05.03.2026
NFL weltweit
Viele kennen die NFL als Sportliga aus den USA. Los Angeles, New York, Miami. Doch seit ein paar Jahren ist die Liga nicht nur in den Staaten aktiv, sondern auch gelegentlich bei uns vor der Haustür. Doch warum das Ganze? Alle Antworten gibt es hier.

Erst kürzlich wurde wieder ein Spiel der Regular Season der NFL in Deutschland angekündigt. In diesem Jahr geht es erneut nach München in die Allianz Arena, wo die Detroit Lions mit dem deutschen Wide Receiver Amon-Ra St. Brown spielen werden. Doch das ist nicht das einzige Spiel. In den vergangenen Wochen wurden einige dieser internationalen Spiele mit den ersten feststehenden Mannschaften angekündigt. Bleibt die Frage, warum die Mannschaften und die NFL den weiten Weg auf sich nehmen, um außerhalb der USA ihre Spiele abzuhalten.
Seit 2022 nimmt die NFL international wieder richtig Fahrt auf. Doch Spiele in der Fremde gab es auch schon vorher. Die ersten International Games fanden 2005 in Mexiko City statt. Dort spielten die San Francisco 49ers gegen die Arizona Cardinals im damaligen Aztekenstadion. 2007 kam die NFL dann das erste Mal nach Europa und bestritt ihr erstes Spiel in London. Seitdem sind sie regelmäßiger Gast in der britischen Hauptstadt. In den letzten vier Jahren fanden ganze fünf Spiele in Deutschland statt.
Die NFL möchte mit den International Games die Sportart Football und die NFL zu einer globalen Marke machen. Die Stichwörter sind Markenexpansion und Globalisierung. Durch den Verkauf von Medienrechten an internationale Anbieter und dem Verkauf von Merchandise entstehen für die NFL neue internationale Einnahmequellen. Ein Hauptziel soll ebenfalls das erhöhte Fan-Engagement sein, denn sie möchten den Kontakt zu internationalen Fans suchen, pflegen und ausbauen.
"Ich denke, wir werden diesen Weg weitergehen. Wir haben dieses Jahr jeden Rekord bei unseren internationalen Spielen gebrochen, egal ob es sich um Zuschauer oder Besucher handelte. Die Beachtung ist einfach außergewöhnlich. Was unsere größte Herausforderung ist, ist die Frage, wie wir NFL-Football zu einem globalen Sport machen können. Wir sind auf dem besten Weg dahin und werden uns darauf konzentrieren“, erklärte NFL-Commissioner Rodger Goodell in seiner jährlichen Rede vor dem Super Bowl im Jahr 2023.
Bei der Internationalisierung des US-Sports spielt das Global Markets Program, welches 2022 seinen Betrieb aufgenommen hat, eine zentrale Rolle. Hierbei handelt es sich um die Marketingrechte der einzelnen Teams in internationalen Märkten und deren Verteilung. Mit den Bengals, den Bills und den Titans sind 2025 die letzten drei Franchises dem Programm beigetreten. Damit vermarkten sich nun alle 32 Franchises der Liga auf mindestens einem der 21 internationalen Märkte, für die die NFL-Rechte hat. Um diese Rechte zu bekommen, müssen die Teams einen Antrag für den internationalen Markt, an dem sie teilnehmen wollen, an eine Kommission stellen. Wird dieser stattgegeben dürfen sie in diesen Märkten aktiv werden, sich selbst vermarkten und mit den Fans interagieren.

Für den deutschen Markt haben einige Teams sich diese Rechte gesichert. Darunter sind die: Atlanta Falcons, Carolina Panthers, Green Bay Packers, Indianapolis Colts, Kansas City Chiefs, New England Patriots, New York Giants, Seattle Seahawks, Detroit Lions, Pittsburgh Steelers und die Tampa Bay Buccaneers. Von diesen elf Teams haben bereits acht ein Spiel in Deutschland bestritten. Mit den Lions kommt dieses Jahr ein neuntes dazu.
Während London immer noch die Nummer eins Anlaufstelle für die NFL bleibt, ist Deutschland in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Märkte geworden: „Deutschland als Markt liegt bei vielen relevanten Kennzahlen für die NFL auf Platz eins hinter Nordamerika", erklärte Alexander Steinforth, der Chef der NFL in Deutschland. Alleine für die Spiele, die 2023 in Deutschland stattfanden, soll es über 4,5 Millionen Ticketanfragen gegeben haben. Auch die TV-Quoten sprechen für sich. Im Schnitt verfolgten 1,3 Millionen deutsche Fans den Super Bowl 60 alleine auf RTL.
"Wir wollen ganzjährig in Deutschland präsent sein. Wir wollen in der Gesellschaft ankommen und aktiv sein. Football soll soweit es geht in Deutschland verankert werden“, verdeutlicht Steinforth in einem früheren Interview weiter. Deutschland sei der am schnellsten wachsende Markt und das wolle man ausnutzen. Bis 2029 soll es weiterhin jedes Jahr ein Spiel der Regular Season in Deutschland geben.
In diesem Jahr wird es ganze neun internationale Spiele geben. Dabei wird die NFL gleich zwei neue Märkte erschließen. In Melbourne möchte die Liga mit dem Spiel der Los Angeles Rams gegen die San Francisco 49ers den australischen Markt erobern. Auch in Europa kommt ein neues Land auf die Karte der US-Liga: Im Stade de France in Paris werden sie den Sport auf den nächsten Markt ausweiten. Hier werden die New Orleans Saints gegen einen noch unbekannten Gegner antreten. Weitere Spiele werden in Rio de Janeiro, London, München, Mexiko City und Madrid stattfinden.
lgr