20.05.2026
Kampfansage
Running Back Cam Skattebo geht mit riesigen Zielen in seine zweite NFL-Saison. Trotz seiner schweren Beinverletzung aus dem vergangenen Jahr will der junge Shootingstar der New York Giants pünktlich zu Week 1 zurückkehren - und hat dabei direkt eine historische Marke im Blick.

Cam Skattebo sorgte bereits in seiner Rookie-Saison für Aufsehen. Trotz einer schweren Beinverletzung kam der Running Back der New York Giants in acht Spielen auf 410 Rushing Yards und fünf Touchdowns bei 101 Läufen.
Doch für den 24-Jährigen reicht das längst nicht aus. "Ich betrachte das nicht als erfolgreiche Saison für mich", erklärte Skattebo gegenüber der Associated Press. "Ich hatte 400 Yards mit 100 Carries. Wenn ich dieses Jahr 17 Spiele oder mehr mache, werden das 300 Carries für über 2000 Yards."
Mit diesem Ziel würde Skattebo NFL-Geschichte schreiben.
Nur neun Running Backs erreichten jemals eine Saison mit mindestens 2000 Rushing Yards. Zuletzt gelang dies Saquon Barkley im Jahr 2024. Den NFL-Rekord hält weiterhin Eric Dickerson mit 2105 Yards aus der Saison 1984.
Eine 2000-Yard-Saison würde Skattebo also direkt in die Top 10 der besten Rushing-Seasons der NFL-Geschichte katapultieren.
Auch bei den Giants wäre das historisch. Den Franchise-Rekord hält bis heute Tiki Barber mit 1860 Rushing Yards aus der Saison 2005. Selbst Saquon Barkleys beste Giants-Saison lag mit 1312 Yards deutlich unter der magischen 2000er-Marke.
So spektakulär die Ansage klingt, so schwer wäre dieses Ziel zu erreichen. Um in einer 17-Spiele-Saison auf 2000 Yards zu kommen, müsste Skattebo durchschnittlich rund 118 Rushing Yards pro Spiel erzielen.
Zum Vergleich: Kein einziger Running Back der NFL kam vergangene Saison überhaupt auf durchschnittlich 100 Yards pro Partie.
Die meisten Yards pro Spiel hatte James Cook von den Buffalo Bills mit 95,4. Hochgerechnet auf 17 Spiele entsprach das 1621 Rushing Yards - also immer noch fast 400 Yards weniger als Skattebos Ziel.
Oder anders gesagt: Selbst wenn Skattebo vergangene Saison die Liga als bester Rusher angeführt hätte, wäre er noch deutlich von der 2000-Yard-Marke entfernt gewesen.
Auch wenn der junge Star aus dem Big Apple mit diesem Ziel nach den Sternen greift, wird es wohl extrem schwer, diese Marke tatsächlich zu erreichen.
Die Giants haben in dieser Offseason zwar gezielt daran gearbeitet, die Voraussetzungen für ein dominantes Laufspiel zu verbessern. Gerade die Offensive Line wurde weiter verstärkt, zusätzlich soll das neue offensive System mehr Balance und Unterstützung für das Run Game bringen. Auch Quarterback Jaxson Dart könnte mit seiner Entwicklung dafür sorgen, dass Defenses künftig weniger aggressiv gegen den Lauf verteidigen können.
Doch realistisch betrachtet sind die Bedingungen in New York zwar besser geworden, aber weiterhin nicht ideal für eine historische 2000-Yard-Saison. Dart läuft selbst gerne mit dem Ball, was automatisch Volumen von Skattebo wegnehmen dürfte. Zudem ist der neue Offensive Coordinator Matt Nagy nicht unbedingt dafür bekannt, ein extrem explosives Laufspiel aufzubauen.
Und letztlich dürfte vor allem eine Sache zur größten Hürde werden: Skattebo besitzt nicht den Home-Run-Speed eines Saquon Barkley, der seine 2000-Yard-Saison vor allem durch zahlreiche explosive Läufe über 50+ Yards erreichte. Skattebo ist dagegen deutlich mehr ein klassischer Power Back als ein Speed Back.

Wenn man allerdings auf Scrimmage Yards blickt - also Rushing- und Receiving-Yards kombiniert - wirkt ein 2000-Yard-Output deutlich realistischer. Denn neben seinen Qualitäten als Power Runner ist Skattebo auch ein sehr starker Receiving Back.
Cam Skattebos Ziel ist extrem ambitioniert - wahrscheinlich sogar unrealistisch.
Doch genau eine solche Mentalität erwarten Teams oft von ihren jungen Stars. Und klar ist auch: Wenn es einen Spieler gibt, der genau diese Mentalität verkörpert, dann ist es Skattebo.
Ob er am Ende wirklich NFL-Geschichte schreiben kann, bleibt offen. Die Voraussetzungen für eine deutlich produktivere zweite Saison scheinen in New York allerdings definitiv vorhanden zu sein.
val