10.05.2026
Coaches, Quarterbacks, Imports
Bald ist es soweit: Die europäischen Football-Ligen starten in die neue Saison. Besonders spannend wird dieses Jahr die komplett neue Struktur des europäischen Footballs. Zwar bleiben viele Franchises aus der ehemaligen European League of Football (ELF) erhalten, allerdings treten sie nun in neu gegründeten Wettbewerben an. Einer davon ist die European Football Alliance, kurz EFA. Die sechs teilnehmenden Teams gehen alle mit starken Kadern und Coaching Staffs in die erste EFA-Saison, was eine Premierensaison auf Augenhöhe verspricht. Hier gibt es einen Überblick darüber, wie die Teams sportlich aufgestellt sind.

In wenigen Tagen, am 15. Mai, startet offiziell die erste EFA-Saison mit dem Spiel der Paris Musketeers gegen Frankfurt Galaxy. Doch neben diesen beiden Teams starten noch viele weitere hochklassige Mannschaften in die Premierensaison, die alle noch vergangenes Jahr Teil der European League of Football (ELF) waren.
Ähnlich wie auch in der ELF haben dabei alle Teams die Möglichkeit, vier Amerikaner zu verpflichten, also sogenannte A-Imports, sowie weitere Spieler als E-Imports aus größtenteils Europa. Komplettiert werden die Teams von sogenannten Homegrowns, also Spielern aus der Region. Zusammen bilden diese drei Kategorien die Grundlage jedes EFA-Rosters.
Die A-Imports sind dabei meist Spieler, die College Football in Amerika oder sogar NFL-Football gespielt haben, weshalb sie oft die europäischen Ligen dominieren. Mittlerweile gibt es jedoch auch zahlreiche europäische Spieler, die auf diesem Niveau oder teilweise sogar besser spielen, weshalb der Mix der Spieler besonders spannend und wichtig ist.
Und auch in diesem Jahr haben die Teams wieder für spannende Roster-Kombinationen gesorgt. Dabei fällt in der EFA direkt eine Sache auf: Jedes Team bringt einiges an Qualität mit, was eine spannende und ausgeglichene Saison verspricht.
Die Munich Ravens gehen mit viel Kontinuität in die erste EFA-Saison. Head Coach Kendral Ellison bleibt im Amt, nachdem er vergangene Saison in der ELF sogar als Coach of the Year ausgezeichnet wurde. Auch Offensive Coordinator Kyle Callahan bleibt an Bord, genau wie Quarterback Russell Tabor, der bereits im vergangenen Jahr stark spielte.
Mit Justus Seelig haben die Ravens zudem den amtierenden ELF Offensive Rookie of the Year neu im Kader. Der ehemalige NFL-Academy-Spieler gilt als eines der größten deutschen Talente.
Sportlich gehören die Ravens erneut zu den Favoriten. Vergangene Saison erreichte das Team als Second Seed das Halbfinale und verlor dort gegen den späteren Champion Stuttgart Surge.
Offensiv besitzen die Ravens enorme Qualität. Malik Stanley zählt weiterhin zu den besten amerikanischen Receiver-Imports in Europa. Dazu kommen mit Neuzugang und Final-MVP Louis Geyer sowie Nationalspieler Marvin Rutsch zwei starke deutsche Homegrown-Receiver. Auch auf Running Back und im gesamten Receiver Room verfügt das Team über große Tiefe.
Defensiv setzen die Ravens auf die beiden amerikanischen Imports Bijon Harris und Divine Buckrham, die beide bereits ELF-Erfahrung mitbringen und als echte Playmaker gelten. In der Secondary kehren zudem Spieler wie Christopher Nitzlnader zurück, zusätzlich kam Tony Anderson von Rhein Fire. Im Zentrum der Defense bleibt Wael Nasri weiterhin das Herzstück der Linebacker-Gruppe.
Der Kader der Münchener ist somit sowohl auf den Import-Slots aus Amerika und Europa als auch auf den Homegrown-Positionen sehr stark aufgestellt.

Frankfurt setzt zur ersten EFA-Saison auf bekannte Namen. Thomas Kösling kehrt als Head Coach zurück. Unter ihm gewann Frankfurt bereits die erste ELF-Meisterschaft überhaupt. Unterstützt wird Kösling von zwei Full-Time-Koordinatoren mit College-Erfahrung. Brandon Corbin übernimmt die Offense, Anthony Caljean die Defense.
Mit Adria Botella Moreno verpflichtete Galaxy einen mehrfachen ELF-All-Star auf der Tight-End-Position. Auch das europäische Import-Linebacker-Duo Sebastian Gauthier und Louis Achaintre bleibt ein wichtiger Bestandteil des Teams. Vergangene Saison beendete Frankfurt die ELF mit einer 6-6-Bilanz und verpasste die Playoffs.
Auf Quarterback setzt Galaxy nun auf Ethan Garbers. Der ehemalige UCLA-Quarterback startete mehrere Spiele auf höchstem College-Football-Niveau und wurde sogar einmal zum Big Ten Player of the Week gewählt.
Brevin Easton kehrt ebenfalls als A-Import zurück und bringt erneut NFL-, CFL- und College-Erfahrung auf der Receiver-Position nach Frankfurt.
Dazu verfügt Galaxy mit Norman Schumm, Paul Kavadia-Lenhardt und Nico Strahmann über starke deutsche Receiver.
Defensiv setzen die Frankfurter mit Mason Chambers und Jaylen Clay auf zwei amerikanische Defensive Backs. Gemeinsam mit dem niederländischen E-Import Roedion Henrique, dem erfolgreichsten Interception-Cornerback der ELF-Geschichte, entsteht eine sehr starke Secondary.

Nordic Storm überraschte bereits vergangene Saison in ihrer ersten ELF-Spielzeit mit dem Playoff-Einzug. Viele Schlüsselspieler kehren nun auch für die erste EFA-Saison zurück. John Shoop bleibt Head Coach und Offensive Coordinator, während Mark DeLeone die Defense übernimmt. DeLeone bringt zwölf Jahre NFL-Erfahrung mit, darunter sieben Jahre bei den Kansas City Chiefs.
Die beiden amerikanischen Offense-Imports bleiben ebenfalls erhalten. Quarterback Jadrian Clark zählt seit Jahren zu den besten Quarterbacks Europas und gewann bereits mehrfach die ELF sowie den Titel des MVPs der Liga. Receiver Brendan Beaulieu kehrt nach einer starken Debütsaison ebenfalls zurück.
Defensiv verpflichtete Storm mit Mitchell Fettig einen der besten amerikanischen Imports der vergangenen Jahre. Der ehemalige Spieler des ELF-Champions Stuttgart Surge soll die Secondary verstärken. Luke Glenna bleibt ebenfalls Teil des Teams und zählt weiterhin zu den stärksten Defensive Backs Europas.
Hinzu kommen mehrere starke E-Import-Spieler. Mit Glen Toonga kehrt zudem einer der explosivsten europäischen Running Backs zurück, nachdem seine vergangene Saison verletzungsbedingt früh beendet wurde.
Außerdem verpflichtete Storm Defensive Back Maceo Beard, der kurzzeitig Teil der San Francisco 49ers war und bereits für mehrere europäische Teams auf höchstem Niveau spielte. Auch zahlreiche starke Homegrown-Spieler aus der vergangenen Saison bleiben im Team, weshalb Nordic Storm erneut eines der stärksten Rosters Europas stellen.

Bei den Raiders Tirol beginnt eine neue Ära. Shuan Fatah übernimmt den Posten des Head Coaches und gleichzeitig die Rolle des Defensive Coordinators. Bereits zwischen 2011 und 2019 führte er die Raiders an und machte sie zu einem der erfolgreichsten Programme Europas.
Maximilian Kössler übernimmt als Offensive Coordinator. Zuvor arbeitete er unter anderem bei den Erzrivalen Vienna Vikings und den Paris Musketeers.
Eigentlich sollte Tyler Knoop als neuer amerikanischer Quarterback starten, doch nach seiner Verletzung übernimmt nun Steven Krajewski die Position. Sein wichtigstes Ziel wird Receiver Aaron Jackson sein, der seit Jahren zu den dominantesten Receivern Europas gehört.
Defensiv setzen die Raiders auf Kobe Hilton und Jaron Wilson als amerikanische Defensive Backs.
Dazu bleibt ein Großteil des erfahrenen Homegrown-Kerns erhalten, wodurch Tirol erneut konkurrenzfähig sein dürfte.

Die Paris Musketeers verfügen möglicherweise über den größten Coaching-Namen im europäischen Football. Jack Del Rio bleibt Head Coach und Defensive Coordinator.
Der ehemalige NFL-Linebacker war als Spieler Pro Bowler und arbeitete anschließend zwölf Jahre lang als NFL-Head-Coach, unter anderem bei den Jacksonville Jaguars und den Oakland Raiders. John Booker übernimmt in seinem Staff die Rolle des Offensive Coordinators.
Auf Quarterback setzen die Musketeers erneut auf Zach Edwards, der weiterhin zu den besten Quarterbacks Europas zählt. Sein wichtigster Receiver bleibt Austin Mitchell.
Defensiv kehrt Jamalcolm Liggins als A-Import zurück. Komplettiert wird die Defense durch den Amerikaner Andre Carter, der bereits bei den Cincinnati Bengals und Jacksonville Jaguars aktiv war und College Football für Indiana und Western Michigan spielte.
Auch auf traditionell starke Homegrown-Spieler dürfte das Team aus der französischen Hauptstadt dieses Jahr wieder bauen.

Die Prague Lions komplettieren die sechs Teams der EFA. James Brooks übernimmt den Posten des Head Coaches, nachdem er vergangene Saison bereits Defensive Coordinator des Teams war. Zusätzlich bleibt er weiterhin für die Defense verantwortlich.
Fred Armstrong wird Offensive Coordinator und bringt viel Erfahrung aus dem europäischen Football mit.
Offensiv kehrt Receiver Willie Patterson als amerikanischer Import zurück. Quarterback Jaylon Henderson soll die Offense anführen. Der Dual-Threat-Quarterback bringt enormes athletisches Potenzial mit.
Defensiv bleiben Ken Hike Jr. und Wes Guilford Teil der Secondary. Damit kehrt das Defensive-Back-Duo der starken Vorsaison gemeinsam zurück.
Die Lions überraschten vergangene Saison viele Beobachter mit ihrer bislang besten ELF-Spielzeit und gelten als eines der Teams, das weiterhin im Aufschwung ist.

Die EFA orientiert sich bei den Importregeln stark an den bisherigen ELF-Regeln.
Jedes Team darf vier sogenannte A-Imports im Kader haben. Dabei handelt es sich um Spieler, die ihre Football-Karriere in den USA, Kanada, Mexiko oder Japan begonnen haben. Allerdings dürfen immer nur zwei dieser Spieler gleichzeitig auf dem Feld stehen. Dies führt dazu, dass die Teams oft zwei Amerikaner auf offensiver und zwei auf defensiver Seite haben.
Zusätzlich dürfen Teams bis zu sechs E-Imports verpflichten. Das sind Spieler, die ihre Karriere nicht in dem Land begonnen haben, in dem sie aktuell spielen.
Der Rest des Rosters besteht aus sogenannten Homegrown-Spielern. Diese haben ihre Football-Karriere in einer festgelegten Region begonnen, für deren Franchise sie spielen.
val