26.05.2026
Sorgen in der GFL
Sechs Teams und kein einziger Sieg. Bereits nach drei Spieltagen geht das Abstiegsgespenst in der effect® ENERGY GFL 2026 um. Doch nicht an allen Türen klopft es gleich laut an. Während einige Teams noch entspannt auf die Situation blicken, geht bei manchen bereits die Panik um. Von entspannt bis panisch sortieren wir einmal die Abstiegskandidaten durch.

Die Düsseldorf Panther sind das einzige der sechs Teams, das überhaupt keine schlaflosen Nächte aufgrund der aktuellen Situation haben sollte. Düsseldorf hat erst zwei Spiele absolviert und verlor zu Hause gegen die Dresden Monarchs und auswärts in Hildesheim bei den Invaders gegen zwei der besten Teams der German Football League.
Zwar konnte man sich mit diesem schwachen Start nicht wie gewünscht einen Platz im Playoff-Rennen sichern. Doch im Norden steigt niemand direkt ab und darf auf die Relegation hoffen. Außerdem haben die Panther noch lösbare Heimspiele gegen drei Mitstreiter um die Abstiegsplätze im Norden und Süden. Ein Sieg reicht, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben und der müsste bereits im nächsten Spiel gegen Regensburg Phoenix kommen.
Die Straubing Spiders hatten in Woche Drei durchaus die Chance, erste Punkte einzufahren. Gegen Pforzheim war am Ende zwar nur ein 9-27 drin, aber im ersten Viertel lag man sogar noch in Führung und hielt das Spiel bis zur Pause offen. Das Potential scheint da zu sein, um sich weniger Sorgen im Abstiegskampf zu machen. Es muss nun über die volle Distanz auf den Rasen geführt werden. Die Spiders stehen im Süden auf Platz Fünf. In den nächsten zwei Wochen geht es gegen die Saarland Hurricanes und die Allgäu Comets. Danach ist man entweder aus dem Schneider oder die Sorgen werden größer. Das liegt in der eigenen Hand.
Die Hurricanes haben ihre ersten beiden Spiele zuhause ausgetragen und dabei 94 Punkte kassiert. Weil sie auf eigenem Rasen keinen Sieg erringen konnten und jeweils mit mindestens 31 Punkten Unterschied verloren, ist das sehr beunruhigend. Zwar haben auch die Canes gegen Titelanwärter verloren, aber die deutlichen Klatschen werden am Selbstvertrauen genagt haben. Der Heimvorteil ist jetzt erstmal dahin. Im nächsten Spiel geht es nach Straubing. Da muss dringend zählbares her.
Jetzt wird es ernst. Die Braunschweig Lions sind das einzige Nord-Team mit drei Spielen und drei Niederlagen. Gegen die Potsdam Royals und Dresden setzte es richtige Packungen. Aber gegen die Kiel Baltic Hurricanes verlor man denkbar knapp. Genau hier liegt aber das Problem. Das Sechs-Punkte-Spiel hätte die Lions bei einem Erfolg in eine deutlich komfortablere Situation versetzt. Jetzt steht der Rekordmeister bei einem 0-3-Start und einem 28-146-Punkteverhältnis und blickt nervös auf die nächsten vier schweren Wochen. Die Lions müssen eine Überraschung landen, sonst werden sie den Relegationsplatz vor der kurzen Sommerpause nicht wieder verlassen.
Die Comets haben in zwei Spielen 123 Punkte kassiert. Das sind im Schnitt über 61 pro Spiel und für ein Team, das seine neue Identität auf der defensiven Seite des Balles finden möchte, eindeutig zu viel. Zwar konnten die Allgäuer in Woche Drei endlich zweistellig punkten. Aber wie wir es auch drehen und wenden, die Comets sehen momentan nicht wie ein GFL-Team aus. Ob sie direkt absteigen oder in der Relegation verlieren, steht noch aus. Aber wenn sich nichts Grundlegendes in allen Mannschaftsteilen ändert, werden die Kemptener am Ende der Saison den Gang in die GFL2 antreten müssen.
Drei Spiele, null Siege, 26-100 Punkte. Das ist der schlechteste Saisonstart unter den sechs Teams und sollte den Neuling in der GFL wirklich beunruhigen. Im Süden steigt ein Team direkt ab. Regensburg hat es bisher verpasst, in der ersten Halbzeit zu punkten und liegt bereits abgeschlagen zurück, bevor sie überhaupt den Kampf im Spiel annehmen.
Die Phoenixe müssen ab sofort früher in ihre Partien finden, um für den direkten Abstiegskampf ab Mitte Juli gerüstet zu sein. Dann geht es gegen Allgäu, Saarland und Straubing in die entscheidenden Duelle. Trotzdem sollte der Panik-Knopf gedrückt werden. Wer sich nicht früh genug auf die brenzlige Situation des drohenden Abstiegs einrichtet, wird ein böses Erwachen erleben. Das gilt für alle genannten sechs Teams. Es bleibt spannend.
Philipp Forstner