vor 1 Tag
Druck im zweiten Jahr
Die ersten Erfahrungen in der NFL haben Cam Ward, Jaxson Dart und Tyler Shough gesammelt - nun beginnt für das Quarterback-Trio die entscheidende Phase ihrer Karriere. Nach einer Rookie-Saison mit Höhen und Tiefen müssen die drei Spielmacher 2026 beweisen, dass sie ihre Teams langfristig anführen können. Die Voraussetzungen dafür sind besser geworden, doch die größten Baustellen bleiben bestehen.

Talent haben alle drei bereits angedeutet. Spektakuläre Würfe, starke Läufe und vielversprechende Ansätze waren in ihren ersten NFL-Spielzeiten zu sehen. Gleichzeitig offenbarten Cam Ward, Jaxson Dart und Tyler Shough aber auch deutliche Schwächen. Vor ihrer zweiten Saison stehen deshalb ganz unterschiedliche Entwicklungsschritte im Fokus.
Für Cam Ward verlief die Premierensaison bei den Tennessee Titans alles andere als einfach. Der Nummer-eins-Pick des Drafts musste von Beginn an hinter einer anfestigen Offensive Line spielen, hatte mit zahlreichen Fehlern seiner Receiver zu kämpfen und fand sich in einer Mannschaft wieder, die sich mitten im Umbruch befand.
Die Zahlen spiegeln diese Schwierigkeiten wider. Unter 33 qualifizierten Quarterbacks belegte Ward sowohl bei den Net Yards pro Passversuch als auch bei der Passing Success Rate den letzten Platz. Auch bei den erwarteten Punkten pro Spielzug (Expected Points Added) rangierte er lediglich auf Platz 32.
Dennoch zeigte sich im Saisonverlauf eine positive Entwicklung. Während Ward in den ersten elf Wochen noch sechs Touchdowns und sechs Interceptions warf, gelangen ihm ab Woche zwölf neun Touchdown-Pässe bei nur noch einer Interception. Gleichzeitig reduzierte er die Zahl der negativen Spielzüge und ging deutlich besser mit Drucksituationen um.
Vor allem seine außergewöhnliche Armstärke und Kreativität machen Ward weiterhin zu einem Quarterback mit großem Potenzial. Schwierige Würfe aus ungewöhnlichen Positionen gehören zu seinen Stärken. Gleichzeitig muss er lernen, schneller Entscheidungen zu treffen und unnötige Sacks zu vermeiden.
Tennessee hat in der Offseason alles daran gesetzt, seinem jungen Quarterback bessere Voraussetzungen zu schaffen. Mit Robert Saleh übernahm ein neuer Head Coach das Team, während Brian Daboll als Offensive Coordinator verpflichtet wurde.
Auch personell wurde investiert. Wide Receiver Carnell Tate kam als vierter Pick des Drafts nach Tennessee und soll mit seinem präzisen Route Running und sicheren Händen für mehr Stabilität sorgen. Hinzu kommen Center Austin Schlottmann sowie Wide Receiver Wan'Dale Robinson, die Daboll bereits aus gemeinsamen Zeiten kennt.
Die Titans hoffen außerdem auf weitere Fortschritte ihrer Offensive Line. Guard Peter Skoronski entwickelte sich bereits zu einem Leistungsträger, während Left Tackle Dan Moore Jr. und Right Tackle JC Latham deutlich konstanter spielen müssen.
Für Ward dürfte das verbesserte Umfeld helfen. Entscheidend bleibt jedoch, dass er unter Druck ruhiger agiert und die Zahl der negativen Spielzüge weiter reduziert.
Kaum ein Rookie-Quarterback sorgte 2025 für so viele spektakuläre Szenen wie Jaxson Dart. Der Spielmacher der New York Giants überzeugte immer wieder mit explosiven Läufen, tiefen Pässen und improvisierten Big Plays. Gleichzeitig brachte genau dieser Spielstil erhebliche Risiken mit sich.
Dart gehörte ligaweit zu den Quarterbacks mit den meisten Scrambles und tiefen Pässen. Seine Athletik machte ihn zu einer echten Gefahr im Laufspiel. Mit einer Erfolgsquote von 65 Prozent bei seinen Läufen gehörte er zu den besten Running Quarterbacks der NFL und erzielte in lediglich zwölf Starts beeindruckende neun Rushing Touchdowns.
Auch als Passer zeigte Dart sein enormes Potenzial. Seine 15 Touchdown-Pässe bei lediglich fünf Interceptions gehören zu den positiven Aspekten seiner Rookie-Saison.
Die größte Schwäche des Giants-Quarterbacks liegt allerdings im Spielverständnis innerhalb der Pocket. Statt einfache Lösungen zu wählen, versuchte Dart häufig, Spielzüge künstlich zu verlängern. Dadurch brachte er sich immer wieder selbst unter Druck.
Statistisch war er sogar häufiger als jeder andere NFL-Quarterback selbst für Drucksituationen verantwortlich. Gleichzeitig hielt er den Ball sehr lange in den Händen und verzichtete nur selten darauf, den Ball ins Aus zu werfen, wenn ein Spielzug verloren war.
Diese Spielweise führte nicht nur zu zahlreichen Sacks, sondern auch zu harten Treffern. Eine Gehirnerschütterung kostete ihn zwei Spiele, hinzu kamen mehrere Besuche im Medical Tent während der Saison.
Für seine zweite NFL-Spielzeit muss Dart lernen, schneller Entscheidungen zu treffen, den Ball früher loszuwerden und häufiger die einfachen Räume zu nutzen. Sein Talent für spektakuläre Spielzüge steht außer Frage - langfristig wird er jedoch nur erfolgreich sein, wenn er deutlich effizienter spielt.
Tyler Shough übernahm den Starterposten bei den New Orleans Saints erst in Woche neun. Dennoch hinterließ der Zweitrundenpick einen überraschend positiven Eindruck.
Zwar fielen seine Gesamtzahlen zunächst eher durchschnittlich aus, doch nach seiner Beförderung entwickelte sich Shough kontinuierlich weiter. Von Woche neun an gehörte er zu den präziseren Passern der Liga und zeigte besonders gegen Saisonende starke Leistungen. Während der letzten fünf Spiele gewann New Orleans vier Partien.
Vor allem bei tiefen Pässen ließ Shough sein großes Wurfpotenzial erkennen. Seine Kombination aus Armstärke und Touch sorgte regelmäßig für explosive Raumgewinne.
Ähnlich wie Ward und Dart kämpfte jedoch auch Shough mit negativen Spielzügen. Obwohl die Saints vergleichsweise selten Druck zuließen, kassierte ihr Quarterback überdurchschnittlich viele Sacks.
Besonders unter Druck ließ die Genauigkeit deutlich nach. Kein anderer Quarterback produzierte in solchen Situationen mehr unpräzise Würfe. Da Shough nicht über die außergewöhnliche Mobilität vieler moderner Quarterbacks verfügt, muss er lernen, Spielsituationen früher zu erkennen und schneller zu reagieren.
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nkr