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    NFL

    30.09.2026

    Noch zu früh für MVP-Diskussionen?

    Purdys Aufstieg: Warum er plötzlich MVP-Kandidat ist

    Vor drei Wochen war Brock Purdy in der MVP-Diskussion praktisch nicht existent. Nach einem perfekten 3:0-Start hat sich der Quarterback der San Francisco 49ers nun mitten in die Gespräche um die wichtigste individuelle Auszeichnung der NFL katapultiert. Neun Touchdown-Pässe, nur eine Interception und ein Passer Rating von 133,1 haben die Wahrnehmung seiner Saison binnen weniger Wochen komplett verändert.

    Sep 20, 2026; Santa Clara, California, USA;  San Francisco 49ers quarterback Brock Purdy (13) celebratse with offensive line Dominick Puni (77) during the third quarter against the Miami Dolphins at Levi's Stadium.  Mandatory Credit: Cary Edmondson-Imagn Images
    Brock Purdy hat sich mit starken Leistungen in die MVP-Diskussion gespielt. Cary Edmondson

    Bereits bei ESPN-Analyst Dan Orlovsky fielen deutliche Worte in der Pat McAfee Show: "Kein Quarterback der Liga spielt gerade so gut wie Brock. Die Offense kann durch die Art, wie er spielt, brillieren. Er hat außerdem so viele Off-Script-Plays, die viel zu oft übersehen werden." Auch Pat McAfee selbst stieß in dasselbe Horn: "Das könnte Purdys Jahr werden, in dem er es gewinnt. Er zerlegt und überrennt weiterhin Defenses. Brock Purdy spielt gerade auf einem anderen Level."

    Zahlen sprechen für sich

    Purdy liegt unter allen qualifizierten Quarterbacks auf Platz zwei bei der Completion Rate, nur hinter Geno Smith. Bei den Passing Yards steht er zwar erst auf Platz acht, bei den Yards pro Versuch jedoch auf Platz zwei hinter Lamar Jackson - ein Umstand, der vor allem daran liegt, dass die 49ers-Offense so schnell zu Touchdowns kommt, dass Purdy schlicht nicht genug werfen muss, um viele Yards anzuhäufen. Mit neun Touchdown-Pässen führt er zudem die gesamte Liga an, bei nur einer Interception ergibt das die beste Touchdown-zu-Interception-Ratio der NFL.

    In den ersten beiden Wochen führte Purdy die Liga zudem bei der Completion Rate an: 25 von 34 Pässen gegen die Rams, 20 von 22 gegen die Dolphins. Gegen die Cardinals in Week 3 fiel die Quote mit 15 von 27 zwar ab, in Summe ergibt sich dennoch eine respektable Completion Rate von 72,3 Prozent - ligaweit Rang drei. Mit 789 Passing Yards liegt er auf Platz acht, seine Touchdown-Zahl von neun teilt er sich mit Kirk Cousins.

    Besonders bemerkenswert: Purdy ist der einzige Starting Quarterback der Liga, der bislang noch keinen einzigen Sack kassiert hat - abgesehen von Michael Penix Jr., der allerdings erst ein einziges Spiel als Starter bestritt.

    Kurioser Höhepunkt gegen die Cardinals

    Gegen Arizona sorgte Purdy im ersten Viertel zudem für eine der kuriosesten Szenen des gesamten Wochenendes: Bei einem Pass gelang ihm einer der verrücktesten Würfe des Wochenendes - der am Ende allerdings nicht zählte.

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    Beim 15-von-27-Auftritt gegen Arizona warf Purdy dennoch für 297 Yards und vier Touchdowns und schraubte sein Passer Rating über drei Spiele hinweg auf 133,1 - ligaweit der Bestwert. Seine Passing EPA soll laut Niners Wire zudem die zweitbeste seit der Jahrtausendwende sein, nur hinter Tom Bradys Marke aus dem Jahr 2007.

    Kritiker verweisen auf schwache Gegner

    Nicht jeder ist von der MVP-Kandidatur restlos überzeugt. Zwar gelten die Los Angeles Rams grundsätzlich als gute Defense, doch deren Vorbereitung - inklusive der stark kritisierten Reise nach Australien, die selbst Head Coach Sean McVay im Nachhinein als unklug bezeichnete - wirkte sich negativ aus.

    Auch die beiden folgenden Gegner, die Miami Dolphins und die Arizona Cardinals, zählen laut Effizienz-Statistiken zu den fünf schwächsten Defenses der Liga. Miami ließ zu Hause bereits 24 Punkte gegen die Chiefs sowie 27 Punkte gegen Kirk Cousins und die Raiders zu, während Arizona in der Vorwoche - zusätzlich geschwächt durch eine Verletzung von Ladd McConkey - bereits 31 Punkte gegen Backup Quarterback Drew Lock und die Seattle Seahawks kassierte. So beeindruckend Purdys Zahlen auch sind, hätte er gegen derart schwache Gegner in der Theorie ohnehin dominieren müssen.

    Schwierigerer Prüfstein wartet

    Trotz der Kritik am bisherigen Schedule muss man aber auch festhalten, dass Purdy bei weitem nicht mit der bestmöglichen Offense arbeiten konnte. Seine besten Receiver, unter anderem Mike Evans, De'Zhaun Stribling und Ricky Pearsall) verpassten bereits Spielzeit wegen Verletzungen, auch der Einsatz von Left Tackle Trent Williams in Week 4 bleibt unsicher - Ausfälle, die es Purdy eigentlich hätten schwerer machen sollen. Dennoch zeigte sich der Quarterback bislang mutig und erfolgreich im Passspiel.

    Der Spielplan wird nun deutlich anspruchsvoller. Zunächst wartet Denver, ehe eine Reise nach Seattle folgt - ein Gegner, der Purdy bereits zweimal spät in der vergangenen Saison Probleme bereitete. Genau diese Phase dürfte zum ersten entscheidenden Prüfstein für Purdys MVP-Kandidatur werden. Für den Moment hat der 49ers-Quarterback den Wählern jedenfalls reichlich Grund gegeben, genau hinzuschauen: Innerhalb von drei Spielen hat er sich vom Rand der Diskussion mitten ins Zentrum gespielt.

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    mgs

    Los Angeles Rams
    LOSLA RamsLos Angeles Rams
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    San Francisco 49ers
    SANSan FranciscoSan Francisco 49ers
    San Francisco 49ers
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