28.08.2025
Kritik nach Entlassung
Nach seiner Entlassung bei den Helvetic Mercenaries hat der einstige Head Coach Marcus Herford Vorwürfe gegen die Organisation erhoben. In einem Video, das er auf Social Media postete, sprach er von Chaos im Management, fehlenden Strukturen und nicht eingehaltenen Verträgen.

Die Helvetic Mercenaries sehen sich harscher Kritik ausgesetzt. Auslöser dafür ist ein Video des ehemaligen Head Coaches Marcus Herford, das dieser auf Social Media geteilt hat.
Er hatte im Oktober 2024 die Sportliche Leitung des Schweizer ELF-Franchise übernommen, wurde aber Mitte der laufenden Saison beurlaubt. Offiziell begründeten die Mercenaries die Trennung mit enttäuschenden Ergebnissen und internen Entwicklungen. Herford sieht die Gründe jedoch an anderer Stelle.
Laut seinen Aussagen hätten Management und Besitzer zahlreiche Versprechen nicht eingehalten, Spieler und Coaches unprofessionell behandelt und grundlegende organisatorische Aufgaben vernachlässigt. "Ich dachte, es wäre eine tolle Möglichkeit, aber es wurde ein großer Albtraum", erklärt Herford rückblickend.
Dabei berichtet er in seinem via Social Media verbreiteten, gut vierzehnminütigem Video: "Als ich Spieler aus der Vorsaison angerufen habe, um sie von einer Rückkehr zu den Mercenaries zu überzeugen, haben sie immer wieder gesagt, dass sie niemals zurückkommen werden. Der Grund dafür war einfach: Es lag am Management."
Finanzielle Probleme seien ein weiteres Thema, so Herford über seinen Eindruck. Im Video erläutert er: "Der Grund, warum ich gehen musste, war nicht wegen der Ergebnisse, sondern wegen des Geldes."
Zudem wies er den Vorwurf von sich, dass er Schuld an dem abgesagten Spiel in Kopenhagen sei. "Das ist eine absolute Lüge", schildert Herford seine Sicht der Dinge und betont: "Ich habe keinem Spieler gesagt, dass er am Spiel nicht teilnehmen soll."
Im Gegenteil: Nachdem ihn der Commissioner der Liga, Patrick Esume, kontaktiert habe, sei er auf seine Spieler zugegangen und habe sie gebeten, für den Schweizer Football anzutreten, so die Darstellung von Herford, der anfügt: "Sie haben ihre Entscheidung aber nicht geändert."
Ursprünglich dafür war laut seinen Ausführungen eine Petition der Spieler, die damit seinen Verbleib erwirken wollten. Zudem habe es, so Herford, Probleme bei der Organisation der Auswärtsreise gegeben: Erst auf Druck sei eine Unterkunft gebucht worden. "Unsere Spieler fühlten sich nicht respektiert", kritisierte Herford und zog ein vernichtendes Fazit: "Sie haben nicht das Geld, um das Team in der richtigen Art und Weise zu führen."
Auf Anfrage von football-world teilten die Helvetic Mercenaries mit, dass sie aktuell nur begrenzt Informationen weitergeben können und daran gearbeitet werde, die Situation künftig zu verbessern.
In der Antwort heißt es weiter: "Es ist korrekt, dass es Rückschläge gab und auch Fehler passiert sind - wie bei vielen Teams in dieser Liga. Wir danken Marcus für seine geleistete Arbeit. Allerdings wurden ihm die gewünschten Mittel und Ressourcen zur Verfügung gestellt, ohne dass die erwarteten Verbesserungen erkennbar waren."
Mit seinen Vorwürfen ist Herford allerdings nicht alleine. Bereits der ehemalige Sportdirektor Jeremy Bryson hatte nach seinem Rücktritt Kritik an den Eigentümern geäußert.
val