27.11.2025
Thanksgiving in der NFL
Thanksgiving und NFL gehören für viele Fans untrennbar zusammen: Von den frühen TV-Slots bis zur Primetime läuft Football praktisch den ganzen Tag - das Truthahn-Essen passt dazwischen, davor oder danach. Was heute als fester Tripleheader gilt, begann 1934 als gezielter Marketing-Schachzug in Detroit, wurde ab 1966 in Dallas zur zweiten großen Bühne und wuchs seit 2006 mit dem zusätzlichen Primetime-Spiel endgültig zur nationalen Football-Tradition.

Thanksgiving ist in den USA einer der wichtigsten Feiertage des Jahres und steht traditionell für Familie, gemeinsames Essen und Reisen quer durchs Land. Gefeiert wird es immer am vierten Donnerstag im November - für viele beginnt damit auch ganz offiziell die Vorweihnachtszeit.
Schon im späten 19. Jahrhundert war Thanksgiving auch ein Football-Tag, vor allem im College-Bereich: Rivalitäten wie Yale gegen Princeton oder andere Ostküsten-Duelle wurden gezielt an diesem freien Tag angesetzt, weil viele Leute Zeit hatten und in die Städte zurückkamen. Auch frühe Pro-Teams spielten rund um Thanksgiving, aber ohne festes, jährlich wiederkehrendes NFL-Konzept.
1934 wurde die heutige NFL-Tradition im Kern geboren: George A. Richards, Radiomann und damaliger Besitzer der aus Portsmouth nach Detroit umgezogenen Lions, setzte am 29. November ein Thanksgiving-Spiel gegen die Chicago Bears an, um Aufmerksamkeit in der eigentlichen Baseball-Stadt zu erzeugen. Er sicherte sich ein landesweites NBC-Radiotelefonnetz, das Stadion war mit rund 26.000 Zuschauern ausverkauft und Detroit etablierte Thanksgiving als jährlichen Fixpunkt.
Seitdem gehört das Thanksgiving-Heimspiel für die Lions zum Standard. Unterbrochen wurde die Serie später nur in den Kriegsjahren, als die NFL zwischen 1941 und 1944 keine Feiertagsspiele ansetzte.
32 Jahre später stieg Dallas ein - ebenfalls aus einem klaren strategischen Grund: Mitte der 1960er suchte die Liga gezielt ein zweites Team, das sich dauerhaft für ein Thanksgiving-Heimspiel verpflichtet, um die TV-Reichweite zu erhöhen.
Während andere Franchises verzichteten, griff Cowboys-GM Tex Schramm zu, weil er nationale Sichtbarkeit für sein damals noch junges Franchise wollte. 1966 stieg Dallas dann erstmals an Thanksgiving mit dem Spiel gegen die Cleveland Browns ein. Das Stadion war voll, die Quoten stimmten, und der Slot blieb in Dallas.

Nur 1975 und 1977 wich die Liga kurzzeitig auf die St. Louis Cardinals als Host aus - das Experiment verpuffte jedoch, und Dallas bekam den Slot anschließend dauerhaft zurück.
Über Jahrzehnte prägte der Doubleheader mit Lions (früheres Fenster) und Cowboys (späteres Fenster) den Feiertag, ehe die Liga 2006 ein drittes Spiel in der Primetime ergänzte. Die Partie wurde dabei eingebettet in Thursday Night Football, wodurch Thanksgiving endgültig zum ganztägigen nationalen Football-Event wurde. Für das dritte Spiel gibt es jedoch keinen festen Gastgeber, sodass der Slot rotieren kann.
In der diesjährigen Ausgabe beginnt der Feiertag am Donnerstag, dem 27. November, mit den Green Bay Packers bei den Lions, danach folgen die Kansas City Chiefs gegen die Cowboys. In der Nacht auf Freitag steigt dann das Primetime-Spiel der Cincinnati Bengals bei den Baltimore Ravens. Jede Partie bekommt dazu auch eine Halftime-Performance.
mhh