09.08.2026
Trizepsriss im Training
Schwerer Rückschlag für die Washington Commanders: Star-Tackle Laremy Tunsil hat sich im Training den Trizeps gerissen. Der bestbezahlte Offensive Lineman der NFL muss wohl operiert werden und könnte einen Großteil der Saison verpassen.

Die Aufbruchsstimmung bei den Washington Commanders hat nach der Verpflichtung von Star-Receiver Stefon Diggs an diesem Wochenende einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Left Tackle Laremy Tunsil zog sich im Training am Samstag einen Trizepsriss zu und wird seinem Team voraussichtlich mehrere Monate fehlen.
Nach Informationen von NFL Network muss der 32-Jährige wahrscheinlich operiert werden. Eine genaue Ausfallzeit steht noch nicht fest, Tunsil dürfte jedoch mindestens einen erheblichen Teil der Regular Season verpassen.
Tunsil verletzte sich während einer Eins-gegen-eins-Übung gegen Pass Rusher Odafe Oweh. Dieser täuschte zunächst einen Kontakt über außen an, zog anschließend aber nach innen und traf den Offensive Tackle so unglücklich am Oberkörper.
Tunsil beugte sich unmittelbar danach vor Schmerzen nach vorne und hielt sich die rechte Seite. Nach einer ersten Untersuchung im Behandlungszelt verließ er den Trainingsplatz und ging für weitere Tests ins Teamgebäude.
Die übliche Genesungszeit bei einem Trizepsriss beträgt abhängig von der Schwere der Verletzung und dem Verlauf der Rehabilitation etwa vier bis sieben Monate. Damit erscheint selbst eine Rückkehr in der Schlussphase der Saison also keineswegs sicher.
Washington startet am 13. September bei den Philadelphia Eagles in die Regular Season. Dass Tunsil beim Auftakt und in den darauffolgenden Monaten nicht zur Verfügung stehen wird, gilt dadurch bereits jetzt als äußerst wahrscheinlich.
Besonders bitter ist die Verletzung, weil die Commanders ihren wichtigsten Offensive Lineman erst in dieser Offseason langfristig gebunden hatten. Tunsils neuer Zweijahresvertrag bringt ihm durchschnittlich mehr als 30 Millionen Dollar pro Saison ein. Damit wurde er zum ersten Offensive Lineman der NFL-Geschichte, der diese Marke erreichte.
Washington hatte den fünfmaligen Pro Bowler davor erst im Frühjahr 2025 von den Houston Texans verpflichtet. Für Tunsil und einen Viertrundenpick gaben die Commanders insgesamt vier Draftpicks aus den Jahren 2025 und 2026 ab.
In seiner ersten Saison für das Team von Head Coach Dan Quinn stand er in 14 Spielen in der Startformation und entwickelte sich gleichzeitig zu einem wichtigen Mentor für Right Tackle Josh Conerly Jr. In einer Befragung von Trainern und Verantwortlichen durch ESPN war Tunsil zudem der einzige Spieler der Commanders, der vor der Saison 2026 zu den zehn besten Akteuren auf seiner Position gewählt wurde.
Als erste interne Alternative gilt nun Andrew Wylie, der Tunsil bereits während des Trainings ersetzte. Der erfahrene Tackle spielte während seiner NFL-Karriere allerdings fast ausschließlich auf der rechten Seite und absolvierte seit 2017 lediglich fünf Snaps als Left Tackle.
Deutlich mehr Erfahrung auf der Blind Side besitzt Brandon Coleman. Der Drittrundenpick von 2024 startete als Rookie zwölf Spiele auf dieser Position und vertrat Tunsil in der vergangenen Saison drei weitere Male. Zuletzt konkurrierte Coleman mit Chris Paul um den Posten des Left Guards, könnte durch die Verletzung seines Kollegen nun aber wieder nach außen rücken.
Zusätzliche Tiefe bringt Nicholas Petit-Frere, den Washington am Samstag gemeinsam mit Daniel Brunskill und Max Scharping verpflichtete. Der ehemalige Titans-Tackle kommt auf 28 NFL-Starts, stand in der vergangenen Saison allerdings nicht auf dem Feld.
Wie die Commanders ihre Offensive Line letztlich neu ordnen, ist noch offen. Fest steht jedoch: Der langfristige Ausfall Tunsils hinterlässt ausgerechnet an einer der wichtigsten Stellen zum Schutz des Quarterbacks eine gewaltige Lücke.
mhh