11.04.2026
Vor Saisonstart
Bald ist es soweit. Die europäischen Football-Ligen nehmen ihren Betrieb auf und starten in eine neue Saison. Dabei wird es dieses Jahr besonders interessant: Zwar bleiben die Franchises teilweise gleich, jedoch spielen diese in neu aufgesetzten Ligen. Mit der EFA und AFLE gehen gleich zwei neue Wettbewerbe ins Rennen. Wie das System funktioniert, wie der Spielplan aussieht und vieles mehr gibt es hier.

Zwei neue Ligen bedeuten eine Umstellung für alle. Viel Neues kommt im neuen Ligajahr auf die Teams zu und damit eröffnen sich auch viele Fragen. Das sind die Antworten darauf.
Die zwei Wettbewerber EFA und AFLE gehen ab Mai in ihre erste Saison. Doch wie sind die Ligen überhaupt entstanden?
Die European Football Alliance (EFA) ist aus der European Franchise Association zu Zeiten der ELF hervorgegangen. Bereits im letzten Jahr stellte sich die EFA mit acht Mitgliedern eigenständig auf. Aufgrund eines Disputs mit der ELF setzte sich die EFA ab und gründete ihre eigene Liga. Der Sitz der Liga befindet sich in Frankfurt.
Die American Football League Europe (AFLE) ist ebenfalls aus dem Zerfall der ELF heraus entstanden. Sie wurde im Dezember 2025 gegründet und wird nun parallel zur Saison der EFA stattfinden. Der Sitz der Liga ist in Hamburg und das Gesicht der Liga ist COO Moritz Heisler.
Die EFA basiert auf einer teamgeführten Selbstverwaltung mit Franchise-Modell. Dabei soll die Liga so weit es geht an den Standards der NFL angelehnt sein. Nachdem es in der Vergangenheit Streit um Transparenz und Nachhaltigkeit gab, soll das nun mit diesem System verhindert werden.
In der Liga werden insgesamt sechs Teams spielen, unter anderem Frankfurt Galaxy und die Munich Ravens als deutsche Teilnehmer. Bei der EFA soll nun langfristig gedacht werden, weshalb ein Zuwachs zweier Teams aus London und Mailand für die Saison 2027 bereits geplant ist.
Im Gegensatz zur EFA ist die AFLE als Verein gegründet. Dabei sind ihre einzelnen Teams die einzigen Mitglieder des Vereins. Alle sportlichen, strukturellen oder regulatorischen Entscheidungen werden von den Teams gemeinschaftlich getroffen. Damit sind sie aktiv in die Prozesse mit eingebunden und haben Einsichts- und Kontrollrechte.
Zur Finanzierung der EFA ist weiterhin nichts genaues bekannt. Die Liga spricht von einem umfassenden Finanzierungsrahmen, der Sicherheit und Stabilität geben soll.
Die AFLE erlangt ihre finanzielle Sicherheit durch einen US-Investor. Dieser investiert ca. 12 Millionen Euro in das Projekt. Dabei entstehen für die Teams keinerlei finanzielle Risiken. In den ersten beiden Saisons bekommen alle Teams garantierte Zahlungen in Höhe von 325.000 Euro pro Jahr. Ab der dritten Saison entfallen diese Zahlungen dann. Geplant ist, dass die Liga etwa 75% der Einnahmen an die Franchises weitergibt.
Beide Ligen setzen auf bestimmte Importregeln, um ein Gleichgewicht im Wettbewerb zu gewährleisten.
Die EFA orientiert sich dabei an den Regeln aus der ELF der Vorjahre. Jedes Team darf jeweils vier A-Imports haben, von denen immer nur zwei gleichzeitig auf dem Feld stehen dürfen. Das sind Spieler, die ihre Football-Karriere in den USA, Kanada, Mexiko oder Japan begonnen haben. Neben diesen Imports dürfen sie sechs E-Imports haben: Also Spieler, die ihre ersten Erfahrungen nicht in dem Land gemachthaben, in dem sie gerade spielen.
Als letztes gibt es dann noch die Homegrown-Spieler. Diese besetzen den Rest des Teams. Sie haben ihre Karriere auch in dem Land begonnen, indem sie auch für das jeweilige Franchise spielen.
Die AFLE hat ähnliche Kategorien und bezeichnet diese als A-, I-, E- und Homegrown-Spieler. Die A-Imports ähneln denen der EFA, spezifizieren sich jedoch lediglich auf Spieler aus den USA. Auch hier darf es maximal vier A-Spieler pro Team geben, wobei maximal zwei gleichzeitig auf dem Feld stehen dürfen.
I-Imports sind Spieler, die ihre ersten Schritte im Football in Kanada, Japan oder Mexiko gemacht haben. Davon darf jedes Team je einen Spieler im Kader haben. E-Imports sind wiederum Spieler, die ihre ersten Erfahrungen außerhalb dieser Länder gemacht haben und nicht in der Homegrown-Region des jeweiligen Franchises.
Auch in der AFLE füllt sich der Rest des Kaders mit Homegrown-Spielern, die in der jeweiligen Region des Franchises mit Football begonnen haben. Davon dürfen pro Spieltag 48 Spieler registriert werden.

Mittlerweile sind beide Spielpläne veröffentlicht. Der Spielplan der EFA sieht eine 13-wöchige Spielphase vor, bei der sich die vier besten Teams für die Playoffs qualifizieren. Jedes Team bestreitet insgesamt zehn Spiele gegen alle fünf Teams mit Hin-und Rückspiel. Außerdem hat jedes Team drei spielfreie Wochen.
Die reguläre Saison der AFLE wird sich über 14 Wochen erstrecken. Jedes Franchise bestreitet zwölf Spiele, auch mit Hin- und Rückspiel und hat insgesamt zwei spielfreie Wochen.
Bei der EFA qualifizieren sich die vier besten Teams für die Playoffs. Der Erstplatzierte spielt dann in einem Halbfinale gegen den Viertplatzierten und der Zweite gegen den Dritten. Die beiden Sieger aus den Duellen stehen sich dann im Finale gegenüber.
Auch in der AFLE qualifizieren sich die vier besten Teams für die Playoffs. Da die Liga jedoch in zwei Conferences unterteilt ist, kommen jeweils die zwei besten der Conference ins Halbfinale. Dort spielt dann der Erstplatzierte der einen Conference gegen den Zweitplatzierten der anderen. Im Finale am 6. September treffen dann die Sieger aufeinander.
Aktuell wird über mögliche TV-Übertragungsrechte noch verhandelt. EFA und AFLE sind noch im Austausch mit potenziellen TV- und Streamingpartnern, könnten jedoch auch eigene Angebote, wie einen kostenpflichtigen Gamepass, vorbereiten.
lgr