vor 4 Stunden
Takeaways aus Week 6
Während einige NFL-Teams in Woche 6 ihre Bye Week hatten, standen für den Rest der Liga die nächsten Spiele auf dem Programm. Der Spieltag bot eine der bislang größten Überraschungen der Saison, spektakuläre Aktionen, folgenschwere Fehler und eine Schocknachricht, die den weiteren Saisonverlauf entscheidend beeinflusst. Das sind die zehn wichtigsten Erkenntnisse aus Week 6.

Eine der größten Sensationen der bisherigen Saison. Spektakuläre Plays. Fatale Fehler. Und eine schockierende Nachricht, die eine ganze Saison auf den Kopf stellen könnte. Woche 6 hat wieder einmal zahlreiche Erkenntnisse geliefert, nachdem nun ein Drittel der NFL-Saison offiziell vorbei ist.
Nach der Bye-Week spielten die Chiefs am Sonntag gegen die noch sieglosen Chargers. Und auch wenn auf dem Papier vorher schon klar war, dass es Richtung Kansas City laufen würde, bewiesen die erholten Chiefs erneut, dass mit ihnen ganz oben in der AFC zu rechnen ist. Auch wenn das Team von Patrick Mahomes mit zwei Turnovern nicht das sauberste Spiel gemacht hat, war es abermals Kenneth Walker, der nicht nur erneut zwei Touchdowns erzielen konnte, sondern in einem weiteren 100-Yards-Spiel auch noch für 6,7 Yards im Schnitt gelaufen ist. Damit kam er pro Laufspielzug auf mehr Yards, als Quarterback Justin Herbert im Schnitt pro Passversuch erzielt hat.
Das Team der Chargers hat viele Probleme, und ihr Quarterback ist nicht das größte davon, aber fairerweise muss man festhalten, dass Herbert gerade Dinge veranstaltet, die man von ihm so nicht gewohnt ist. Über die gesamte Saison betrachtet spielt er nicht nur die schlechteste Saison seiner Karriere, sondern im Ligavergleich gibt es auch nicht viele andere Quarterbacks, die nach sechs Spielen schlechter performt haben als er. In jedem seiner Spiele hat er bisher eine Interception geworfen, und auch gegen die Chiefs war erneut eine so schlechte Entscheidung dabei, die man bei ihm vor dieser Saison sonst nur sehr selten gesehen hat.
Auch wenn Herbert nicht das größte Problem dieses Teams ist, ist er mittlerweile auch kein kleines mehr. Zwar spielt er unter wirklich horrenden Umständen, aber gerade sorgt er mit seiner Leistung eher dafür, dass das Team verliert, als dass es durch ihn eine Chance zum Gewinnen bekommt. Nochmal zur Erinnerung: Auch letztes Jahr hat Herbert in sehr schwierigen Umständen gespielt, aber sein Team mit bemerkenswerten Leistungen in die Playoffs getragen.
Die Eagles stehen bei 2-4, und auch schon vor der wirklich erschreckenden Nachricht, dass ihr Quarterback die gesamte Saison wegen Blutgerinnseln und einer Thrombose verpassen wird, war klar, dass die Saison nur sehr schwer zu retten sein würde. Ohne Hurts sollte das Thema in Philadelphia aber endgültig Geschichte sein. Auch wenn kein Team der NFC East gerade dafür sorgt, sich diese schwache Division an sich zu reißen, fehlt den Eagles ohne Hurts für den Rest der Saison schlicht der Weg, das Ruder noch herumzureißen.
Für Philly könnte dieses Fiasko weitreichende Konsequenzen haben. In der kommenden Saison dürfte ein kompletter Neuanfang anstehen, denn es erscheint äußerst unwahrscheinlich, dass Head Coach Nick Sirianni nach all dem weiterhin im Amt bleibt. Die Berichte, die derzeit über die Situation rund um Jalen Hurts ans Licht kommen, machen seine Lage jedenfalls nicht einfacher. Dabei ist klar, dass vermutlich nie sämtliche medizinischen Details öffentlich werden. Und auch ich bin kein Arzt, weshalb ich die gesundheitliche Situation nicht abschließend beurteilen kann.
Trotzdem wirft der geschilderte Ablauf erhebliche Fragen auf: Wenn ein Spieler vor einer Partie ins Krankenhaus gebracht wird und die Anweisung erhält, aufgrund möglicher Risiken nicht normal zu schlafen, wie kann es dann vertretbar sein, ihn schon am nächsten Tag wieder einen Vollkontaktsport ausüben zu lassen? Unabhängig davon, wie die medizinischen Hintergründe im Detail aussehen, hätte aus meiner Sicht spätestens an diesem Punkt der Trainer einschreiten und eine klare Grenze ziehen müssen.
Mit dem starken Sieg in London und einer weiteren starken Performance von Quarterback C.J. Stroud gegen die Jaguars kämpfen sich die Texans zurück in die Saison. Zwar stehen sie immer noch bei 2-4, aber die Titans wirken dieses Jahr zahnlos, die Colts haben ihre ganz eigenen Probleme, die sie jüngst erst anzugehen versucht haben, indem sie sich von GM Chris Ballard getrennt haben, und die Jaguars stehen mit 4-2 an der Spitze der AFC South.
Auf den ersten Blick scheint die Ausgangslage schwierig. Zwei Spiele Rückstand sind eine Menge, und im weiteren Saisonverlauf bleibt kaum noch Raum für Fehler. Doch der Sieg gegen Jacksonville hat dafür gesorgt, dass die Hoffnung weiterlebt. Mit einer bisherigen Division-Bilanz von 2-1 und dem noch ausstehenden Rückspiel gegen Jacksonville hat das Team weiterhin die Möglichkeit, den Rückstand aufzuholen. Einfach wird dieser Weg sicherlich nicht. Sollte Stroud allerdings weiterhin so starke Leistungen zeigen, ist im Kampf um die Division noch einiges möglich.
Auch wenn die Rams und ihr „Superteam” bisher mehr als enttäuschen und die Niederlage gegen die Cardinals vielleicht die größte Überraschung der gesamten Saison bisher war, spielen die Rams deutlich besseren Football, als es ihr Record sagt.
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Sie haben ihre Gegner insgesamt um 644 Yards outgained (Ligabestwert!) und trotzdem nur zwei von sechs Spielen gewonnen. In zahlreichen anderen Metriken gehören sie ebenfalls zu den Top-10-Teams. Zwei Beispiele: Sie stehen auf Platz drei bei Yards pro Spiel in der Offense, und auch auf defensiver Seite lassen nur die Vikings und Seahawks im Schnitt gegen ihre Gegner noch weniger Yards zu.
Auch bei den Advanced Stats stehen sie oft weit oben im Ligavergleich. Merkwürdige Game-Scripts, Special-Teams-Versagen und situative Blamagen in wichtigen Momenten sorgen gerade dafür, dass die Rams schlechter aussehen, als es ihr Record vermuten lässt. Nichtsdestotrotz bleibt nicht mehr viel Raum für Fehltritte, der Divisionssieg scheint gegen die starken 49ers, gegen die man selbst schon ein Spiel direkt verloren hat, inzwischen unerreichbar, und durch die Niederlage gegen die Cardinals hat man jetzt auch das zweite von zwei Divisionsspielen verloren.
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Der Weg in die Playoffs wird wahrscheinlich nur über die Wildcard-Runde gehen, und dort zählt bezeichnenderweise der beste Record, an dem die Rams langsam anfangen müssen zu schrauben. Einfacher wird das aber auch nicht, denn ein Teil der Wahrheit ist auch, dass dieses Superteam bisher nicht wirklich zusammen auf dem Platz gestanden hat. Puka Nacua hat schon Zeit verpasst, Myles Garrett ist schon länger auf IR, Aaron Donald musste Spiele aussetzen, und jetzt hat es die Rams nach der Niederlage gegen die Cardinals gleich mehrfach hart erwischt, unter anderem fällt Star-Receiver Davante Adams mit einer Oberschenkelverletzung für mehrere Wochen aus.
Auch wenn in den letzten Jahren gegen die Packers nie viel zu holen war für die Cowboys, war die erneute Blamage gegen das Team aus Green Bay mehr als nur eine weitere Niederlage. Die Cowboys-Defense ist eine der wenigen Units der NFL, die über sechs Wochen hinweg kein einziges positives Zeichen gesetzt hat. Die kurzen Zonen rechts und links (Flat-Zone) waren erneut komplett frei, und wenn die Packers-Wide-Receiver nicht mehrfach Touchdowns gedroppt hätten, sähe der Spielstand aus Cowboys-Sicht schnell noch schlimmer aus.
Auch eine fragwürdige Roughing-the-Passer-Flagge gegen Prescott half den Cowboys noch, da dadurch eine Interception zurückgenommen wurde. Und trotz allem, was für sie lief, hatte man im legendären Lambeau Field nicht den Hauch einer Chance. Auch die eigentlich so gute Offense wirkt angeschlagen. Das einzige Gamescript, in dem die Cowboys gegen gute Teams irgendwie gewinnen können, ist, wenn Dak Prescott auf MVP-Niveau spielt und einer seiner Star-Receiver über 100 Yards kommt. Erwischen der Quarterback und die Offense keinen 1A-Tag, ist mit dem Coaching aktuell auf beiden Seiten und der Defense als Ganzes nicht viel zu holen.
Wer Jameis Winston als Quarterback erlebt hat, weiß, dass seine Spiele selten langweilig werden. Die sogenannte Jameis-Winston-Experience steht seit Jahren für eine Mischung aus spektakulären Momenten und folgenschweren Fehlern, die gleichermaßen begeistern und frustrieren können. Doch beim Spiel gegen die Saints rückte vor allem die negative Seite dieser Erfahrung in den Vordergrund. So unterhaltsam Winston auch sein mag, wurde einmal mehr deutlich, warum er bei vorhandenen Alternativen besser nicht die erste Wahl auf der Quarterback-Position sein sollte.
Denn wenn die tiefen Bälle mal nicht ankommen, kommen früher oder später die schlechten Entscheidungen und die Sacks dazu. Spät im Spiel kam dann der per Trade gekommene Neuzugang J.J. McCarthy ins Spiel, und der hat nach einer frühen Interception, die eher wie ein Abstimmungsfehler zwischen ihm und seinem Receiver aussah als eine schlechte Entscheidung oder ein schlechter Ball, danach komplett abgeliefert. Mit seiner Leistung hätte McCarthy den Giants am Ende beinahe noch ein sensationelles Comeback ermöglicht. Dabei ist der Quarterback gerade einmal 23 Jahre alt und befindet sich bereits in seiner dritten NFL-Saison. Ein interessanter Kontrast zu seinem Gegenüber im Spiel Tyler Shough: Der ist mit 27 Jahren zwar vier Jahre älter, steht aber erst in seinem zweiten NFL-Jahr.
Jeder in der NFL weiß, was Jameis Winston ist und wie er spielen wird, aber McCarthy hat noch Potenzial, sich zu entwickeln. Genau deswegen wird er nun künftig der Starter dieses Teams sein, und wir alle bekommen die Chance herauszufinden, ob in ihm das Potenzial steckt, das ihn damals zum First Round Pick gemacht hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jameis Winston nächste Woche noch Starting-Quarterback der New York Giants ist.
Auch wenn A.J. Browns bloße Anwesenheit dafür gesorgt hat, dass andere Receiver mehr Platz hatten, wie etwa beim tiefen Touchdown-Pass von Drake Maye auf Romeo Doubs, der nur deshalb so frei war, weil der Safety nur Augen für A.J. Brown auf einer tiefen In-Route hatte, hat er in seinem Comeback nach seiner Zeit auf IR wirklich enttäuscht. Mehrere wichtige fallengelassene Bälle, dazu ein verpasstes tiefes, explosives Play und fast der Supergau am Ende, als er auch den Onside Kick nicht unter Kontrolle brachte.

Drake Mayes Performance hätte noch deutlich besser aussehen können, vor allem statistisch, wenn ihm sein Star-Receiver etwas geholfen hätte. Das Gute: Am Ende hat es trotzdem für den Sieg gereicht, und dass wir dieses Jahr noch einmal eine so schwache A.J.-Brown-Performance sehen, ist sehr unwahrscheinlich.
Nach sechs Wochen und einem 3-3-Record lässt sich festhalten, dass die Raiders ein wirklich gutes Football-Team sind. Klammert man die klare Niederlage gegen die Patriots einmal aus, waren sie komplett im Spiel gegen die Chiefs, das sie am Ende knapp mit 27:30 verloren haben, und auch gegen die Bills zogen sie mit, ehe man am Ende nur knapp mit drei Punkten verlor.
Gegen die Dolphins und Chargers hat man souverän gewonnen, und auch die Saints konnte man mit 35 erzielten Punkten schlagen. Kubiak macht als neuer Head Coach einen guten Job, Quarterback Kirk Cousins spielt wirklich ordentlich auf seiner Position, und die Raiders sind dieses Jahr definitiv nicht zu unterschätzen.
Der junge Star-Quarterback der Bears hat letztes Jahr schon zahlreiche Aktionen aufs Feld gebracht, die sein Potenzial verdeutlicht haben. Sein Problem war dabei nicht, dass er Plays nicht verlängern und Big Plays außerhalb der Struktur machen konnte, ganz im Gegenteil. Sein Problem waren die einfachen Bälle, die Pässe in Struktur und im Rhythmus punktgenau dahin zu werfen, ohne Druck, wo sein Head Coach sie hinhaben wollte.
Was daraus resultierte, war über die gesamte Saison eine Completion Percentage von 57,3 Prozent, womit er unter allen Quarterbacks mit mindestens 75 Dropbacks Platz 47 von 49 belegte, nur Davis Mills und Shedeur Sanders waren letztes Jahr noch ungenauer als Williams. 2026 sieht das anders aus, denn Williams führt die Liga mit einer starken Completion Percentage von 72,5 Prozent an, was bedeutet, dass er vor Quarterbacks wie Joe Burrow, Brock Purdy oder Jared Goff liegt, die ligaweit als die akkuratesten gelten.
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Wie groß der Entwicklungsschritt von Williams in dieser Offseason tatsächlich war, zeigte sich besonders eindrucksvoll bei seiner Rückkehr nach der Oberschenkelverletzung gegen die Atlanta Falcons. Immer dann, wenn ihm seine Offensive Line eine saubere Pocket verschaffte, spielte Williams nahezu perfekt - genauer gesagt sogar vollkommen fehlerfrei. Alle 24 seiner Passversuche aus einer sauberen Pocket fanden ihr Ziel und brachten insgesamt 248 Yards ein.
Wie außergewöhnlich diese Leistung war, verdeutlichen die Zahlen von Next Gen Stats: Seit mindestens 2018 hatte kein Quarterback in einem einzelnen Spiel mehr Pässe aus einer sauberen Pocket angebracht, ohne dabei auch nur eine einzige Incompletion zu verzeichnen.
Autor: Valentin Rödiger