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    NFL

    vor 5 Stunden

    Spieler bevorzugen natürlichen Untergrund

    Höheres Verletzungsrisiko? NFL verteidigt Kunstrasen

    Die NFL erkennt in ihren Verletzungsdaten der vergangenen drei Jahre keinen Unterschied zwischen Natur- und Kunstrasen. Viele Spieler halten den natürlichen Untergrund dennoch für schonender. Durch die Fußball-WM hat die Debatte neue Nahrung erhalten.

    Die Debatte um Naturrasen und Kunstrasen in der NFL geht weiter
    Die NFL sieht in ihren Verletzungsdaten keinen Nachteil für Kunstrasen. Kirby Lee-Imagn Images

    Naturrasen oder Kunstrasen? Die Diskussion über den besseren Untergrund begleitet die NFL seit Jahren. Während zahlreiche Spieler einen Wechsel zu natürlichen Spielflächen fordern, sieht die Liga dafür zumindest mit Blick auf das unmittelbare Verletzungsrisiko weiterhin keinen statistischen Grund.

    Jeff Miller, Executive Vice President der NFL, verwies am Donnerstag erneut auf die von der Liga erhobenen Daten. "In den vergangenen drei Jahren gab es weder insgesamt noch in einzelnen Verletzungskategorien einen Unterschied zwischen den beiden Untergründen", erklärte Miller in einer Medienrunde.

    Spieler empfinden Naturrasen als schonender

    Damit ist die Debatte allerdings längst nicht beendet. Viele Spieler bevorzugen Naturrasen, weil sie ihn als weniger belastend für den Körper empfinden und sich nach Spielen auf natürlichem Untergrund schneller erholt fühlen. Kunstrasen wird unter den Profis dagegen häufig als härter wahrgenommen.

    Auch die Aussagekraft der Verletzungsstatistik ist umstritten. Denn nicht jede Verletzung entsteht zwingend in dem Moment, in dem sie während eines Spiels auftritt. Verschleiß und wiederholte Belastungen können sich über einen längeren Zeitraum summieren, ehe ein Muskel, Band oder Gelenk schließlich nachgibt. Solche möglichen Langzeitfolgen lassen sich in einer reinen Gegenüberstellung der Verletzungszahlen natürlich nur schwer abbilden.

    WM zeigt Möglichkeiten für NFL-Stadien

    Miller wies außerdem darauf hin, dass die bei der Fußball-WM verwendeten Rasenflächen den Belastungen eines NFL-Spiels nicht dauerhaft standhalten würden. American Football stelle durch das höhere Gewicht der Spieler, die zahlreichen direkten Duelle und die starke Beanspruchung einzelner Bereiche andere Anforderungen an den Untergrund.

    Das bedeutet jedoch nicht grundsätzlich, dass Naturrasen in NFL-Stadien unmöglich wäre. Die WM hat vielmehr gezeigt, dass selbst in geschlossenen oder überdachten Arenen natürliche Spielflächen eingesetzt werden können. Für den dauerhaften NFL-Betrieb wäre allerdings ein speziell auf die Belastungen im Football ausgelegtes Rasensystem notwendig.

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    Umbau wäre für Eigentümer kostspielig

    Die entscheidende Frage ist damit auch eine finanzielle. Um Naturrasen in modernen Mehrzweckarenen zu schützen, müssten einige Klubs kostspielige technische Lösungen installieren. Alternativ müssten die Stadionbetreiber auf Konzerte und andere Veranstaltungen verzichten, die wichtige zusätzliche Einnahmen bringen.

    Das Thema könnte deshalb bei den nächsten Verhandlungen zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA eine Rolle spielen. Die Liga dürfte darauf drängen, mögliche Umbaukosten und Einnahmeverluste nicht allein tragen zu müssen.

    Bewegung könnte zunächst bei einzelnen Teams entstehen. Der künftige Seahawks-Eigentümer Vinod Khosla hatte zuletzt zumindest die Bereitschaft erkennen lassen, einen Wechsel von Kunstrasen zu Naturrasen in Seattle zu prüfen. Der Druck der Spieler dürfte sich deshalb zunehmend auf jene Eigentümer richten, die eine Umrüstung ihrer Stadien grundsätzlich in Betracht ziehen.

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