03.06.2026
Super-Bowl-Champion in Düsseldorf
Besonderer Besuch für den Football-Nachwuchs in Düsseldorf: Am vergangenen Montag machten mit Mario Bailey und Mack Strong gleich zwei ehemalige Spieler der Seattle Seahawks Station beim NFL FLAG-Qualifikationsturnier auf der Anlage des VfL Benrath. Gemeinsam mit Seahawks-Botschafter Kevin Müller unterstützten sie die Veranstaltung, bei der junge Spielerinnen und Spieler um die Teilnahme an weiteren Wettbewerben kämpften.

Für die Seahawks ist das Event Teil ihres langfristigen Engagements in Deutschland. Dass das Franchise dabei auf ehemalige Spieler setzt, die eine enge Verbindung zum europäischen Football haben, ist kein Zufall. Sowohl Bailey als auch Strong sehen in Flag Football einen entscheidenden Baustein für die Zukunft des Sports.
Für Mack Strong steht fest, dass Flag Football den Football nachhaltig verändern wird. Der ehemalige Fullback der Seahawks bezeichnet die Entwicklung sogar als wegweisend für die gesamte Sportart.
"Ich halte Flag Football für absolut entscheidend. Es ist ein echter Gamechanger für die NFL und für Football insgesamt", sagt Strong. Gerade in Zeiten, in denen Diskussionen über Verletzungen und Langzeitfolgen den Sport geprägt hätten, biete Flag Football einen idealen Einstieg.
Besonders wichtig sei dabei die Offenheit des Sports für neue Zielgruppen. "Heute sehen wir sogar junge Mädchen, die Football spielen. Das sorgt für mehr Vielfalt und bringt mehr Menschen mit dem Sport in Berührung", erklärt Strong. Zudem gebe es weniger Körperkontakt und damit auch ein geringeres Verletzungsrisiko.
Auch Mario Bailey blickt optimistisch auf die Entwicklung. Der ehemalige Wide Receiver der Seahawks glaubt, dass Flag Football spätestens mit den Olympischen Spielen 2028 einen gewaltigen Schub erhalten wird.
"Ich glaube, Flag Football wird noch sehr lange bestehen und nach den Olympischen Spielen 2028 weltweit durchstarten", sagt Bailey. Dann würden erstmals auch große internationale Namen entstehen. "Durch Olympia werden viele bekannte Gesichter dazukommen und daraus wird ein globaler Sport für sehr lange Zeit."
Die Veranstaltung in Düsseldorf könnte somit ein kleiner Vorgeschmack auf eine Entwicklung sein, die dem Sport in den kommenden Jahren völlig neue Dimensionen eröffnet.

Vor allem Mario Bailey bringt eine besondere Verbindung zum deutschen Football mit. Nach seiner NFL-Karriere spielte er mehrere Jahre in Europa, unter anderem für Frankfurt Galaxy in der damaligen NFL Europe.
"Eigentlich wollte ich damals gar nicht nach Deutschland kommen", erinnert sich Bailey schmunzelnd. "Aber als ich hier war, wurde Deutschland schnell zu einer zweiten Heimat."
Die größte Umstellung sei für ihn zunächst das Essen gewesen. Sportlich blickt er jedoch mit großer Wertschätzung auf seine Zeit in Europa zurück. Noch heute verfolgt er die Entwicklung des Footballs auf dem Kontinent.
"Die Spieler gehen mit ganzem Herzen auf das Feld und ich liebe es, das zu sehen", sagt Bailey. Auch die Begeisterung der Deutschen für American Football sei für ihn seit Jahrzehnten offensichtlich. "Deutschland hat Football immer unterstützt. Das war schon so, als ich hier gespielt habe."
Die Seahawks gehören zu den NFL-Teams, die ihre Präsenz in Deutschland in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut haben. Bailey sieht darin einen wichtigen Grund für die starke Bindung vieler Fans an das Franchise.
"Wir kommen immer wieder nach Deutschland und zeigen unseren Fans, dass wir sie wertschätzen", sagt er. Ob Flag Football, Community-Projekte oder Fan-Events - die Seahawks wollten ihre Unterstützung sichtbar machen.
Auch Mack Strong hebt die besondere Beziehung zwischen Team und Anhängern hervor. Die berühmten "12s", wie sich die Seahawks-Fans nennen, seien ein wichtiger Bestandteil der Identität des Teams.
"Die Fans in Seattle haben wirklich das Gefühl, dass sie Einfluss auf das Spiel nehmen können", sagt Strong. Besonders die Atmosphäre im Lumen Field sei einzigartig. "Es gab Spiele, in denen die Fans den Unterschied ausgemacht haben. Ich kenne keine andere Fanbasis im Football, die das in diesem Ausmaß von sich behaupten kann."
Die übergreifende Botschaft von Strong und Bailey ist eindeutig: Deutschland bleibt ein wichtiger Standort für Football - und Flag Football könnte schon bald die nächste große Erfolgsgeschichte des Sports schreiben.
nkr