keine garantierten Freilose mehr. Stattdessen gilt ab 2025 ein reines Seeding nach Ranking.
Das bedeutet: Die vier bestplatzierten Teams insgesamt - egal, ob Conference Champion oder nicht - starten erst im Viertelfinale. Die anderen Colleges müssen bereits in der ersten Runde. Wenn ein Conference Champion außerhalb der Top 12 liegt, rückt er dennoch ins Turnierfeld - beispielsweise als 12. Seed. Damit bleibt der Zugang für Conference Champions gewährleistet, ohne das Leistungsprinzip zu untergraben.
Die dreizehnköpfige Auswahlkommission erstellt wie gehabt das finale Ranking nach dem Ende der regulären Saison. Währen die vier bestplatzierten Mannschaften ein Freilos erhalten, treten die übrigen Teams in der ersten Runde an, das besser Gesetzte hat Heimrecht.
Ab dem Viertelfinale finden die Spiele in traditionsreichen Bowl Games statt: Rose Bowl, Cotton Bowl, Sugar Bowl, Orange Bowl, Peach Bowl und Fiesta Bowl. Das National Championship Game wird am 19. Januar 2026 im Hard Rock Stadium in Miami ausgetragen.
Der College Football bleibt damit komplex, doch die neuen Regeln bringen mehr Transparenz ins Playoff-Rennen. Ab 2025 zählt wieder in erster Linie die sportliche Leistung und nicht nur die Zugehörigkeit zu einer Liga. Fans dürfen sich also auf ein ausgeglicheneres und spannenderes Turnier freuen, bei dem am Ende tatsächlich die besten Teams aufeinandertreffen.
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