vor 9 Stunden
Trotz NFL-Bestmarke
Brock Purdy spielt einen überragenden Saisonstart und stellt historische Bestmarken auf. Dennoch reißt die Kritik am 26-jährigen Spielmacher nicht ab. Viel Glück, starke Mitspieler und schwache Gegner gehören zu den häufigsten Kritikpunkten an Purdys Erfolgen. Doch ist Purdy nun ein Elite-Quarterback oder doch nur ein Profiteur des Systems und der Umstände?

Brock Purdy steht seit seinem ersten Tag in der NFL unter besonderer Beobachtung. Zuerst galt er als der unspektakuläre Quarterback, der im Quarterback-Room der San Francisco 49ers wohl kaum eine Chance haben wird. Der "Mr. Irrelevant" setzte sich aber im Trainingscamp durch und erhielt einen Roster-Spot. Nach den Verletzungen von Trey Lance und Backup Jimmy Garoppolo, bekam Purdy seine Chance. Dennoch galten die 49ers als klarer Kandidat für die Verpflichtung eines erfahrenen Spielmachers. Doch Purdy setzte sich durch und spielte sich nicht nur zum Starting-, sondern auch zum Franchise-Quarterback.
Doch dort fingen die Diskussionen rund um ihn erst an. Der junge Quarterback bekam immer wieder den Stempel des System-Quarterbacks, der außerhalb der starken 49ers-Offense keine Chance hätte. Egal wie erfolgreich Purdy war und wie weit er sein Team führen konnte, die Vorwürfe rissen nicht ab.
Auch in der aktuellen Saison steht Purdy in der Kritik - und das, obwohl er einen der besten Saisonstarts der NFL-Geschichte spielt. In den ersten drei Spielen der neuen NFL-Saison brachte Purdy 60 von 83 Passversuchen an und erzielte dabei 789 Yards, neun Touchdowns und nur eine Interception.
Zudem gelang Purdy in den ersten drei Spielen der beste EPA-Wert aller NFL-Spieler seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2016. Dazu zählt auch die Gefahr, die er am Boden ausstrahlt. Der 26-Jährige lief für 93 Yards und einen Touchdown.
Doch trotz dieser unglaublich starken Leistungen gehört Purdy weiterhin zu den meistkritisierten und unterbewerteten Spielern der Liga. Grund dafür sind wieder einmal das starke Team, die große Qualität in der Offense um Purdy herum und die Genialität auf den Coaching-Positionen bei den 49ers.
Dazu hatten die 49ers einen der leichtesten Schedules zum Start der NFL. Zum Start der Saison ging es zwar in Australien gegen die scheinbar übermächtigen Rams, doch das Team aus Los Angeles reiste erst einen Tag vor dem Spiel an und hatte nur wenig Zeit, sich an die Veränderungen zu gewöhnen.
In Woche 2 traf Purdy auf die Miami Dolphins, die sich mitten im Umbruch befinden und gegen die Qualität der 49ers nichts entgegenhalten konnten. In Woche 3 spielten die 49ers ihr zweites Spiel in Folge im heimischen Stadion. Diesmal ging es gegen die Arizona Cardinals. Der Divisionsrivale gilt ebenfalls als eines der schwächsten Teams der Liga und die 36 Punkte, die Purdy mit seiner Offense erzielen konnte, kamen nicht überraschend.
Purdy spielt einen der besten Saisonstarts der NFL. Er hat bewiesen, dass er zu den besten gehört und dass er eine Offense führen kann. In dieser Saison spielte auch ein wenig Glück mit rein. Der überzeugende Sieg gegen müde wirkende Rams und die beiden recht einfachen Spiele zu Hause gegen eher schwächere Teams halfen, in den ersten Wochen gut auszusehen. Allerdings sind alle 32 NFL-Teams konkurrenzfähig, egal wie abgeschrieben sie auch sind und jedes Spiel ist eine große Herausforderung.
nhu