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    NFL

    09.10.2026

    Erneutes Defensiv-Debakel

    Cowboys-Defense sorgt nach Buccaneers-Pleite für Fassungslosigkeit

    Die Dallas Cowboys haben sich bei der 16:24-Niederlage gegen die zuvor sieglosen Tampa Bay Buccaneers erneut eine desolate Defensivleistung geleistet. Gegen einen Rookie-Quarterback und eine zuvor ineffiziente Offense ließen die Cowboys 419 Yards zu - und das in einer Saison, in der die eigene Defense ohnehin schon zu den schwächsten der Liga zählt.

    Dallas Cowboys Head Coach Brian Schottenheimer sagt während des NFL-Spiels gegen die Tampa Bay Buccaneers am 8. Oktober 2026 im AT&T Stadium in Arlington, Texas, die Spielzüge an.
    Head Coach Brian Schottenheimer ist an der Seitenlinie der Dallas Cowboys sichtlich enttäuscht. IMAGO/UPI Photo

    Besonders bitter: Tampa Bay ging mit Rookie Quarterback Jalon Daniels ins Spiel, der erst seinen zweiten NFL-Start bestritt und in seinem ersten Auftritt kaum überzeugt hatte. Owner und General Manager Jerry Jones zeigte sich entsprechend fassungslos über die mangelnde Run-Defense seines Teams: "Außerordentlich, außerordentlich enttäuscht. Man muss es einfach schaffen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Sie waren grundsätzlich sehr physisch. Ich war wirklich überrascht, wie gut sie zwischen den Tackles gelaufen sind. Wir dachten, wenn sie laufen, dann außen, und wollten es auf die Schultern des Quarterbacks legen."

    Insgesamt kam Tampa Bay auf 241 Rushing-Yards, angeführt von Running Back Bucky Irving mit einem Karrierebestwert von 165 Yards und einem 72-Yard-Lauf, der das Spiel kippte.

    Historische Serie an Fehlern

    Besonders der dritte Spielabschnitt geriet für die Cowboys-Defense zum Albtraum. Nach Irvings langem Lauf fand Emeka Egbuka über einen 14-Yard-Jet-Sweep umgehend in die Endzone. Kurz darauf ließ die Defense Receiver Tez Johnson für einen 64-Yard-Catch komplett offen, was den nächsten Touchdown vorbereitete. Auch bei einem 3rd&21 brachte Daniels - der ansonsten fast ausschließlich kurze Pässe warf - einen 21-Yard-Pass auf Egbuka gegen einen weit zurückliegenden DaRon Bland an. Bei einem weiteren entscheidenden Moment kassierte Shavon Revel Jr., der für den erkrankten Joey Porter Jr. einsprang, eine Pass-Interference-Strafe bei 3rd&13.

    "Es waren verpasste Gelegenheiten in allen drei Phasen", fasste Head Coach Brian Schottenheimer zusammen. "Man kann definitiv nicht 242 Rushing-Yards zulassen. Das ist nicht gut genug." Insgesamt hielt Tampa Bay den Ball fast 40 Minuten lang und konvertierte sieben von 13 Third-Down-Versuchen.

    Schon vor dem Spiel gegen die Buccaneers zählte die Cowboys-Defense zu den schwächsten Einheiten der Liga: 28,0 zugelassene Punkte pro Spiel (Rang 28), 389,5 Yards pro Spiel (Rang 30), davon 150,3 Rushing-Yards (ebenfalls Rang 30) sowie nur zwei erzwungene Turnover (geteilter Rang 29). Dallas ist zudem weiterhin das einzige Team der Liga ohne eine einzige Defensiv-Interception in dieser Saison.

    Kritik an Defensive Coordinator Parker

    Besonders der erst 34 Jahre alte Defensive Coordinator Christian Parker geriet nach der Partie in die Kritik. Der ehemaliger All-Pro-Cornerback Richard Sherman fand deutliche Worte: "Es war schlecht. Es war in allen Phasen schlecht. Man sieht einfach nicht, dass sie auf bedeutsame Weise auftauchen." Noch deutlicher wurde Ex-Buccaneers-Star Gerald McCoy mit Blick auf Parkers Wechsel von der Position des Passing-Game-Coordinators bei den Philadelphia Eagles zum Defensive Coordinator in Dallas: "Es gibt einen Unterschied zwischen dem Bestehen eines Tests und dem Unterrichten der Klasse sowie dem Entwerfen des Lehrplans."

    Trotz der Kritik äußerte sich Jones weiterhin zuversichtlich bezüglich Parkers Zukunft bei den Cowboys: "Ich glaube es. Ja, ich glaube es. Er nimmt das auf seine Schultern, was zum Job dazugehört. Aber ich finde, dass er kompetent ist und die Dinge versucht, die er versuchen sollte." Gleichzeitig betonte Jones noch einmal seinen größten Kritikpunkt: "Ich sage es noch einmal, das, was mich heute Abend am meisten stört, ist, wie sie sozusagen zwischen den Tackles gelaufen sind, obwohl wir dort eigentlich eine Menge Stärke haben sollten. Das ist etwas, das wir uns wirklich genau anschauen müssen und werden."

    Auch Prescott und Lamb mit Anteil an der Niederlage

    Auch die eigene Offense trug zur Niederlage bei: Quarterback Dak Prescott warf zwei Interceptions, darunter die entscheidende in der Schlussphase, als ein Pass auf Tight End Jake Ferguson abprallte und direkt in die Arme von Linebacker Alex Anzalone flog. Star-Receiver CeeDee Lamb, der wenige Tage zuvor noch ein Karrierespiel gegen Houston ablieferte, verletzte sich zudem im vierten Viertel am Oberschenkel und blieb trotz einer dezimierten Bucs-Secondary bei nur zwei Catches für neun Yards. "Das waren 24 zugelassene Punkte, wir erzielen 30 Punkte pro Spiel, also liegt das an uns", ordnete Prescott die Niederlage selbst ein.

    Jones bleibt trotz allem kampfbereit

    Trotz der bitteren Niederlage und der eigenen enttäuschten Reaktion zeigte sich Jones weiterhin offen für mögliche weitere Veränderungen am Kader vor der Trade-Deadline: "Ja, das zukünftige Kapital - aber ich würde es nicht für einen Spieler hergeben, der nicht auch eine gewisse Zukunft oder das Potenzial dafür hätte... Wenn wir also eine Gelegenheit sehen und sie zu uns passt, schauen wir uns das genau an. Nein, ich schließe hier nicht die Zelte. Wir stehen bei 2:3, das hatten wir nicht erwartet. Wir hatten auch nicht erwartet, dass dieses Tampa-Team so hierher kommt. Sie haben viele gute Spieler. Sie waren heute Abend zweifellos das bessere Team."

    Die Cowboys (2:3) haben nun zehn Tage Zeit, sich von der Niederlage zu erholen, ehe es am 18. Oktober auswärts bei den Green Bay Packers weitergeht - möglicherweise aber nicht mit einem Wiedersehen mit Ex-Cowboy Micah Parsons.

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