30.09.2026
College Football Matchup im Fokus
Zwei der gefragtesten Wide-Receiver-Prospects des College Footballs treffen am Sonntag direkt aufeinander: Charlie Becker von den Indiana Hoosiers und KJ Duff von den Rutgers Scarlet Knights gelten beide als mögliche Erstrunden-Picks im NFL Draft 2027 - und liefern sich dabei zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Saisons.

Während Jeremiah Smith von Ohio State in den aktuellen Draft-Boards unangefochten die Nummer eins unter den Wide Receivern der Klasse 2027 ist, gilt das Rennen um die Plätze dahinter als völlig offen. Neben Namen wie Ryan Coleman-Williams und Cam Coleman zählen auch Becker und Duff für viele Scouts bereits jetzt zu den Top-fünf-Receivern des kommenden Jahrgangs - beide mit realistischen Chancen auf einen Erstrunden-Pick.
Bei Indiana sticht vor allem die Effizienz von Charlie Becker heraus. Mit nur 19 Receptions liegt er national lediglich auf Rang 69, kommt aber dennoch auf 370 Receiving-Yards - Platz 19 des Landes. Sein Schnitt von 19,47 Yards pro Catch reiht ihn auf Rang 36 ein, während seine sechs Touchdown-Catches ligaweit auf Platz vier stehen. In der vergangenen Saison führte er das gesamte College zudem mit einer Contested-Catch-Rate von 77 Prozent an - ein Beleg für seine Zuverlässigkeit bei umkämpften Bällen. Gegen Western Kentucky kam er zuletzt auf fünf Receptions für 127 Yards und einen Touchdown. Bemerkenswert dabei: Nach dem Spiel fragte Becker seinen Offensive Coordinator Mike Shanahan zuerst nicht nach seinen Fängen, sondern nach seinem Blocking. "Die erste Frage, die ich Coach Shanny gestellt habe, als wir in die Kabine kamen, war: 'Wie sah mein Blocking aus?' und 'Habe ich mich überhaupt verbessert?'"
Genau dieser Aspekt ist bei Indiana kein Zufall. Head Coach Curt Cignetti, der von 2007 bis 2010 als Receiver-Coach bei Alabama arbeitete, legt großen Wert auf das Blocking seiner Receiver-Gruppe. "Das ist etwas, das wir betonen. Ich als ehemaliger Receiver-Coach bei Alabama, wo wir eigentlich nur geblockt haben, ich dränge diesen Punkt bei den Receivern hart, je näher der Spieltag rückt", so Cignetti. Becker und sein Receiver-Kollege Nick Marsh (16 Catches, 221 Yards) haben maßgeblich dazu beigetragen, dass Indiana trotz des Verlusts seiner beiden Top-Läufer aus der Vorsaison auf ein Top-20-Laufspiel mit 233,5 Rushing-Yards pro Spiel kommt. Für NFL-Scouts dürfte genau diese Vielseitigkeit - explosive Big-Play-Fähigkeit kombiniert mit Bereitschaft zur Drecksarbeit im Laufspiel - ein zusätzliches Argument für Becker als kompletten Receiver-Prospect sein.
Auf der anderen Seite steht KJ Duff, der bei Rutgers eine völlig andere Rolle einnimmt. Der 6'6" (1,98m) große Junior kommt bereits auf 550 Receiving-Yards (Platz vier landesweit) bei 29 Receptions (Platz acht) und teilt sich mit Jeremiah Smith die ligaweite Führung bei den Touchdown-Catches (7). Gegen USC kam er zuletzt auf sieben Receptions für 86 Yards und einen Touchdown, gegen Howard in Week 4 auf fünf Receptions für 131 Yards und ebenfalls einen Touchdown. Während Becker vor allem durch Effizienz und Vielseitigkeit überzeugt, ist es bei Duff die physische Dominanz und schiere Statur, die Scouts aufhorchen lässt - eine Kombination aus Größe, Balleroberung im Kontakt und Explosivität, die ihn zu einem der gefragtesten Downfield-Threats des Landes macht.
Indiana-Head-Coach Cignetti äußerte sich bereits vor dem Duell respektvoll über Duffs Ausnahmeklasse: "KJ Duff ist ein erstklassiger Receiver, und ihre anderen Receiver entwickeln sich. Sie haben mit Antwan Raymond einen guten Running Back. Offensive Coordinator Kirk Ciarrocca macht einen guten Job mit dieser Offense. Greg Schiano ist offensichtlich ein großartiger Coach."
Sportlich könnte die Ausgangslage kaum unterschiedlicher sein: Titelverteidiger Indiana (4:0) reist mit einer Siegesserie von 20 Spielen als haushoher Favorit nach Piscataway, während die Rutgers (1:3) nach einer überraschenden Auftaktniederlage gegen UMass erst durch einen Kantersieg gegen Howard in die Spur zurückfand.
Unabhängig vom Ausgang der Partie selbst dürfte das direkte Duell zwischen Becker und Duff für viele NFL-Scouts einer der spannendsten Teilaspekte des Spieltags sein - zwei völlig gegensätzliche, aber gleichermaßen vielversprechende Receiver-Prospects, die sich in der kommenden Draft-Klasse durchaus Hoffnungen auf einen Platz in der ersten Runde machen dürfen.
mgs