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    NFL

    03.03.2026

    Star-Running-Back verlässt Seattle

    Der richtige Schritt: Darum bekommt Super-Bowl-MVP Walker III nicht den Franchise Tag von den Seahawks

    Die Seattle Seahawks kamen in diese Offseason aus einer der besten Saisons der Franchise-Geschichte. Mit dem Sieg des Super Bowls krönten die Seahawks eine bärenstarke Saison. Doch nun folgt ein vermeintlich herber Rückschlag. Der Super-Bowl Champion wird seinen Super Bowl MVP Running Back Kenneth Walker III verlieren. Obwohl diese Entscheidung im ersten Moment fatal klingt, ist sie ein richtiger Schritt der Seahawks hin zu langfristigem Erfolg.

    Seattle Seahawks Running Back Kenneth Walker III (9) läuft den Ball im zweiten Qaurter gegen die New England Patriots im Super Bowl LX im Levi s Stadium.
    Running Back Kenneth Walker III wird von den Seattle Seahawks nicht den Franchise Tag bekommen und somit ziemlich sicher ein Free Agent werden. IMAGO/Imagn Images

    Im Februar feierten die Seahawks ihren zweiten Super-Bowl-Sieg der Franchise-Geschichte. Einen großen Teil zu diesem Erfolg trug Running Back Kenneth Walker III bei. Im NFL-Endspiel krönte er eine gute Saison mit einer starken Leistung und war ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Seahawks im Super Bowl LX. Dementsprechend erhielt Walker III auch die Auszeichnung des Super Bowl MVP.

    Schon in der Regular Season erwies sich Walker III als einer der besten Running Backs der Liga. Er lief zum zweiten Mal in seiner Karriere für über 1000 Yards und erzielte fünf Rushing Touchdowns. Auch als Receiving Back tauchte Walker III immer wieder auf. Er fing 31 Bälle für 282 Yards und verhalf den Seahawks zu einigen wichtigen Siegen in der Hauptrunde der NFL.

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    Trotz der ganzen erfolgreichen Statistiken und Auszeichnungen entschieden sich die Seahawks nun doch dazu, Kenneth Walker III nicht mit dem Franchise Tag an das Team zu binden. Damit wird Walker mit großer Wahrscheinlichkeit in der Free Agency zu einem anderen Team wechseln, das den 25-Jährigen zu einem der Topverdiener unter den Running Backs machen könnte.

    Doch genau diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt in Richtung langfristigen Erfolg und ein Beweis für das zukunftsgerichtete Denken der Entscheidungsträger in Seattle. General Manager John Schneider musste mit dem wahrscheinlichen Verlust von Walker zwar eine schwere Entscheidung treffen, allerdings kann dieser Move ein weiteres Puzzlestück für eine neue Dynastie in Seattle sein.

    Walker III zu teuer

    Wie jedes Team in der NFL müssen auch die Seahawks auf ihren Cap Space achten. Daher ist es in einem ausgeglichenen, starken Kader wichtig, Spieler angemessen zu bezahlen. In der Offense haben Running Backs den geringsten Wert für ein Franchise, wenn sie nicht zu den absoluten Ausnahmespielern der Liga zählen. In der NFL gelten Running Backs als leicht ersetzbar und werden deshalb meistens auch deutlich schlechter bezahlt, als andere Positionsgruppen.

    Walker III würde durch den Franchise Tag (ca. 14,3 Millionen Dollar) zu den Top vier der bestverdienenden Running Backs der Liga aufsteigen, was seine Leistung aber nicht hergibt. Auch bei einer langfristigen Vertragsverlängerung erwartet Walker III ein Gehalt, das zu den höchsten der NFL auf der Running-Back-Position gehört. Zwar haben die Seahawks aktuell etwa 58 Millionen Dollar Cap Space zur Verfügung, doch das Team aus Seattle muss auch noch mit einigen Spielern mit auslaufenden Verträgen wie Coby Bryant, Tariq Woolen, Boye Mafe oder Rashid Shaheed verlängern oder sie in der Free Agency ersetzen.

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    Zudem stehen den Seahawks auch noch die Vertragsverhandlungen mit Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba bevor, der bei seinem ersten richtigen NFL-Vertrag (nach dem Rookie-Vertrag) ein Gehalt auf Top-Level erwarten wird.

    Seattle Seahawks Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba (11) fängt einen Ball gegen die New England Patriots im ersten Quarter des in Super Bowls LX im Levi s Stadium.
    Jaxon Smith-Njigba (11) könnte mit einem neuen Vertrag zum bestverdienenden Wide Receiver in der NFL werden. IMAGO/Imagn Images

    Daher können die Seahawks nicht zu viel Geld in einen Running Back investieren, der nicht als unersetzbar gilt. Schneider baut eher darauf eine kostengünstigere Alternative auf der Running-Back-Position zu finden und das eingesparte Geld für die Verstärkung des restlichen Kaders zu verwenden. Das zeigt den Weitblick des Seahawks-GMs, der sich nicht von Walkers jüngsten Erfolgen beeinflussen lässt, sondern die Zukunft seines Franchises fest im Auge hat.

    Kein X-Faktor

    Walker III hat sich in dieser Saison in der Spitze der NFL-Running-Backs etabliert und gute Leistungen gezeigt. Auch sein MVP-Award im Super Bowl spricht für seine gute Form. Doch bei all dem Lob für den 25-Jährigen hat das Frontoffice der Seahawks eingesehen, dass ihr Running Back nicht auf einem Level mit Saquon Barkley oder Christian McCaffrey ist. Die beiden Star-Running-Backs haben gezeigt, dass sie alleine einen großen Unterschied in einer Offense machen können und dass ohne sie, die Offense extrem geschwächt ist. Besonders im Passspiel sind McCaffrey und Barkley deutlich besser als Walker und strahlen durch ihre Dual-Threat-Ability eine noch viel größere Gefahr aus als Walker III.

    McCaffrey kam diese Saison sogar fast auf 1000 Yards Receiving und erzielte sieben Receiving Touchdowns. Egal ob hinter einer durchschnittlichen oder einer sehr guten Offensive Line, CMC und Barkley heben das Niveau einer Offense automatisch auf ein neues Level. Dieser X-Faktor fehlt Walker bisher noch und er muss erst noch beweisen, dass er ein unangefochtener Unterschiedsspieler für eine Offense sein kann. Daher wäre es auch ein Fehler der Seahawks, Walker ähnlich viel Gehalt zu bieten wie einem Saquon Barkley oder einem Christian McCaffrey.

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