14.08.2026
Die heiße Phase
Am Samstag erleben wir bereits den 15. Spieltag der effect® ENERGY GFL. Wer es nicht selbst ins Stadion schafft, muss trotzdem nicht auf deutschen Spitzen-Football verzichten. Ab 15:30 Uhr läuft auf Twitch und Sporteurope.tv (DF1 ab 17:30 Uhr) die große Live-Konferenz mit allen sechs Begegnungen. Ich freue mich, diesmal selbst wieder als Experte vor der Kamera zu stehen.

Es gibt einiges zu analysieren, denn die Tabellen in Nord und Süd nehmen langsam ihre endgültige Form an. Mehrere Teams kämpfen zum letzten Mal in der Regular Season vor heimischem Publikum um die Playoffs oder den Klassenerhalt. Hier sind weitere Gründe, sich den Nachmittag freizuhalten.
Das Herzstück dieses Spieltags bildet im Münchner Dantestadion der Empfang der ifm Razorbacks Ravensburg (6-3) durch die Munich Cowboys (5-4). Für beide Teams geht es um nichts Geringeres als Tabellenplatz Zwei in der Südstaffel und damit um ein mögliches Heimrecht im Playoff-Viertelfinale. Es ist zugleich die einzige Begegnung beider Teams in dieser Saison.
Eine zweite Chance, um im Head-to-Head nochmal auszugleichen, gibt es also nicht. Auffällig ist die Ähnlichkeit der beiden Offensiven. München führt mit 2.654 Passing Yards die komplette Liga an, Ravensburg folgt mit 2.647 Yards knapp dahinter auf Platz Zwei. Bei den Cowboys ist Receiver Gabriel Boccella der Dreh- und Angelpunkt für Quarterback Nicholas Semptimphelter. Seine 16 Touchdown Reception sind ligaweit unerreicht. Die Razorbacks verteilen die Last dagegen auf viele Schultern. Anthony Harris Jr. (10 TDs), Tim Müller (7), William Enneking (5) und Aniel Buße (4) sorgen für eine breit gefächerte Auslastung, während Lennies McFerren im Laufspiel bereits neun Touchdowns erzielt hat.
Nicht ohne Grund erzielen die Oberschwaben im Schnitt 36,2 Punkte pro Spiel, während München nur auf 27,1 kommt. Head Coach Christos Lambropoulos muss seinen Angriff weniger durchschaubar gestalten, damit er den Ravensburger Pass Rush um Ben Rashid (11 Sacks) die Tür zuschlägt. Ein Punkte-Festival mit offenem Ausgang wäre wahrscheinlich ganz nach dem Geschmack des Air-Raid-Philosophen und genau das richtige Spiel für eine packende Konferenz.
In Braunschweig empfangen die Lions im letzten Heimspiel der Saison den amtierenden Deutschen Meister Potsdam Royals, der die Playoffs längst im Blick hat. Bei den Royals hat inzwischen Hugh „Bay" Harvey das Ruder als Starting Quarterback übernommen und führt eine der gefährlichsten Offensiven der Liga an. Die Braunschweiger Defense mit einer inzwischen deutlich stabileren Front wird alles daran setzen, dem Favoriten noch einmal einen würdigen Empfang zu bereiten. Historisch wird es unterdessen im hohen Norden.
Die Pforzheim Wilddogs treten die weiteste Auswärtsfahrt der Vereinsgeschichte an und treten bei den Kiel Baltic Hurricanes an. Während Pforzheim den Blick fest auf Rang Zwei gerichtet hat, kämpfen die Kieler ums nackte Überleben gegen den Abstieg. Dual-Threat-Quarterback PJ Settles kommt in den letzten Wochen aufgrund eines neuformierten Receiving Corps besser in Tritt. Die Baltic Hurricanes stehen mit dem Rücken zu Wand und können aus dieser schwierigen Lage heraus ein unangenehmer Gegner für die Wilddogs sein. In Regensburg endet für die Phoenixe die Heimspiel-Saison gegen die Straubing Spiders, die nach der klaren 14:42-Hinspielniederlage auf Wiedergutmachung aus sind.
Die Regensburger wollen sich vor ihrem Publikum aber ein letztes Mal von der besten Seite zeigen und eine erfolgreiche Premieren-Saison in der GFL mit einem letzten Heimerfolg krönen. Ein waschechtes Kellerduell wartet derweil im Saarland. Die Hurricanes empfangen die Allgäu Comets. Beide gewannen erst ein Saisonspiel und treffen nun im direkten Duell um den rettenden Platz Sechs im Süden aufeinander. Ein Rückspiel steht am letzten Spieltag noch aus, weshalb am Ende auch die Punktedifferenz wichtig sein wird. Auch in Berlin steht ein echtes „Do or die"-Spiel an. Die Rebels (2-6) empfangen die Düsseldorf Panther (3-6), die unter Head Coach Jaycee Krieg ihrem Angriff dank neuem Quarterback Dawson Herl im Sommer neues Leben einhauchen konnten.
Receiver James Okike und Running Back Gennadiy Adams werden endlich so in Szene gesetzt, wie es ihren Ansprüchen gerecht wird. Die Rebels müssen ihre lahme Offense gegen einen Playoff-Kandidaten in Schwung bringen. Verpassen sie den ersten Heimsieg in dieser Saison, droht der Gang in die Relegation. Sechs Spiele finden am Samstag einen gemeinsamen Nenner. In der Schlussphase der Regular Season zählt für alle Teams im Kampf um die Playoffs oder den Klassenerhalt jeder einzelne Punkt. Schaltet deshalb unbedingt auf Twitch oder Sporteurope.tv ein. Ich freue mich, euch mit Carsten Spengemann, Maurice Stolka und unserem hervorragenden Team durch den Nachmittag zu begleiten
Philipp Forstner