05.09.2026
AFLE-Finale
Nach einer langen AFLE-Saison ist es endlich soweit. Der Gold Bowl 2026 steht vor der Tür und im Finale der ersten AFLE-Saison treffen zwei absolute Spitzenteams aufeinander. Doch während mit den Vienna Vikings die ganze Saison über zu rechnen war, ist der Einzug der Panthers Wroclaw ins Endspiel doch eher eine kleine Überraschung.

Die AFLE-Saison neigt sich dem Ende. Doch bevor die Geschichte der ersten Saison der neuen europäischen Liga in die Geschichtsbücher geschrieben wird, steht vorher noch das große Endspiel an. Im Gold Bowl am Sonntag treffen um 15:30 Uhr in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg zwei starke Teams aufeinander, die sich in zwei spektakulären Halbfinals für das Finale qualifiziert haben.
Im Endspiel treffen am Sonntagnachmittag zwei Teams aus der South/East Conference aufeinander, die die Division nach Belieben dominiert haben. Beide verloren in ihren Conference-Duellen nur jeweils ein Spiel und das gegen den jeweils anderen. Während die Vikings allerdings nur diese eine Niederlage hinnehmen mussten, verloren die Panthers ein weiteres Spiel in der Regular Season bei der desaströsen Niederlage gegen Rhein Fire.
In den Playoffs zeigten beide Teams dann jedoch ihr Durchsetzungsvermögen.
Im ersten Halbfinale der AFLE trafen die Wiener im eigenen Stadion auf die London Warriors. Als klarer Favorit dominierten die Vikings das Spiel und erzielten 71 Punkte gegen eine überforderte Defense. Die Warriors gaben sich jedoch nicht so leicht geschlagen und stellten die Vikings-Defense ebenfalls vor einige Probleme. Am Ende konnten die Gäste trotz deutlicher Unterlegenheit 34 Punkte aufs Board bringen und den Vikings ihre Probleme in der Defense aufzeigen.
Das zweite Halbfinale entwickelte sich zu einem Thriller zwischen den Panthers und Rhein Fire. Nach einem wilden Schlagabtausch mit vielen Highlight-Plays lag Rhein Fire zum Ende des dritten Quarters noch mit 27:34 in Führung und konnte zu Beginn des letzten Viertels die Führung sogar noch auf 27:40 ausbauen. Doch die Panthers drehten noch einmal auf und erzielten kurz vor Schluss den entscheidenden Touchdown zum 41:40. Den letzten Drive konnte Rhein Fire nicht mehr nutzen und so sicherten sich die Panthers das Finalticket.
In der Regular Season spielten die beiden Finalisten zweimal gegeneinander. In beiden Spielen zeigten die Teams ihre Qualität und ihr Können. In Woche 2 der Saison trafen die beiden Teams erstmals in der AFLE aufeinander. Das Spiel entwickelte sich zu einer deutlichen Demonstration der Vikings. Mit 23:42 schlugen die Österreicher die Polen und zementierten ihre Vormachtstellung.

Im zweiten Duell verlief die Partie jedoch ganz anders. Im Wiener-Sport-Club-Stadion sahen die Zuschauer einen starken Start der Vikings, die nach dem ersten Quarter mit 21:7 in Führung lagen. Bis zur Halbzeit waren die Panthers aber bereits auf 28:20 herangekommen. Während es die Gäste immer wieder zu Punkten schafften, verlief sich die Offensivpower der Wiener im Sand. Nur drei Punkte konnte das Team in der zweiten Halbzeit erzielen. Die Panthers nutzten das aus und sicherten sich einen 31:34-Sieg.
In der ersten AFLE-Saison zeigten sich die Vikings als klar stärkstes Team. In der anspruchsvolleren South/East Conference erzielten die Vikings die meisten Punkte der Liga und ließen im Gegenzug auch noch die wenigsten zu. Die Panthers hingegen landeten in beiden Kategorien nur auf Platz 3, hinter Rhein Fire aus der etwas leichteren North/West Conference.
Bei den Total Yards liegen die Panthers allerdings mit 5085 Yards auf Platz 2 hinter den Vikings mit 5695 Yards. Als klare Stärke gilt bei den Panthers das Laufspiel. Mit 2091 Rushing Yards liegt das Team nur ganz knapp hinter den Vikings mit 2184 Yards. Während bei den Wienern besonders Albert Wiesigstrauch (718 Yards) und Karri Pajarinen (684 Yards) die Hauptlast im Laufspiel tragen, verteilt sich dies bei den Panthers auf Bartosz Woch (544 Yards), Kamil Kotlarz (520 Yards), Dawid Brzozowski (472 Yards) und Quarterback Jameson Wang (419 Yards).
Im Passing Game haben beide Teams exzellente Passgeber auf ihrer Seite. Wang beendete die Regular Season mit 3028 Passing Yards auf Platz 2 der meistgeworfenen Yards hinter Jakeb Sullivan von Berlin Thunder. Zudem warf er 41 Passing Touchdowns und nur drei Interceptions. Auf der anderen Seite lieferte Ben Holmes fast genauso herausragend ab. 2699 Yards, 33 Touchdowns und ebenfalls nur drei Interceptions zeigen die herausragende Qualität des Quarterbacks. Zudem spielte er häufig bei hohen Führungen nicht das gesamte Spiel zu Ende und Backup Nico Hrouda kommt ebenfalls auf 850 Yards und neun Touchdowns, wobei er nie zum Gegner warf. Im Gegensatz zu Holme bringt Wang aber eine Dual-Threat-Fähigkeit mit, die doppelte Gefahr ausstrahlt.

Bei den Receivern ist die Strategie der beiden Teams sehr unterschiedlich. Bei den Panthers gibt es einen ganz klaren Nummer-1-Receiver. Michael Harley Jr. fing bei 101 Targets insgesamt 70 Bälle für 1152 Yards und 20 Touchdowns. Damit belegt er in Yards und Touchdowns Platz 2 hinter Jon Cole von Berlin Thunder. Holmes bei den Vikings hingegen verteilt seine Bälle auf viele verschiedene Anspielstationen. Yannick Mayr (634 Yards, 8 TD), Darrell Stewart (570 Yards, 10 TD) und Noah Touré (433 Yards, 4 TD) sind die beliebtesten Anspielstationen im Team der Österreicher.
In der Defense treten zwei absolute Top-Units gegeneinander an. Die Vikings ließen pro Spiel im Schnitt nur 15 Punkte zu - ein grandioser Wert und Topwert der Liga. Die Panthers kassierten pro Spiel hingegen 20,75 Punkte - Platz 3. Auch bei den gesamt zugelassenen Yards haben die Vikings die Nase vorn. 2938 Yards ließ das Team zu, während die Polen 3480 Yards zuließen. Dabei zeigten die Panthers aber eine deutlich bessere Passverteidigung und kassierten nur 186,42 Yards pro Spiel - Bestwert in der Liga, während die Vikings 206,67 Yards zuließen. In der Run-Defense überzeugten jedoch die Vikings besonders stark. Nur 693 Yards erlaubte das Team gegnerischen Angriffen am Boden - die Panthers ließen 1344 Yards über die gesamte Saison zu. Zudem generierten die Vikings mit 33 Sacks deutlich mehr Druck auf den Quarterback als die Panthers mit nur 21 Sacks. Auch bei den Turnovern haben die Vikings den Vorteil. 24-mal konnte das Team einen Ballgewinn der Defense feiern, die Panthers erreichten nur 14 Turnover.
Alles in allem gehen die Vikings als Favorit in die Partie. Statistisch und vom Eyetest her sind sie das beste Team der Liga. Allerdings spielten die Panthers im Halbfinale auch gegen das leicht favorisierte Rhein Fire und konnten dennoch am Ende den Sieg und den Einzug ins Finale feiern. Wer am Ende die Trophäe der AFLE zum allerersten Mal in die Höhe strecken wird, wird sich am Sonntag ab 15.30 Uhr entscheiden, wenn beide in Duisburg in der Schauinsland-Reisen-Arena zum Gold Bowl aufeinandertreffen.
nhu