04.03.2026
Rückblick mit Schulnote
Nach dem enttäuschenden Vorjahr gingen die Jaguars mit vielen Fragezeichen in die Saison 2025. Mit neuem Head Coach und verändertem Kader entwickelte sich die Spielzeit jedoch zu einer der erfolgreichsten der jüngeren Franchise-Geschichte. Inklusive Division-Titel und einer Saison, die am Ende fast die Bestnote verdient.

Die Ausgangslage vor der Saison war alles andere als einfach. Nach dem enttäuschenden 4-13-Record 2024 trennten sich die Jaguars von Head Coach Doug Pederson. Mit Liam Coen begann ein Neustart an der Seitenlinie.
Die Erwartungen waren entsprechend vorsichtig formuliert: Das Team sollte stabiler auftreten, Quarterback Trevor Lawrence den nächsten Entwicklungsschritt machen und Jacksonville wieder in Richtung Playoff-Rennen führen. Dass daraus am Ende eine 13-Siege-Saison werden würde, hatte vor Saisonbeginn jedoch kaum jemand auf der Rechnung.
Die Jaguars überraschten mit starken Siegen gegen 49ers, Chiefs und Co. von Beginn an. Lediglich gegen die Bengals verlor man eher unnötig, auch die Pleiten gegen den späteren Champion aus Seattle und die Rams waren verkraftbar.
Im weiteren Verlauf der Saison fand Jacksonville immer besser in den Rhythmus. Besonders beeindruckend: Das Team von Liam Coen beendeten die Regular Season mit acht Siegen in Folge und sicherten sich damit nicht nur das Playoff-Ticket, sondern auch den Divisionstitel in der AFC South.
Ein entscheidender Faktor war die offensive Entwicklung unter dem neuen Coaching-Staff. Jacksonville erzielte 474 Punkte - Franchise-Rekord und zugleich der sechstbeste Wert der gesamten NFL. Lawrence führte die Offense souverän und kam auf 4007 Passing-Yards, 29 Passing-Touchdowns sowie 9 weitere Scores als Läufer.
In den Playoffs fand die tolle Saison jedech ein bitteres Ende. Im Wild-Card-Duell mit den Buffalo Bills lieferten sich die Jaguars einen intensiven Schlagabtausch und kämpften bis zur letzten Sekunde ums Weiterkommen. Am Ende setzte sich Buffalo aufgrund der individuellen Klasse von Quarterback Josh Allen denkbar knapp durch.
Trotz der starken Bilanz bleibt das frühe Playoff-Aus der größte Makel dieser Saison. Nach der dominanten zweiten Saisonhälfte galt Jacksonville für viele Beobachter als möglicher Außenseiter für einen tieferen Playoff-Run.
Ansonsten wirkte die Offense in manchen Partien etwas zu stark vom Passspiel abhängig, während das Laufspiel phasenweise nicht die gewünschte Konstanz entwickelte.
Die positiven Aspekte überwiegen jedoch deutlich. Die Jaguars stellten eine der effizientesten Offenses der Liga und kombinierten diese mit einer stabilen Defense, die lediglich 19,8 Punkte pro Spiel zuließ. Ein Top-10-Wert in der NFL.
Auch individuell setzte das Team mehrere Ausrufezeichen. Lawrence spielte die beste Saison seiner Karriere und wurde sogar für den MVP-Award nominiert. Am Ende musste er sich jedoch Matthew Stafford geschlagen geben, der die Auszeichnung gewann.
Für einen historischen Moment sorgte zudem Kicker Cam Little, der mit einem 68-Yard-Field-Goal den längsten erfolgreichen Kick in einem Spiel der NFL-Geschichte verwandelte.

Vor allem aber gelang Jacksonville etwas, das dem Franchise lange gefehlt hatte: Stabilität. Der neue Coaching-Staff brachte schnell Struktur in das Team, und der Kader entwickelte im Saisonverlauf sichtbar Selbstvertrauen.
Die Grundlage für die kommenden Jahre scheint damit gelegt. Mit Lawrence als Franchise-Quarterback, einer produktiven Offense und einem jungen Kern in der Defense besitzen die Jaguars eine vielversprechende Ausgangsposition.
In der Offseason wird es nun vor allem darum gehen, den Kader gezielt zu verstärken - insbesondere in der Offensive Line und im Laufspiel. Gelingt es, diese Baustellen zu schließen, könnte Jacksonville in den kommenden Jahren auch in den Playoffs eine noch größere Rolle spielen.
Der Sprung von 4-13 auf 13-4, der Divisionstitel und ein Franchise-Rekord in der Offense machen die Saison 2025 zu einer der besten in der jüngeren Geschichte der Jaguars. Das einzige Argument gegen die glatte Eins bleibt das unglückliche Ausscheiden im Wild Card Game gegen Buffalo. Insgesamt markiert diese Spielzeit jedoch einen klaren Wendepunkt für das Team aus Florida.
mhh