12.08.2026
Spannung im Norden
Am Wochenende kam es zum ersten Fernduell in der German Football League zwischen den Kiel Baltic Hurricanes, Berlin Rebels, Braunschweig Lions und Düsseldorf Panthern. Keines der vier Teams konnte mit einem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Wer hat daher die besten Karten, um in den letzten Wochen die Relegation zu vermeiden?

Während Braunschweig und Berlin immerhin noch zählbares aufs Scoreboard bringen konnten, erlebten sowohl die Panther als auch die Baltic Hurricanes einen punktlosen "Sweep". Selbst gegen die klaren Titelanwärter Schwäbisch Hall Unicorns und Potsdam Royals war das viel zu wenig, um daraus Mut im Abstiegskampf zu schöpfen. Denn der restliche Schedule lässt zumindest für drei der vier abstiegsbedrohten Teams aus der GFL Nord nur wenige Chancen auf wichtige Siege zu.
Bereits am nächsten Spieltag geht es für Braunschweig zu Hause gegen Potsdam. Für die Lions gibt es da, aufgrund des deutlichen Ungleichgewichts zwischen der eigenen Defense und der Offense der Royals, erwartungsgemäß wenig zu holen, was das direkte Duell zwischen den Rebels und den Panthern in Charlottenburg umso bedeutsamer erscheinen lässt.
Wer hier das "Sechs-Punkte-Spiel" gewinnt, sichert sich für das Restprogramm einen deutlichen Vorteil. Ähnliches gilt für die Kieler. Sie gehen als Underdog ins Spiel gegen die Pforzheim Wilddogs. Nutzen sie jedoch ihren Heimvorteil aus, sind es plötzlich die Braunschweiger, die sich die größten Sorgen um die Relegation machen müssen.
Die Niedersachsen müssten dann eine Woche später vom Sofa aus zusehen, wie sich Düsseldorf bei einem Sieg in Kempten gegen die Allgäu Comets endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden könnte. Mit einem Erfolg der Baltic Hurricanes über Potsdam ist hingegen nicht zu rechnen. Dafür erlaubt das Team einfach zu viel in der eigenen Run Defense. Es bleibt daher spannend bis zum letzten Spieltag.
Kiel empfängt zum Saisonabschluss die Hildesheim Invaders und müsste sich auf einen wilden Shootout einstellen, dem die eigene Offense eher nicht gewachsen ist. Düsseldorf spielt zu Hause gegen die Straubing Spiders. Drauf an, kommt es daher im direkten Duell in der Bundeshauptstadt zwischen den Rebels und Lions. Da Berlin danach noch ein Nachholspiel absolviert, muss Braunschweig mit Blick auf alle Restprogramme dieses Spiel unbedingt gewinnen, wollen sie die Relegation aus eigener Kraft vermeiden.
Dass die Lions überhaupt bis zum letzten Spieltag ihr Schicksal in den eigenen Händen halten, spricht für den besonderen Charakter dieser neuformierten Mannschaft. Leidenschaft und Aufopferungsbereitschaft, die andere Teams im Tabellenkeller zuweilen in diesem Jahr vermissen ließen, sind zum Markenzeichen der Truppe um den neuen Head Coach Brayden McCombs geworden.

Auf die Rebels kommt es daher am Schluss an. Nominell dürfen sie mit der Relegation nichts zu tun bekommen. Doch sie befinden sich drei Wochen vor Saisonende mittendrin im Abstiegskampf, weil sie ihr eigentliches Prunkstück, den Lauf, nicht in Gang bekommen und gleichzeitig zu viele Strafen kassieren. Wie alle anderen Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen, kann sie ihr Weg dennoch in die Playoffs führen. Doch bevor man davon träumen darf, muss zunächst die Pflicht erfüllt werden. Quarterback Ty Fields und Runningback "Naz" Bombata müssen ihrer Rolle als Führungsspieler gerecht werden
Wie bereits in der letzten Woche erwähnt, ist der Gang in die Relegation mit einem fünfstelligen finanziellen Aufwand verbunden. Geld, das für den Etat im kommenden Jahr fehlt, wenn die GFL die Anzahl der Teams weiter kürzt. Die Relegation ist daher längst nicht gleichbedeutend mit dem Abstieg. Doch niemand will mit einer vermeidbaren Hypothek in die nächste wichtige Spielzeit gehen.
| Platz | Team | Punkte | Rekord |
|---|---|---|---|
| 1 | Dresden Monarchs | 369:132 | 10-0 |
| 2 | Potsdam Royals | 403:79 | 8-1 |
| 3 | Hildesheim Invaders | 263:189 | 6-2 |
| 4 | Düsseldorf Panther | 140:259 | 3-6 |
| 5 | Braunschweig Lions | 247:340 | 3-7 |
| 6 | Berlin Rebels | 132:262 | 2-6 |
| 7 | Kiel Baltic Hurricanes | 128:258 | 2-7 |
Trotz des schweren Restprogramms zähle ich auf die Moral der Lions und Quarterback Ryon Thomas. Düsseldorf hat mit zwei machbaren Aufgaben gegen den Süden das leichteste Restprogramm und außerdem das direkte Duell mit Berlin vor der Brust. Kiels Chancen, den Relegationsplatz zu verlassen, schwinden bei einer Niederlage am nächsten Spieltag gegen Pforzheim ins Unermessliche. Berlin wäre dann gerettet und würde den Kopf ohne eigene Leistung aus der Schlinge ziehen. Schmeichelhaft, da man sich eigentlich als Playoff-Team sehen sollte.
Philipp Forstner