03.04.2026
Version 1.0
Der April hat begonnen und mit ihm verändert sich die Dynamik der Offseason spürbar. Die größten Entscheidungen der Free Agency sind gefallen, erste Richtungen sind vorgegeben. Jetzt richtet sich der Blick immer stärker auf den Draft. Noch bleibt vieles offen, doch nach und nach setzt sich das Bild zusammen und zeigt immer deutlicher, wie die erste Runde aussehen könnte.

Die großen Moves der Free Agency sind gemacht und die wichtigsten Baustellen der Teams sind klarer definiert als noch vor wenigen Wochen. Und genau jetzt beginnt die Phase, in der sich entscheidet, wie der Draft wirklich aussehen könnte. Mock Draft 1.0 ist kein Wunschdenken. Es ist ein Blick hinter die Kulissen der Liga. Eine Momentaufnahme dessen, wie Front Offices aktuell denken, welche Trends sich abzeichnen und welche Spieler an welchen Stellen realistisch vom Board gehen könnten.
Die Pro Days sind abgeschlossen, medizinische Checks ausgewertet und viele Interviews wurden von den Teams bereits geführt. In den War Rooms der 32 Franchises nehmen die Draftboards jetzt ihre endgültige Form an. Noch ist nichts entschieden. Doch genau das macht diesen Moment so entscheidend. Es ist die Phase, in der aus Möglichkeiten klare Szenarien werden und aus Gerüchten konkrete Entscheidungen.
Alles deutet auf Fernando Mendoza hin, und daran hat die Verpflichtung von Kirk Cousins erstmal nichts geändert. Wenn Las Vegas hier nicht den Quarterback nimmt, den praktisch jeder an eins erwartet, wäre das eine der größten Überraschungen der Draftgeschichte. Mendoza landet dabei in keiner hoffnungslosen Situation, wie es sonst oft für First Overall Picks der Fall ist. Neben ihm werden in der Offense Brock Bowers, Kolton Miller, Tyler Linderbaum und ein Ashton Jeanty auflaufen, dem viele den nächsten großen Sprung zutrauen. Sollte das passieren, hat das Team aus Las Vegas gleich vier Spieler in der Offense auf dem Platz, die zu den besten Spielern ihrer jeweiligen Position zählen.
Mit Pick zwei beginnt der Draft erst wirklich, weil der erste Pick fast schon wie ein offenes Geheimnis wirkt. Head Coach Aaron Glenn kommt von der defensiven Seite des Balls und steht in seinem zweiten Jahr massiv unter Druck, weshalb ein Unterschiedsspieler für seine Defense hier enorm viel Sinn macht. David Bailey wäre die sicherere Wahl, aber Arvell Reese bringt das höhere Ceiling mit, und genau dieses Superstar-Potenzial kann sich New York nach den Moves der Free Agency eher leisten als vorher.
Arizona bekommt hier einen der saubersten Fits der gesamten ersten Runde. Mauigoa kann sofort auf Right Tackle starten und genau dort ein Need schließen, das im aktuellen Roster nur schwer zu übersehen ist. Selbst wenn einzelne Teams ihn langfristig eher als Guard sehen sollten, wäre der Pick noch immer logisch, weil sein Floor hoch ist und seine Zukunft auf der Line in jedem Fall sehr gute Starterqualität ausstrahlt.
Tennessee hat in der Free Agency defensiv bereits einiges erledigt und sich damit die Freiheit geschaffen, früh einen offensiven Difference Maker zu ziehen. Ja, ein Running Back an vier wird immer Fragen zum Positional Value auslösen, und das absolut zurecht, aber Love ist eben nicht irgendein Running Back, sondern ein Spieler, der das Playbook sofort erweitert und Cam Ward unmittelbar entlastet. Robert Saleh kennt aus San Francisco den Wert eines vielseitigen Playmakers im Backfield, und auch Brian Daboll hat lange erlebt, wie sehr ein besonderer Runner eine Offense bereichern kann. Ob Love jemals auf das Level von McCaffrey oder Barkley kommt, ist unwahrscheinlich, aber die Priorität sollte sein, das bestmögliche Umfeld für den jungen Quarterback zu schaffen. Und ein Unterschiedsspieler auf Running Back ist ein Anfang.
Sonny Styles wäre für die Giants ein Statement-Pick mitten im Herz der Defense. Der frühere Safety bringt heute Länge, Reichweite, Athletik und Coverage-Fähigkeiten mit, die auf Linebacker nur schwer zu finden sind. Viele sehen in seinem Profil Ansätze eines Fred Warner, und genau dieser Mix aus Instinkt, Beweglichkeit und Vielseitigkeit macht ihn für New York an dieser Stelle so attraktiv. Harbaugh hat zu Ravens-Zeiten mit Roquan Smith diese Position priorisiert, weshalb es Sinn machen würde, diesen Ansatz in New York zu wiederholen.

Cleveland geht mit zwei klaren Baustellen in Runde eins in den Draft, nämlich Offensive Tackle und Wide Receiver. Da Mauigoa in diesem Szenario bereits vom Board ist, entscheiden sich die Browns zuerst für den Receiver und nehmen mit Carnell Tate einen Spielertypen, der sofort neben Jerry Jeudy funktionieren kann. Tate bringt Größe, verlässliche Hände und vertikale Qualität mit, was der Browns-Offense unmittelbar mehr Struktur und Explosivität geben würde.
Washington sucht seit mehreren Jahren nach mehr Stabilität gegen den Lauf und nach mehr Wucht im Pass Rush, und Bain könnte beides auf einmal liefern. Seine kurzen Arme werden einige Teams abschrecken und sind der Hauptgrund, warum er hier überhaupt noch verfügbar ist, aber sein Tape ist voll von Power, Gewalt, Produktion und Konstanz. Die Commanders stoppen den Slide und holen einen Edge, der ihrer Front sofort mehr Härte gibt.
Kansas City pickt nicht oft in den Top Ten, und genau deshalb wirkt ein Uptrade hier absolut glaubwürdig. Bailey bringt sofort Explosivität in den Pass Rush und wäre gemeinsam mit Chris Jones die Art von Duo, welches gegnerische Offensivabteilungen schon vor dem Snap beschäftigt. Für die Chiefs wäre das die seltene Chance, einen echten Premium-Spieler für die Front zu bekommen, der für viele Draftexperten der beste Edge Rusher im gesamten Draft ist. Ein Spieler dieser Art auf acht zu bekommen, wäre ein Steal trotz Uptrade, der die Chiefs nicht mehr als einen Midround-Pick kosten würde.
Die Saints wissen beim Downtrade sehr genau, wen Kansas City haben will, und bekommen trotzdem ihren eigenen Wunschspieler. Delane bleibt in Louisiana und müsste für seinen NFL-Start nur einen kurzen Ortswechsel vollziehen, viel wichtiger ist aber, dass New Orleans hier einen kompletten Corner bekommt. Er bringt Konstanz, Beweglichkeit und die nötige Qualität mit, um sofort eine tragende Rolle zu übernehmen.
Der vierte Ohio-State-Spieler in den Top Ten wäre für Cincinnati ein absoluter Volltreffer. Downs ist vielleicht nicht der spektakulärste, aber einer der komplettesten Defensivspieler dieser Klasse. Die Bengals würden damit genau die Seite des Balls stärken, die sie in den letzten Jahren immer wieder ausgebremst hat.
Miami steckt tief im Rebuild und muss dringend an der Line nachlegen. Fano bringt die Athletik und Vielseitigkeit mit, um sofort auf Guard zu starten und langfristig eine größere Rolle als Tackle zu übernehmen. Gerade in einer Offense, die mit Bobby Slowik einen Playcaller hat, der im Run Game viel auf Bewegung setzt, wäre dieser Ausnahmeathlet ein extrem wertvoller Baustein.

Dallas adressiert ein klares Need auf Cornerback und setzt dabei auf Talent trotz Verletzungsfragezeichen. McCoy hat die komplette 2025er Saison verpasst, hat mit seiner Pro-Day-Performance aber gezeigt, dass er wieder fit ist und bringt Starterqualität mit. Wenn er an seine 2024er Form anknüpft, ist das ein starker Pick für die Cowboys.
Die Rams gehen weiter "All-In" und bauen ihre Offense gezielt aus. Lemon passt perfekt in das System von Sean McVay, weil er präzise Routen läuft, tough spielt, gut blockt und sichere Hände hat. Das Profil erinnert stark an Receiver, die in diesem System bereits Erfolg hatten.
Baltimore schlägt endlich früh auf Receiver zu und setzt damit ein klares Zeichen für die neue Ära ohne John Harbaugh und mit Jesse Minter. Tyson bringt Top-Talent mit, das einzige Fragezeichen ist seine Gesundheit. Wenn die Ravens ihn hier nehmen, ist das ein starkes Signal, dass der Medizincheck kein Problem war, nachdem kürzlich durch das Maxx-Crosby-Trade-Desaster klar wurde, dass die Ravens klare Linien ziehen, wenn es um die Verletzungshistorie von Spielern geht.
Die Bucs bekommen endlich die dringend benötigte Pass-Rush-Produktion. Mesidor ist einer der besten reinen Pass Rusher der Klasse und kann sofort Impact liefern. Das Alter bleibt mit 25 Jahren zum Saisonstart ein Thema, aber das Tape spricht klar für ihn.
Nach dem Upside-Pick mit Arvell Reese holen sich die Jets mit ihrem zweiten First-Round-Pick hier einen sicheren Spieler, der sofort produzieren sollte. Cooper bringt Physis, Zuverlässigkeit und Flexibilität mit und hat auch nach dem Catch bewiesen, dass er Big Plays kreieren kann. Er wäre sofort eine wichtige Anspielstation neben Garrett Wilson.

Freeling fällt den Lions in den Schoß und ist ein idealer Fit für die Zukunft auf Left Tackle. Er könnte sofort Taylor Decker ersetzen, ohne dass Detroit seinen All-Pro-Right-Tackle Penei Sewell auf die andere Seite umschulen müsste. Genau diese Planungssicherheit kombiniert mit dem herausragenden athletischen Profil von Freeling macht den Pick so stark.
Thieneman zu den Vikings ist einer dieser Fits, die immer wieder logisch erscheinen. Sein vielseitiges Skillset passt perfekt in eine kreative und exotische Defense von Brian Flores. Minnesota bekommt hier genau die Hilfe, die sie auf Safety brauchen.
Sadiq bringt enormes Potenzial mit und wäre eine spannende Waffe für Bryce Young. Seine Athletik macht ihn zu einem echten Matchup-Problem. Wenn die Panthers ihn richtig einsetzen, kann er die Offense zusammen mit Tetairoa McMillan und Jalen Coker auf ein neues Level heben.
Dallas bleibt defensiv aggressiv und investiert weiter in die Front. Faulk bringt Größe, Athletik und Entwicklungspotenzial mit gerade einmal 20 Jahren mit, auch wenn sein Pass Rush noch roh und unproduktiv ist. Die Cowboys setzen hier klar auf Upside, seine Maße und die Möglichkeit, dass Faulk mehrere Positionen auf der Defensive Line spielen kann.
Die Steelers stabilisieren ihre Line und reagieren auf Unsicherheiten auf Tackle. Miller bringt Erfahrung und physische Tools mit, um schnell zu starten. Gerade mit einem Veteran-QB wie Aaron Rodgers, sollte er zurückkehren, wäre dieser Pick logisch.
Die Chargers haben hier eine spannende Entscheidung vor sich, denn der Top-Guard der Draftklasse, Olaivavega Ioane, ist noch verfügbar und würde sofort helfen. Doch mit dem neuen OC Mike McDaniel kommt eine Offense nach Los Angeles, die dafür bekannt ist, das O-Line-Play zu schützen. Dafür braucht er Receiver, die schnell Separation kreieren können und schnell sind, und genau das macht Concepcion zum perfekten Fit.

Eagles-GM Howie Roseman ist dafür bekannt, vorausschauend zu draften. Lane Johnson geht vermutlich in sein letztes Jahr, weshalb Philadelphia hier seinen langfristigen Nachfolger holt. Iheanachor bringt enorme Tools mit und hat noch riesiges Entwicklungspotenzial, da er erst spät mit Football begonnen hat. Ein Jahr unter einem zukünftigen Hall-of-Fame-Spieler zu lernen, wäre das Best-Case-Szenario für Philadelphia. Vor allem, weil der legendäre O-Line-Coach Jeff Stoutland die Eagles verlassen hat und Lane Johnson damit die Rolle als perfekter Mentor übernehmen könnte.
Cleveland geht den idealen Weg und deckt beide großen Needs ab. Lomu bringt Starterpotenzial auf Left Tackle mit. Damit sichern sich die Browns einen potenziellen Star auf Receiver und einen Franchise-Tackle für die Zukunft.
Parker ist ein klassischer Value-Pick nach einer schwächeren Saison. Sein Talent ist unbestritten, und Chicago braucht dringend Pass Rush. Seine starke Senior-Bowl-Performance und seine 2024er Saison zeigen, dass hier deutlich mehr drinsteckt.
Ein absoluter Glücksfall für Buffalo, dass einer der besten Spieler des Drafts zu ihnen fällt und direkt eine Lücke schließt. Ioane ist ein Day-one-Starter und stabilisiert sofort die Interior Line. Mit diesem Schritt stärken die Bills den Schutz ihres Quarterbacks Josh Allen und reagieren gleichzeitig auf den Abgang von David Edwards, der sich in der Free Agency den New Orleans Saints angeschlossen hat.
Die 49ers haben eine starke Offseason hingelegt und adressieren hier eine ihrer letzten Baustellen. Neben Nick Bosa könnte Lawrence der perfekte Partner sein. Seine Athletik und seine Maße machen ihn zu einem spannenden Fit für diese Defense.
Houston braucht Stabilität in der Offensive Line und bekommt sie hier. Proctor bringt seltene körperliche Voraussetzungen und viel Upside mit. Egal wo er spielt, er wird eine Rolle finden und könnte den Abgang von Tytus Howard perfekt ersetzen.
Nach dem Edge-Pick adressieren die Chiefs ihre Secondary. Terrell bringt Energie, Schnelligkeit und Vielseitigkeit mit und passt perfekt in ein System, das flexible Defensive Backs verlangt. Selbst wenn Outside nicht klappt, kann er im Slot eine wichtige Rolle spielen.

Miami braucht dringend einen neuen WR1-Typen. Boston bringt Größe, Ballskills und physische Präsenz mit. Für Malik Willis wäre er ein enorm wertvolles Target in einem aktuell sehr schwachen Receiving Corps.
New England setzt auf Physis und Mentalität. Young passt perfekt in eine Defense mit klarer Mike-Vrabel-Handschrift. Zusammen mit Christian Barmore und Milton Williams könnte eine sehr unangenehme Defensive Line entstehen.
Howell bringt trotz körperlicher Limitierungen konstant Druck. In einer kreativen Defense kann er optimal eingesetzt werden. Besonders bei Stunts und simulierten Pressures unter Mike Macdonald könnte er seinen größten Impact entfalten.
val