17.10.2026
Top-5-Duell in Bloomington
Am Samstag um 18 Uhr deutscher Zeit auf DAZN treffen zwei der besten Teams des Landes aufeinander: Indiana (#5) empfängt Ohio State (#4) im Memorial Stadium zu einem Rematch des vergangenen Big-Ten-Championship-Games - und zu einem Duell, das man sich als Football-Fan nicht entgehen lassen sollte.

Es ist die Begegnung der vergangenen beiden National Champions, es ist ein Top-5-Duell, und es ist die erste Partie zwischen zwei Top-5-Teams in der gesamten Geschichte des Memorial Stadium. Beide Teams bringen makellose Big-Ten-Bilanzen mit: Ohio State steht bei 5:1 (3:0 in der Conference), Indiana bei 6:0 (ebenfalls 3:0). Die Hoosiers reisen dabei mit der längsten aktiven Siegesserie der gesamten FBS (22 Spiele) sowie der längsten aktiven Heimserie (19 Spiele) an.
Besondere Brisanz erhält das Duell durch die jüngste gemeinsame Geschichte: Im Big-Ten-Championship-Game 2025 gewann Indiana mit 13:10 gegen Ohio State - der erste Sieg der Hoosiers gegen die Buckeyes seit 1988 und zugleich das Ende einer 31-Spiele-Negativserie. Insgesamt führt Ohio State die historische Bilanz dennoch deutlich mit 80-13-5, unter Head Coach Ryan Day sogar mit 274:97 Punkten in den bisherigen sechs Duellen.
Im Zentrum der Ohio-State-Offense steht weiterhin Jeremiah Smith, national auf Rang zwei bei Receptions, Yards und Touchdowns. Mit 916 Receiving-Yards und elf Touchdowns bei bereits 48 Catches hat sich der Junior längst in die Heisman-Debatte gespielt - sein nächstes 100-Yard-Spiel wäre bereits sein 16. der Karriere und würde ihn an Marvin Harrison Jr. als besten Wert der Schulgeschichte vorbeiziehen. Quarterback Julian Sayin komplettierte bislang über 71 Prozent seiner Pässe für 1772 Yards, 17 Touchdowns und nur zwei Interceptions.
Auf der anderen Seite verfügt Indiana mit Charlie Becker (30 Catches, 529 Yards, acht Touchdowns) und Nick Marsh (29 Catches, 528 Yards, sechs Touchdowns) über ein ebenbürtiges Receiver-Duo. Marsh erzielte erst in der Vorwoche gegen Nebraska zwei entscheidende Touchdowns über 75 und 44 Yards zum Comeback-Sieg. Quarterback Josh Hoover, Nachfolger des zum Nummer-eins-Pick gedrafteten Fernando Mendoza, kommt bislang auf 1364 Yards, 17 Touchdowns und noch keine einzige Interception - ligaweit nur ein zweiter Quarterback (Miamis Darian Mensah) erreicht diese Kombination.

Trotz der prominenten Namen im Passspiel dürfte das Duell klassisch in den Trenches entschieden werden. "Wenn man das Laufspiel stoppt und ihnen quasi die Beine wegzieht, müssen sie anfangen, linkshändig zu spielen - Dinge zu tun, die untypisch für sie sind. Ich glaube, darauf konzentrieren wir uns", erklärte Indiana-Linebacker Isaiah Jones die eigene Defensiv-Philosophie. Ohio State wurde in den letzten drei Niederlagen bei den Rushing-Yards geschlagen, auch im Championship Game gegen Indiana (58 zu 118 Yards). Zuletzt zeigte sich jedoch eine deutliche Verbesserung: Beim 45:16 gegen Maryland lief Ohio State trotz einer verletzungsgeplagten Offensive Line für 207 Yards und zwei Touchdowns, angeführt von Bo Jackson mit seinem ersten 100-Yard-Spiel der Saison.
Indiana wiederum lief in der vergangenen Woche gegen Nebraska mit nur 65 Yards so wenig wie seit dem Playoff-Aus bei Notre Dame 2024 nicht mehr - ein Umstand, den Head Coach Curt Cignetti gegen Ohio State keinesfalls wiederholt sehen will. "Wir nennen das 'die Mathematik verändern'", beschrieb Left Tackle Carter Smith, amtierender Big-Ten-Offensive-Lineman-of-the-Year, das Konzept der Hoosiers. "Wir ziehen die Jungs gerne nach außen und laufen an den Rand, weil Turbo und Lee wissen, wie man aufs Gas drückt." Statistisch untermauert: Indiana liegt national auf Rang drei bei Sacks, Rang acht bei Tackles for Loss und lässt nur 75,0 Rushing-Yards pro Spiel zu - gegenüber Ohio States Rang 89 bei Sacks und Rang 87 bei Tackles for Loss.
Beide Teams gehen nicht komplett gesund in die Partie. Bei Ohio State fällt mit Ja'Kobi Jackson der zweitbeste Rusher (354 Yards, sechs Touchdowns) aus, zudem fehlt Right Tackle Austin Siereveld bereits das zweite Spiel in Folge - Gabe Van Sickle rückte dafür bereits in der Vorwoche auf Tackle, während Jake Cook seinen ersten Karrierestart gab. Auch in der Receiver-Gruppe fehlten zuletzt mit Devin McCuin und Brandon Inniss zwei Starter. Bei Indiana bleibt Tight End Andrew Barker draußen, während Running Back Khobie Martin - seit Week 1 verletzt - erstmals wieder mit einer anderen Bezeichnung als "out" (doubtful) geführt wird und damit kurz vor seiner Rückkehr steht.
Das Duell markiert gleich mehrere Premieren: Es ist die erste Begegnung zweier Top-5-Teams überhaupt im Memorial Stadium - noch nicht einmal zwei Top-10-Teams haben dort je gegeneinander gespielt. Ein Indiana-Sieg würde zudem die Siegesserie auf 23 Spiele ausbauen und damit zur zweitlängsten der Big-Ten-Geschichte hinter Ohio States eigener Serie aus den Jahren 2014/2015 werden. "Ich bin froh, dass wir zu Hause spielen. Wir brauchen unser Publikum wirklich laut und sehr involviert", sagte Cignetti. "Wir müssen ihnen Gründe dafür liefern. Sie müssen laut sein, richtig laut."
Für beide Teams steht dabei weit mehr auf dem Spiel als nur die eigene Bilanz: Der Sieger verschafft sich einen deutlich einfacheren Weg sowohl in Richtung Playoff-Seeding als auch zurück ins Big-Ten-Championship-Game - und damit die Chance auf ein mögliches drittes Kapitel dieser noch jungen, aber bereits intensiven Rivalität.
mgs