22.09.2026
Späte Einsicht nach Australien-Debakel
Nach der deutlichen Niederlage gegen die San Francisco 49ers wollte Sean McVay die ungewöhnliche Anreise der L.A. Rams nicht als Ausrede gelten lassen. Eine Woche später findet der Head Coach wesentlich deutlichere Worte - auf seine eigenen Kosten.

Manchmal benötigt es offenbar nur einen überzeugenden Heimsieg, damit Sean McVay einen Fehler auch öffentlich zugibt. Nach dem 28:6 gegen die New York Giants kam der Head Coach der L.A. Rams noch einmal auf die viel diskutierte Reiseplanung vor dem Saisonauftakt in Australien zu sprechen.
"Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man. Und manchmal hat man einen Vollidioten als Coach, der Reisepläne macht, die sein Team in eine beschissene Ausgangslage bringen", erklärte McVay zum Abschluss seiner Pressekonferenz. Im direkten Anschluss verließ der 40-Jährige das Podium mit einem Lächeln.
Hintergrund: Die Rams waren erst rund 28 Stunden vor dem Kickoff des International Games gegen San Francisco in Melbourne gelandet. Ihr Divisionsrivale hatte dagegen beinahe eine komplette Woche vor Ort verbracht, um sich an die Zeitverschiebung und die lange Reise anzupassen.
Das Ergebnis fiel entsprechend deutlich aus: L.A. wirkte beim 7:27 körperlich wie mental unterlegen und blieb offensiv wie defensiv weit hinter den Erwartungen zurück. Direkt nach der Partie hatte McVay einen Zusammenhang mit der Anreise allerdings noch zurückgewiesen.
"Ich glaube nicht, dass wir deshalb nicht gut genug gespielt haben", erklärte er damals. Gleichzeitig übernahm er grundsätzlich die Verantwortung für den gewählten Ansatz und räumte ein, dass dieser im Rückblick wie ein Fehler wirke.
Vorbereitet worden war das ungewöhnliche Vorgehen über einen langen Zeitraum. Die Rams hatten unter anderem Schlafdaten ausgewertet und die Reise zuvor mit einer kleineren Spielergruppe getestet. Auf dem Platz brachte die minutiöse Planung jedoch nicht das gewünschte Ergebnis.
Gegen die Giants zeigten die Rams nun ein völlig anderes Gesicht. Matthew Stafford warf vier Touchdown-Pässe, Davante Adams übernahm ohne Puka Nacua die Hauptrolle im Passspiel und die Defense erlaubte keinen einzigen Touchdown.
Die Australien-Reise lässt sich damit nicht rückgängig machen. McVays ungewöhnlich deutliche Selbstkritik zeigt aber, dass die Rams ihre Lehre aus dem Experiment gezogen haben. Sollte die NFL das Team noch einmal auf die andere Seite der Welt schicken, dürfte der Flugplan jedenfalls anders aussehen.
mhh