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    NFL

    12.10.2026

    "Fire Nick"-Schilder in London

    Sirianni gesteht fatalen Fehler: "Ich habe uns das Spiel verloren"

    Die Philadelphia Eagles sind in London acht Sekunden vor Schluss in Führung gegangen und haben dennoch mit 17:19 gegen Jacksonville verloren. Nick Sirianni hat die Verantwortung für eine folgenschwere Kickoff-Entscheidung übernommen - und die ohnehin laute Kritik an ihm weiter verschärft.

    Nick Sirianni übernahm nach der 17:19-Niederlage der Philadelphia Eagles gegen die Jacksonville Jaguars die Verantwortung
    Nick Sirianni konnte das kuriose Ende in London kaum fassen. Seine Entscheidung ermöglichte Jacksonville noch den Sieg. Bill Streicher

    Acht Sekunden vor Schluss schien Philadelphia seine Negativserie gerade noch abgewendet zu haben. Jake Elliott verwandelte aus 48 Yards zur 17:16-Führung, auf den mehrheitlich grünen Rängen des Tottenham Hotspur Stadiums brach Jubel aus.

    Wenig später standen die Eagles fassungslos auf dem Feld. Ameer Abdullah trug den folgenden Kickoff 53 Yards bis an Philadelphias 39-Yard-Linie zurück. Eine Sekunde blieb übrig - genug für Cam Little, der Jacksonville aus 57 Yards zum 19:17-Sieg schoss.

    Warum war der Kickoff überhaupt returnbar?

    Elliott beförderte den Ball beim Kickoff nicht durch die Endzone, sondern an die Acht-Yard-Linie der Jaguars. Weil der Kick damit in der sogenannten Landing Zone landete, musste Jacksonville ihn zurücktragen.

    Die sicherste Alternative wäre wohl ein Touchback gewesen. Jacksonville hätte ohne Timeout an der eigenen 35-Yard-Linie begonnen und innerhalb von acht Sekunden einen weiten Pass an die Seitenlinie benötigt, um Little überhaupt noch einmal in Reichweite zu bringen.

    Besonders unverständlich wirkte die Entscheidung wegen des bisherigen Spielverlaufs. Bereits den Eröffnungskickoff hatte Josh Cameron über 90 Yards in die Endzone getragen, ehe Strafen den Touchdown annullierten.

    Mit Jeremiah Trotter Jr. wurde anschließend Philadelphias stärkster Coverage-Spieler des Feldes verwiesen, später fiel auch Will Shipley aus. Trotzdem gab Sirianni der geschwächten Einheit noch einmal den Auftrag, einen solch wichtigen Return zu verteidigen.

    Elliott machte nach der Partie deutlich, dass der Kick den Vorgaben entsprach: "Ich bin einfach rausgegangen und habe gemacht, was mir gesagt wurde. Natürlich wünschte ich, es wäre anders ausgegangen."

    Schon vor dem Kickoff lief es falsch

    Der letzte Kickoff war zudem nicht Philadelphias einzige verpasste Möglichkeit. Nach einem First Down an Jacksonvilles 34-Yard-Linie hatten die Eagles noch 25 Sekunden Zeit. Statt erneut zu laufen und den Jaguars ihr letztes Timeout zu nehmen, warf Jalen Hurts ( 220 YDS / 1 TD) einen unvollständigen Pass.

    Ein Lauf hätte Jacksonville zur letzten Auszeit gezwungen. Anschließend hätte Philadelphia die Uhr mit einem weiteren Spielzug fast vollständig herunterlaufen lassen und unmittelbar vor dem Field Goal selbst die Auszeit nehmen können.

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    Auf die Frage, ob er den Spielzug hätte verändern müssen, antwortete Hurts zunächst: "Das ist nicht meine Aufgabe." Er sei darauf vorbereitet, dem eingehenden Playcall zu vertrauen. Er räumte jedoch ein, später darüber nachgedacht zu haben, ob er hätte eingreifen sollen.

    Sirianni suchte dagegen keine Ausflüchte: "Ich habe nicht die richtige Entscheidung getroffen und uns das Spiel verloren. Das geht komplett auf mich." Genau das habe er auch seiner Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel gesagt.

    Spieler stellen sich vor ihren Trainer

    In der Kabine kam Siriannis Reaktion grundsätzlich gut an. Linebacker Zack Baun erklärte: "So sehr er Verantwortung predigt, in diesem Moment hat er sie auch übernommen."

    Jordan Mailata wollte die Niederlage ebenfalls nicht allein am Head Coach festmachen. Sein eigener False Start habe einen wichtigen Drive erschwert. "Es liegt nicht nur an Sirianni, sondern auch an uns", betonte der Left Tackle.

    Das entlastet Sirianni jedoch nur bedingt. Die Eagles produzierten insgesamt lediglich 232 Yards und 22 Rushing Yards. Und zum dritten Mal in Folge blieb die Offense nach der Halbzeit ohne Touchdown.

    Philadelphia Eagles: Letzte 3 Spiele

    Ein Fan der Philadelphia Eagles forderte beim London-Spiel gegen die Jacksonville Jaguars die Entlassung von Head Coach Nick Sirianni
    Dieser Eagles-Fan machte seinem Frust über Nick Sirianni mit einem unmissverständlichen Schild Luft. Kirby Lee

    "Fire Nick"-Rufe werden wieder lauter

    Vereinzelt hielten Eagles-Fans in London bereits "Fire Nick"-Schilder hoch. Die Kritik entstand nämlich nicht erst durch den verhängnisvollen Kickoff: Schon in der vergangenen Spielzeit wirkte Philadelphias Offense trotz einer 11-6-Bilanz über weite Strecken festgefahren. Sie belegte nur Rang 19 bei den Punkten und Rang 24 bei den Yards, ehe die Saison gegen San Francisco in der Wild Card Round endete.

    Nun steht Philadelphia nach drei Niederlagen in Serie bei 2-3. Erstmals seit 2021 besitzt das Team damit wieder eine negative Bilanz. Gerade weil Sirianni das offensive Playcalling abgegeben hat und sich stärker auf die Spielleitung konzentriert, wiegt ein solcher Fehler für ihn besonders schwer - zumal er ihm heute gleich mehrmals unterlief.

    Am kommenden Sonntag empfangen die Eagles die Carolina Panthers (2-2). Eine vierte Niederlage in Serie würde aus der bekannten Skepsis endgültig eine offene Trainerdebatte machen.

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