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Caleb Williams bei Madden 27
Seit Jahren gehört der sogenannte "Madden Curse" zu den bekanntesten Legenden der NFL. Kaum wird ein Spieler auf das Cover der populären Videospielreihe Madden NFL gewählt, beginnen Spekulationen darüber, ob ihm in der kommenden Saison ein Leistungseinbruch, Verletzungsprobleme oder sportliche Rückschläge drohen.

Mit Quarterback Caleb Williams von den Chicago Bears hat Madden 27 nun seinen neuesten Cover-Star präsentiert. Der junge Spielmacher tritt damit in die Fußstapfen zahlreicher NFL-Größen - und gleichzeitig in die Diskussion um einen Fluch, der die Liga seit Jahrzehnten begleitet. Doch wie viel Wahrheit steckt tatsächlich hinter dem Mythos?
Die Ursprünge des Mythos reichen bis in die späten 1990er-Jahre zurück. Bis einschließlich 1998 war traditionell der legendäre Trainer und TV-Kommentator John Madden selbst auf dem Cover der beliebten Football-Simulation zu sehen. Erst mit Madden 99 begann EA Sports, aktive NFL-Spieler auf das Titelbild zu setzen - und genau zu diesem Zeitpunkt nahm die Geschichte des angeblichen Fluchs ihren Anfang.
Als erstes "Opfer" gilt Running Back Garrison Hearst, der das Cover von Madden 99 zierte. Wenige Monate nach Veröffentlichung des Spiels erlitt Hearst im Playoff-Duell gegen die Atlanta Falcons eine schwere Knöchelverletzung. Aufgrund von Komplikationen verpasste er anschließend zwei komplette Spielzeiten.
Auch Barry Sanders sorgte für Schlagzeilen. Der Superstar der Detroit Lions war auf dem Cover von Madden 2000 zu sehen und schockierte die NFL, als er kurz vor Beginn der Saison völlig überraschend seinen Rücktritt erklärte - obwohl er sich noch auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand.
Eines der bekanntesten Beispiele folgte mit Michael Vick. Der Quarterback der Atlanta Falcons schmückte das Cover von Madden 04, brach sich jedoch nur wenige Tage nach der Veröffentlichung des Spiels in einem Vorbereitungsspiel das Wadenbein. Vick verpasste daraufhin nahezu die gesamte Saison.
Der aktuelle Fall liefert beiden Seiten Argumente. Running Back Saquon Barkley, Cover-Star von Madden 26, erlebte 2025 statistisch keineswegs eine schlechte Saison. Er sammelte mehr als 1.400 Yards from Scrimmage und erzielte insgesamt neun Touchdowns.
Allerdings konnte Barkley nicht an die spektakulären Leistungen seiner vorherigen Saison anknüpfen. Zudem enttäuschten die Philadelphia Eagles als Team und schieden bereits in der Wild-Card-Runde gegen die San Francisco 49ers aus. Für Anhänger des Fluchs ein weiteres Indiz - für Skeptiker lediglich normale sportliche Schwankungen.
Deutlich besser passt die Geschichte von Christian McCaffrey in das klassische Narrativ des "Madden Curse".
Nachdem der Star der San Francisco 49ers nach einer Karrierebestleistung und der Auszeichnung als Offensive Player of the Year das Cover von Madden 25 zierte, wurde seine folgende Saison von Verletzungen überschattet.
McCaffrey absolvierte lediglich vier Spiele und landete gleich zweimal auf der Injured Reserve List. Für viele Fans gilt sein Fall als eines der stärksten Argumente für die Existenz des Fluchs.
Quarterback Josh Allen, Cover-Star von Madden 24, erlebte eine Saison mit Licht und Schatten.
Der Bills-Spielmacher war an insgesamt 44 Touchdowns beteiligt - sowohl durch die Luft als auch am Boden. Gleichzeitig warf er jedoch 18 Interceptions und stellte damit einen neuen persönlichen Negativwert auf.
Ein klarer Leistungseinbruch sieht anders aus, eine makellose Saison war es allerdings ebenfalls nicht.
Ein besonders starkes Gegenargument lieferten Patrick Mahomes und Tom Brady, die gemeinsam das Cover von Madden 22 zierten.
Zwar erreichte keiner der beiden Quarterbacks erneut den Super Bowl, nachdem sie im Jahr zuvor noch um den Titel gespielt hatten. Individuell lieferten beide jedoch herausragende Leistungen.
Der damals 44-jährige Brady warf 43 Touchdown-Pässe - sein bester Wert seit mehr als zehn Jahren. Mahomes steuerte seinerseits 37 Touchdowns bei.
Auch Lamar Jackson konnte den Fluch nicht wirklich bestätigen.
Nach seiner MVP-Saison 2019 erreichte der Ravens-Star zwar nicht mehr ganz dieselben Höhen, dennoch blieb er einer der gefährlichsten Spieler der Liga. Jackson warf 26 Touchdowns und erlief zusätzlich 1.005 Yards. Von einem sportlichen Absturz konnte keine Rede sein.
Bereits bei seinem ersten Madden-Cover im Jahr 2020 zeigte Patrick Mahomes, dass ein Platz auf der Verpackung kein schlechtes Omen sein muss.
Nach seiner MVP-Saison 2018 spielte er erneut auf höchstem Niveau und führte die Kansas City Chiefs schließlich zum ersten Super-Bowl-Sieg seiner Karriere.
Auch Antonio Brown widerlegte die Fluch-Theorie zunächst eindrucksvoll.
Der Receiver absolvierte nach seinem Auftritt auf dem Cover von Madden 19 die letzte Saison seiner dominanten Pittsburgh-Zeit und verabschiedete sich mit starken Zahlen. Brown überschritt zum sechsten Mal in Folge die Marke von 1.000 Receiving Yards und erzielte mit 15 Touchdowns sogar einen Karrierebestwert.
Als Madden 18 erschien, galt Tom Brady bereits als eine der verlässlichsten Größen der NFL.
Der Quarterback bestätigte diesen Ruf mit 4.500 Passing Yards und 32 Touchdowns. Statt eines Fluchs folgte für Brady eine weitere Saison auf gewohntem Elite-Niveau.
Zu den bekanntesten Beispielen für den "Madden Curse" gehört dagegen Rob Gronkowski.
Der Tight End der New England Patriots kämpfte nach seinem Cover-Auftritt in Madden 17 immer wieder mit Verletzungen. Seine Saison endete schließlich auf der Injured Reserve List.
Ganz ohne Happy End verlief das Jahr jedoch nicht: Gronkowski gewann mit den Patriots den Super Bowl LI, als New England nach einem historischen Comeback die Atlanta Falcons besiegte.
Auch die beiden Madden-Stars vor Gronkowski zeigten keinerlei Anzeichen eines Fluchs.
Odell Beckham Jr. knüpfte nach seiner Offensive-Rookie-of-the-Year-Saison nahtlos an seine starke Entwicklung an. Er fing 96 Pässe für 1.450 Yards und 13 Touchdowns.
Richard Sherman, das Gesicht der legendären "Legion of Boom" der Seattle Seahawks, spielte ebenfalls auf höchstem Niveau. Der Cornerback fing vier Interceptions und wurde zum dritten Mal in Folge ins First-Team All-Pro gewählt.
nkr