05.08.2026
Kolumne von Adrian Franke
August ist die Zeit der NFL-Prognosen. Während über Titelfavoriten, MVP-Kandidaten und die besten Rookies diskutiert wird, gibt es auch die andere Seite der Medaille. Denn für manche Spieler, Coaches und Teamverantwortliche geht es in der kommenden Saison individuell um besonders viel.

Drei Jahre in Folge ohne Playoffs. Ein Superstar-Franchise-Quarterback in Joe Burrow, der öffentlich erst über seine Unzufriedenheit gesprochen hat, und dann in der Offseason verkündete, dass das der beste Bengals-Kaders sei, seitdem er in Cincinnati ist. Ein Team, das seinen Defensive Coordinator bereits im Vorjahr ausgetauscht hat und zumindest bislang keinerlei positiven Effekt daraus gezogen hat.
Das ist die klare Formel für einen Head Coach, der jetzt liefern muss. Für Zac Taylor geht es nicht darum, zu zeigen, dass das Team auf dem richtigen Weg ist, oder dass man sich weiterentwickelt oder dergleichen. Über diesen Punkt sind die Bengals längst hinaus.
Cincinnati hat Joe Burrow, Ja'Marr Chase, Tee Higgins, die beste Offensive Line der Burrow-Ära und eine runderneuerte Defense. In Cincinnati zählen jetzt nur Ergebnisse. Dabei ist Zac Taylor nicht immer zu beneiden: Verletzungen, insbesondere bei Burrow, prägten die letzten Jahre, während die Offense gleichzeitig strukturell in erster Linie in Burrows bevorzugten Parametern stattfindet.
Für 2026 gibt es trotzdem keine Ausreden. Die Playoffs sind das absolute Mindestziel, eigentlich muss mehr her als das. Verpassen die Bengals die Postseason abermals, dürfte es das für Taylor, so langsam die Mühlen in Cincinnati auch mahlen, gewesen sein.
Kyler Murrays NFL-Karriere lässt sich bislang klar unterteilen und definieren: Nach dem anfänglichen Hoch der ersten drei Jahre prägten Verletzungen, Fragezeichen danach, in welchen Schemes er funktionieren kann, und frustrierende Inkonstanz seine Karriere. Genau wie meist suboptimale Umstände in Arizona.
Murray hat gezeigt, dass er im besten Fall ein dynamischer Playmaker sein kann. Ein explosiver Runner mit einem sehr guten Arm. Gleichzeitig hat der ehemalige Nummer-1-Pick in den letzten fünf Jahren nur ein Mal alle 17 Spiele absolviert. Ein Kreuzbandriss zum Ende der 2022er-Saison, gefolgt von einer hartnäckigen Fußverletzung letztes Jahr lassen Zweifel daran zurück, ob Murrays Körper verlässlich eine Saison durchsteht. Das Scrambling und die Mobilität sind essenzielle Teile seines Spiels, und wenn er die nicht zu 100 Prozent abrufen kann, macht sich das deutlich bemerkbar.
Das Camp bisher läuft zudem holprig. Murray ist, den bisherigen Berichten zufolge, noch nicht der klar bessere Quarterback. Das wird dazu führen, dass dieses Duell auch lange offen bleibt und sowohl Murray als auch J.J. McCarthy Snaps mit den Startern bekommen. Was wiederum einen Effekt auf die Regular Season haben könnte.
Murray wird in wenigen Tagen 29 Jahre alt und wird nach der kommenden Saison Free Agent. Für ihn geht es auf der einen Seite darum, zu zeigen, dass er eben doch in dieser Top-12-Gruppe sein kann, wenn die Umstände besser sind. Ganz konkret aber steht sein nächster Vertrag auf dem Spiel: Das könnte ein 45-Millionen-pro-Jahr-Deal in Minnesota sein. Oder ein 15-Millionen-pro-Jahr-Deal als Bridge-Lösung irgendwo.
Niemand erwartet von den Jets, dass sie plötzlich in die Playoffs einziehen. Niemand erwartet, dass New York das Überraschungsteam dieser Saison wird.
Die Parameter sind hier subtiler, aber klar ist: Es muss deutlich besser sein als im Vorjahr, damit Aaron Glenn im Amt bleibt. Damit er weiter diesen Rebuild anführen darf, in den nächstes Jahr nochmal drei Erstrunden-Picks gepumpt werden, darunter dann mutmaßlich auch ein junger Quarterback als die entscheidende Weichenstellung.

Die Jets sind an einem kritischen Punkt. Es darf nach der kommenden Saison keine Zweifel daran geben, dass der richtige Head Coach am Ruder steht. Und weder seine Defense noch das Team insgesamt oder seine eigenen Auftritte nach außen hin lassen Glenn bislang in diesem Licht erscheinen.
Er muss all das in der kommenden Saison beweisen. Andernfalls verliert er seinen Posten vielleicht sogar vor Saisonende.
Hier gehört auch Bucs-Quarterback Baker Mayfield mit dazu, bei dem mittlerweile klar ist, dass er keinen neuen Vertrag vor der Saison unterschreiben wird. Mayfield sprach bereits offen darüber und machte kein Geheimnis aus seiner Frustration über die Situation.
Für Mayfield geht es also konkret um einen neuen Vertrag, aber hier sind die Szenarien näher beieinander. Eine durchschnittliche Mayfield-Saison würde vielleicht das Ende seiner Bucs-Zeit bedeuten, ein anderes Team würde ihn dennoch als Starter verpflichten. Es steht ohne Frage viel Geld auf dem Spiel, aber Mayfield wird auch 2027 irgendwo ein Starting-Quarterback sein.
Ob Todd Bowles 2027 auch irgendwo ein Head Coach sein wird, das steht auf einem anderen Blatt. Denn Kritik an ihm gibt es nicht erst seit der vergangenen Saison, als Tampa Bay zum ersten Mal seit 2019 die Playoffs verpasste. Die Bucs thronten zwar vier Jahre lang an der Spitze der Division, doch die Erfolge waren zumeist der Offense zuzuordnen.
Bowles bewies zweimal in Folge ein goldenes Händchen bei der Wahl seines Offensive Coordinators, was aber auch dazu führte, dass erst Dave Canales und dann Liam Coen als Head Coaches abgeworben wurden. Während gleichzeitig Bowles' Defenses mehr und mehr wackelten. 2025 ließ Tampa Bay zum ersten Mal seit 2019 über 400 Punkte in einer Regular Season zu.
Und auch der Locker Room wirkte letztes Jahr im Laufe der Saison zunehmend angefressen. Wenn sich dabei jetzt mit Mayfield bereits eine Fortsetzung ankündigt, nachdem Tampa Bay Leader wie Mike Evans und Lavonte David verloren hat, sind die Bucs ein Team, das im Laufe der Saison implodieren könnte.
Die Erwartungshaltung hier ist einfach zu formulieren: Tampa Bay muss diese nach wie vor qualitativ sehr überschaubare Division gewinnen. Gelingt das nicht, dürfte es das letzte Jahr für Bowles bei den Bucs sein.
Selbst mit einem halben Jahr Abstand muss ich mir manchmal erneut bewusst machen, was für eine merkwürdige Saison die Colts letztes Jahr hatten. Das war die beste Offense in der NFL über die erste Saisonhälfte. Das führte zu einem Win-Now-Move, wie wir ihn unter dem notorisch vorsichtigen Chris Ballard noch nie in Indianapolis gesehen haben: Der Midseason-Trade für Sauce Gardner sendete die klare Botschaft, dass die Colts jetzt bereit sind, einen tiefen Playoff-Run anzupeilen.
Bekanntermaßen wurde daraus nichts, aber die Art und Weise, wie daraus nichts wurde, war bemerkenswert. Indianapolis verlor nach der Bye Week alle sieben Spiele, verlor Quarterback Daniel Jones durch einen Achillessehnenriss, Philip Rivers spielte drei Spiele für dieses Team - und hatte die Seahawks in Seattle erstaunlich nah am Rande einer Niederlage - und am Ende wurden die Colts mit einem 8-9-Record Dritter in der eigenen Division.
Doch die Entscheidungen des Vorjahres prägten diese Offseason. Der Gardner-Trade sorgte nicht nur dafür, dass Indianapolis keinen Top-50-Pick im Draft hatte. Auch finanziell spürte man dessen Impact, was dazu beitrug, dass die Colts Top-Receiver Michael Pittman günstig weg tradeten, nachdem sie Alec Pierce mit einem neuen Vertrag ausgestattet hatten. Und auf der Quarterback-Position war es nahezu alternativlos geworden, mit Jones zu verlängern - und darauf zu hoffen, dass er nach dem Achillessehnenriss schnell wieder bei 100 Prozent ist. Ausgang offen.
So steht hier jetzt ein Team, das auf dem Papier schlechter geworden ist. Nicht dramatisch schlechter, aber gerade Pittmans Abgang wird man merken. Für eine Offense, die bereits im Laufe der vergangenen Saison einen Abwärtstrend hatte, bevor sich Jones verletzte. Und auch der Schedule, der letztes Jahr zum Start in die Saison vergleichsweise angenehm war, ist viel schwerer. Die Colts starten mit Spielen gegen die Ravens, in Kansas City, gegen Houston und Washington sowie in Pittsburgh. Dann geht es gegen die Titans, anschließend nach Minnesota, nach Jacksonville und gegen Dallas.
Hier ist nicht auszuschließen, dass die Saison bereits nach neun Wochen ganz bitter läuft. Und all das mit dem Wissen im Hinterkopf, dass die Colts ihren Erstrunden-Pick im kommenden Draft bereits weg getradet haben.
Das wäre das Szenario, das sowohl Chris Ballard als auch Shane Steichen den Job kosten dürfte.
Als Tua im Schlussspurt der vergangenen Saison seinen Startplatz bei den Dolphins verlor, schien eine erneute Chance auf einen Startplatz 2026 in weiter Ferne. In Miami, aber auch anderweitig. Die Kombination aus Verletzungshistorie, klaren Limitationen in seinem Spiel und einem deutlichen Leistungsabfall 2024 und 2025 gab dem 28-Jährigen selbst als Übergangslösung einen fragwürdigen Stempel.
Die Atlanta Falcons sahen das ganz offensichtlich anders. Das neue Regime in Atlanta verpflichtete Tua als eine seiner ersten größeren Personalentscheidungen in dieser Offseason. Und das ist nicht irgendeine Quarterback-Situation. Denn angesichts der Verletzung von Michael Penix - der, selbst wenn er fit ist, keineswegs ein unangefochtener Starter sein wird - ist hier ein Starting-Spot zu haben. Hinter einer soliden Line und mit mehreren sehr guten Playmakern.
Es ist ein attraktiver Spot. Und für Tua ist es die wahrscheinlich letzte Chance. Wenn er sich hier durchsetzen kann, wenn er in Kevin Stefanskis Offense ein verlässlicher Ballverteiler sein kann und die Falcons damit kompetitiv sind, ist das der direkte Pfad für den Hawaiianer, um sich auch über die Saison hinaus als Starter zu empfehlen. Vermutlich direkt in Atlanta.
Spielt er aber so wie zuletzt in Miami, vielleicht verliert er sogar das interne Duell an Penix, dann dürfte das seine vorerst letzte Chance auf einen Startplatz gewesen sein.
Die Eagles operieren seit 2021 in einem klaren Zwei-Jahres-Rhythmus. 2021 schied ein junges Team mit Jalen Hurts im ersten Jahr in der Wildcard-Runde aus. Es folgte der Trip in den Super Bowl 2022 am Ende einer großartigen Saison. 2023 kollabierte Philadelphia in der zweiten Saisonhälfte und schied sang- und klanglos in der Wildcard-Runde aus. 2024 holten die Eagles den Titel, letztes Jahr war abermals in der ersten Playoff-Runde Endstation, und das zuhause gegen ein von Verletzungen dezimiertes Niners-Team.
Die Formel war dabei stets sehr einfach: Wenn Sirianni einen guten Offensive Coordinator verpflichtet, folgt eine gute Saison. Greift er hier daneben, besiegelt das den Saisonverlauf und weder Sirianni noch Jalen Hurts oder sonst jemand kann das verhindern. Shane Steichen war für die Erfolge 2021 und 2022 maßgeblich verantwortlich, Kellen Moore war 2024 der Play-Caller. Dazwischen lag Sirianni mit Brian Johnson (2023) und Kevin Patullo (2025) daneben.
Die kommende Saison ist aber mehr als nur der erneute Versuch, hier den nächsten Treffer zu landen. Die Eagles bauen ihre Offense drastisch um, haben sich im Zuge dessen von ihrem langjährigen O-Line-Coach und Run Game Coordinator Jeff Stoutland getrennt, sie haben A.J. Brown weg getradet und wollen ihre Offense schematisch drastisch umbauen. All das unter der Führung des neuen Offensive Coordinators Sean Mannion, der erst seit zwei Jahren als Coach arbeitet und noch nie Play-Caller war.
Geht diese Rechnung auf, dürfte sich Sirianni Job-Sicherheit über die nächsten Jahre garantieren. Geht es aber schief, weil Mannion noch nicht bereit ist, weil die Offense mit Jalen Hurts nicht funktioniert, oder weil andere Dinge schiefgehen, wird 2026 wohl die letzte Saison im Amt für Nick Sirianni sein.

Für Young geht es nicht direkt darum, was 2027 sein wird. Die Panthers haben seine Fifth Year Option gezogen, die ihm 25,9 Millionen Dollar für 2027 garantiert. Das Geld wird Young bekommen, egal, was kommende Saison passiert, und damit ist auch davon auszugehen, dass er nächstes Jahr noch in Carolina sein wird.
Natürlich können Dinge dramatisch schiefgehen und dann sind die Panthers womöglich bereit, die 25,9 Millionen als Dead Cap zu schlucken, um sich von Young zu trennen. Oder aber, in der weniger drastischen und vermutlich realistischeren Variante: Young bleibt, bekommt aber einen direkten Konkurrenten, der ihm den Startplatz wegnehmen kann.
Das wäre das Szenario, wenn Young nicht den nächsten Schritt macht. Wenn er nach seiner vierten NFL-Saison noch immer ein Quarterback ist, bei dem man nicht weiß, was man Woche für Woche bekommt. Dessen Inkonstanz letztes Jahr dazu führte, dass er in zwölf seiner 16 Regular-Season-Spiele unter 200 Passing-Yards blieb. Fünf Mal blieb er gar unter 150 Yards durch die Luft.
Die Highlights sind da, und Young hat sich nach dem völlig verkorksten Start seiner NFL-Karriere auf beachtliche Art und Weise zurückgekämpft. Aber wenn das auch nach vier Jahren noch der Ist-Zustand ist, der ihn als Quarterback beschreibt, reicht das nicht, um sich als Starter zu behaupten.
Die Panthers haben in dieser Offseason wie ein Team investiert, das nach dem Division-Sieg im Vorjahr den nächsten Schritt machen will. Young muss in dieser Saison beweisen, dass er der Quarterback für die nächste Entwicklungsstufe mit diesem Team ist.
Man kann davon ausgehen, dass Watson längst nicht mehr in Cleveland wäre, wenn er nicht diesen Albatross eines Vertrags hätte. Spätestens im Zuge des Head-Coach-Wechsels nach der vergangenen Saison hätte das wohl auch einen Quarterback-Neustart mit sich gebracht - hätte eine Entlassung die Browns nicht mit 127 Millionen Dollar Dead Cap zurückgelassen.
Deshalb übernimmt der neue Head Coach Todd Monken Watson zwangsläufig zumindest für eine Saison, ehe dann die Trennung erfolgen sollte. Für Watson selbst ist es somit die letzte Chance, der NFL zu zeigen, dass der Quarterback, der er einst in Houston war, doch noch in ihm steckt.
Watson ist erst 30 Jahre alt, er wird 31 zum Start der neuen Saison. 2025 hat er gar nicht gespielt, 2022 bis 2024 blieb er über drei Jahre jeweils unter 300 Dropbacks in jeder Saison. Seine letzte gute Saison ist sechs Jahre her.
Als die Browns den umstrittenen Trade für Watson durchführten, war jedem in Cleveland klar, dass das PR-technisch eine unangenehme Nummer werden würde. Die Hoffnung aber dürfte gewesen sein, dass Watson mit entsprechenden Leistungen - wie er sie in den drei Jahren zuvor in Houston gezeigt hatte - schrittweise durch sportliche Erfolge die schwerwiegenden Vorwürfe abseits des Platzes in den Hintergrund rücken würde.
Natürlich kamen diese sportlichen Erfolge nie, und so steht die berechtigte Frage im Raum, ob er dazu überhaupt noch in der Lage ist. Der katastrophale Leistungseinbruch seit dem Wechsel ist genauso schwer erklärbar, wie er unbestreitbar ist.
Es ist eine realistische Prognose, dass 2026 nicht nur Watsons letzte Chance auf NFL-Starts sein wird. Es könnte seine letzte Chance überhaupt in der Liga sein. Denn warum sollte sich ein Team die ganze Thematik abseits des Platzes ins Haus holen, wenn Watson seit fünf Jahren gar nicht oder schlecht spielt? Watson muss in der kommenden Saison das Ruder zumindest sportlich herumreißen. Sonst könnte es das für ihn in der Liga gewesen sein.
Ähnlich wie bei Young ist auch bei Stroud bereits klar, dass er 2027 nicht am Hungertuch nagen wird. Die Texans haben die Fifth Year Option für ihren Quarterback ebenfalls gezogen, Stroud wird nächstes Jahr 25,9 Millionen Dollar garantiert erhalten. Und im Gegensatz zu Young steht bei Stroud auch noch weniger der Startplatz auf dem Spiel. Dafür war er in Summe zu gut über die bisherige NFL-Karriere, dafür waren die Texans auch als Team zu gut.
Bei Stroud fühlt sich 2026 eher wie eine Weichenstellung dafür an, was für ein Quarterback er über die nächsten Jahre sein wird. Mit einer guten Saison wäre Houston vermutlich bereit, ihm einen Vertrag über mehrere Jahre und in der 50-Millionen-pro-Jahr-Kategorie vorzulegen. Dann würde er finanziell in die Purdy-/Goff-Kategorie klettern - in die ich ihn aktuell aber auch leistungstechnisch noch nicht einstufen würde.
Dafür ist er zu inkonstant, dafür war er zuletzt in den Playoffs entschieden zu schlecht. Stroud hat bisher nicht gezeigt, dass er eine wackelige Offensive Line kompensieren kann und hat zumindest bislang noch nicht die Verlässlichkeit als Passer, die Goffs Spiel auszeichnet.
Die Texans hätten in dieser Offseason mit Stroud vorzeitig verlängern können, so wie sie es mit Will Anderson gemacht haben. Offensichtlich sind die Verantwortlichen in Houston aber gewillt, es darauf ankommen zu lassen. Jetzt liegt es an Stroud, dafür zu sorgen, dass die Texans nächstes Jahr den Geldbeutel dafür weiter öffnen müssen.
Quarterbacks und Head Coaches sind die prägenden Figuren einer Saison und dementsprechend auch in dieser Liste. Aber es gibt auch andere Spieler, für die 2026 eine kritische Saison werden kann. Marvin Harrison etwa.
Der Receiver der Arizona Cardinals, der mit so großen Vorschusslorbeeren in die NFL kam, wurde dem bislang nicht gerecht. Harrison ist kein Bust - als Rookie hatte er 885 Yards und acht Touchdowns, letztes Jahr in einer verletzungsbedingt verkürzten Saison in zwölf Spielen immerhin 608 Yards und vier Touchdowns -, aber er ist eben auch nicht der Superstar, den man vor dem Draft erwartet hatte.
Mit dem neuen Head Coach Mike LaFleur bekommt Harrison jetzt den offensiven Tapetenwechsel. Doch nur wenn er mehr Physis in seinem Spiel generell und mehr Dominanz am Catch Point entwickeln kann, hat er eine Chance darauf, der Star-Receiver zu werden, den nahezu jeder vor dem Draft in ihm gesehen hat. Ansonsten fällt er in der internen Hackordnung hinter Trey McBride und Michael Wilson zurück.
Die Erwartungshaltung war und ist anders für Panthers-Receiver Xavier Legette, aber auch Legette steht eine kritische dritte Saison bevor. Bislang ist er mehr ein athletischer Gadget-Spieler, der zuletzt in der internen Hierarchie auf Platz 3 hinter Tetairoa McMillan und Jalen Coker gefallen ist. Die Verletzung von Rookie Chris Brazzell wird dazu beitragen, dass Legette abermals die Chance bekommt, sich als fester Bestandteil der Offense zu empfehlen. Das ist ihm bisher nicht gelungen.
Spannend sind in diesem Kontext auch immer Spieler, die auf sich selbst setzen. Riq Woolen etwa. Der Cornerback unterzeichnete in der Free Agency einen Einjahresvertrag bei den Philadelphia Eagles, kommt also in eine sehr gute Defense, um sich dort im besten Fall für seinen mutmaßlich größten NFL-Vertrag zu empfehlen. Auch K'Lavon Chaisson hat in Washington für nur ein Jahr unterschrieben. Chaisson ist 27 Jahre alt und kommt aus seiner besten NFL-Saison. Bestätigt er die, winkt ein größerer Zahltag.
Adrian Franke