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Rückblick und Warnung
Die New York Giants stehen vor einer seltenen Chance: zwei Picks in den Top 10 des NFL Drafts 2026. Nach dem Trade von Dexter Lawrence halten sie nun die Picks fünf und zehn. Eine Situation, die das Franchise aus New York vor nicht allzu langer Zeit schon einmal hatte - mit gemischtem Ausgang.

Vier Jahre ist es her, dass die Giants zuletzt mit zwei frühen Picks in den Draft gingen. Damals wie heute war die Ausgangslage vielversprechend. Doch der Blick zurück zeigt, wie schmal der Grat zwischen Erfolg und Enttäuschung wirklich ist.
Die Giants haben sich ihren fünften Pick dieses Jahr auf klassische Weise verdient, indem sie die Saison als fünftschlechtestes Team der Liga beendeten. Der zehnte Pick kommt nun durch den Trade mit den Cincinnati Bengals rund um Star-Defender Dexter Lawrence hinzu.
Eine nahezu identische Situation gab es bereits vor einigen Jahren. Beim Draft 2022 verfügte das Team aus New York ebenfalls über zwei Top-10-Picks. Neben ihrer eigenen Auswahl an Position fünf hielten die Giants auch den siebten Pick der Chicago Bears, die im Jahr zuvor für Quarterback Justin Fields nach oben getradet hatten.
Mit dem fünften Pick entschieden sich die Giants damals für Kayvon Thibodeaux. Ein Spieler, der solide Leistungen zeigte und dessen Vertrag durch die Fifth-Year-Option verlängert wurde.
Dennoch ist seine langfristige Zukunft in New York inzwischen alles andere als klar. Die Verpflichtung von Brian Burns und der hohe Draftpick von Abdul Carter haben die Konkurrenz auf seiner Position deutlich verschärft.
Noch problematischer verlief die Auswahl von Evan Neal an siebter Stelle. Der Offensive Lineman blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Nach Ablauf seines Rookie-Vertrags unterschrieb er lediglich einen Einjahresvertrag zum Minimum.
Zwei Top-10-Picks - und am Ende kein klarer Franchise-Player. Genau dieses Szenario wollen die Giants diesmal unbedingt vermeiden
Ein entscheidender Unterschied zur damaligen Situation liegt zumindest teilweise in der sportlichen Führung. General Manager Joe Schoen ist weiterhin im Amt, doch an der Seitenlinie steht nun John Harbaugh als Head Coach. Der Draft 2022 war damals der erste von Schoen als GM, und die Fehler von damals will er diesmal nicht wiederholen.

Mit Harbaugh an Bord wächst die Erwartung, dass die Entscheidungen diesmal nachhaltiger getroffen werden. Es reicht nicht, die richtigen Spieler auszuwählen - sie müssen auch richtig entwickelt werden.
Der Trade für den zehnten Pick bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue Herausforderungen mit sich. Ein ohnehin ungewöhnlicher Draft könnte durch diese Dynamik noch unberechenbarer werden, und besonders das Timing könnte den Giants Probleme bereiten.
Da der Deal bereits mehrere Tage vor dem Draft bekannt wurde, haben andere Teams ausreichend Zeit, die Strategie der Giants zu analysieren. Franchises hinter New York könnten gezielt versuchen, vor ihnen hochzutraden. Ebenso besteht die Gefahr, dass der Draft für die Giants anders verläuft als erwartet und ihre Wunschspieler bereits vorher vom Board gehen.
Zwei Top-10-Picks sind eine enorme Chance, aber auch ein Risiko. Die Vergangenheit hat gezeigt, wie schnell sich große Erwartungen relativieren können. Für die Giants ist dieser Draft richtungsweisend. Er kann den Grundstein für eine neue erfolgreiche Ära legen oder alte Fehler wiederholen.
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