25.02.2026
"Ich kann mich nicht an eine bessere Saison erinnern"
Roger Goodell hat in seiner Laufbahn mehr als vier Jahrzehnte NFL-Geschichte begleitet - zunächst als Funktionär, später als Commissioner. Entsprechend selten äußert er sich mit Superlativen über eine einzelne Spielzeit. Im Podcast mit Amon-Ra und Equanimeous St. Brown blickt er auf die vergangene Saison zurück und erklärt, warum sie aus seiner Sicht strukturell, sportlich und wirtschaftlich besonders bemerkenswert war.

War es wirklich die beste Saison aller Zeiten? NFL-Commissioner Roger Goodell zögert nicht lange mit seiner Antwort. Im Podcast mit Amon-Ra und Equanimeous St. Brown spricht er ungewöhnlich offen über Wettbewerbsparität, globale Reichweite, sportliche Qualität - und erklärt, warum ihn diese Spielzeit nach über vier Jahrzehnten im Profi-Football besonders beeindruckt hat.
"Es war eine der größten Saisons, an die ich mich erinnern kann", sagt er - und betont, dass er mittlerweile auf seine 44. Saison in der Liga zusteuere. Er habe viel Football gesehen. "Aber ich kann mich nicht an eine bessere Saison für die Fans, für die Klubs und für unsere Partner erinnern."
Was ihn besonders begeisterte, war die Unberechenbarkeit. Es seien "verrückte, unvorhersehbare Dinge passiert, die einfach Spaß machen für die Fans". Genau diese Dynamik habe die Saison getragen.
Für Goodell ist nicht Dominanz das Qualitätsmerkmal einer Liga - sondern Durchlässigkeit. "Sieben neue Division-Sieger" habe es gegeben. Teams seien von "letzter auf erste" Plätze gesprungen - und umgekehrt. Genau diese Wettbewerbsparität mache die NFL aus.
Besonders gefallen habe ihm, dass "zwei Teams im Super Bowl standen, die im Jahr zuvor nicht einmal die Playoffs erreicht hatten". Für Goodell ist das der Beweis, dass das System funktioniert.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Liga sei "wirklich entscheidend". Salary Cap, Draft-System und Konsensmodell sorgten dafür, dass Titelchancen breit verteilt bleiben. Das sei kein Zufall, sondern strukturelle Stärke.
Der Höhepunkt war erneut der Super Bowl - organisatorisch wie sportlich. "Er wird jedes Jahr größer", sagt Goodell. Die Herausforderungen und die Komplexität nähmen stetig zu. Doch genau das sei der Reiz: Wenn am Spieltag alles zusammenkommt, "das ist der Spaß".
San Francisco habe einen großartigen Job gemacht. Entscheidend sei, dass beide Teams ihr bestes Football zeigen. Und am Ende bekamen die Sieger "das, was sie verdienen - eine Weltmeisterschaft".
Auch die Halftime Show sei Teil dieser globalen Inszenierung. Man habe noch nie einen Künstler ausgewählt, den wirklich alle lieben. Seine Aufgabe sei es vielmehr, jemanden zu finden, der die Welt verbinden könne. In diesem Jahr sei das gelungen.
Goodell richtet seinen Blick nicht nur auf die Struktur, sondern auch auf die Spieler. "Ihr haut mich immer wieder um mit dem, was ihr auf dem Feld leistet", sagt er im Gespräch mit den St. Brown-Brüdern. Doch genauso wichtig sei das Verhalten außerhalb des Feldes. Es gehe um Hochleistung - in jeder Hinsicht.
Trotz 17 Saisonspielen höre er von vielen Profis, dass sie sich schneller erholen und sich nach der Saison besser fühlen als früher. Die medizinische Betreuung und die Trainingsmethoden hätten sich weiterentwickelt. Die Skepsis beim Übergang von 16 auf 17 Spiele sei heute praktisch verschwunden.
Die Saison sei nicht nur sportlich stark gewesen, sondern auch international besonders populär. Die Unberechenbarkeit habe weltweit Aufmerksamkeit erzeugt. Für Goodell ist die Mischung entscheidend: sportliche Qualität, dramatische Wendungen, wirtschaftliche Stabilität und globale Reichweite.
Unterm Strich bleibt eine klare Bewertung. "Ich kann mich nicht an eine bessere Saison erinnern." Eine Aussage, die angesichts von 44 Jahren NFL-Erfahrung Gewicht hat.
mgs