03.08.2026
Ungewöhnliche Methoden
Im Training Camp der Cincinnati Bengals geht es derzeit nicht nur auf dem Footballfeld um jeden Zug. Zwischen Meetings und Trainingseinheiten hat sich ein Schachbrett zum neuen Treffpunkt der Mannschaft entwickelt - und sorgt für Teamchemie vor einer richtungsweisenden Saison.

Während die Bengals nach drei verpassten Playoff-Teilnahmen in Folge wieder den Anschluss an die AFC-Spitze schaffen wollen, entsteht der Zusammenhalt ausgerechnet bei einer Partie Schach. Mittendrin: Franchise-Quarterback Joe Burrow, der im Locker Room als einer der stärksten Spieler am Brett gilt.
Die Idee entstand durch Center Ted Karras. Weil sich die Offensive Line nach den Neuzugängen weiter im Locker Room verteilte, organisierte Karras zunächst einen gemeinsamen Tisch - und legte anschließend ein Schachbrett darauf."Ich wollte einfach etwas haben, womit wir uns beschäftigen können.", erklärte Karras.
Seitdem treffen sich immer wieder Spieler nach dem Training zu Partien, während sich zahlreiche Teamkollegen um den Tisch versammeln und jeden Zug verfolgen.
Auch Joe Burrow ließ sich die Schachduelle nicht entgehen. Long Snapper William Wagner erinnert sich an eine Partie gegen den Quarterback, die eigentlich schon verloren schien. "Er hatte mich komplett in der Mangel.", sagte Wagner. Am Ende rettete er sich jedoch noch in ein Patt.
Tight End Erick All Jr., selbst ein leidenschaftlicher Schachspieler, sieht Burrow sogar als stärksten Spieler im gesamten Locker Room.
Für Offensive Tackle Andrew Coker verrät Schach viel über die Persönlichkeit eines Mitspielers. "Schach ist wie ein Persönlichkeitstest. Du erkennst, wie jemand denkt. Spielt er aggressiv? Defensiv? Plant er langfristig oder will er sofort gewinnen? Das macht richtig Spaß."
Für All geht der Wert der Schachrunden noch deutlich weiter. "Es war cool zu sehen, wie sich alle um den Tisch versammelt haben. Das bringt die Jungs zusammen. Man muss clever sein und das Spiel verstehen - sinnlose Züge funktionieren nicht."
nkr