19.09.2026
LSU vs. Ole Miss
Es gibt Football-Spiele, die aufgrund der Qualität der beiden Teams besonders im Vordergrund stehen. Und dann gibt es Duelle, bei denen noch deutlich mehr dahintersteckt. Eine Vorgeschichte. Etwas, dass das Spiel zu einem persönlichen Duell macht und für beide Teams eine besondere Bedeutung hat. Beim Spiel LSU gegen Ole Miss ist genau das der Fall.

Im College Football gibt es uralte Rivalitäten, die über Jahrzehnte größer oder kleiner geworden sind, aber schon seit langer Zeit existieren. Diese Rivalitäten sind vor langer Zeit entstanden und haben sich über viele Saisons zu Klassikern entwickelt. Doch was zwischen LSU und Ole Miss passiert ist, könnte der Beginn einer ganz jungen und neuen Rivalität sein, die keiner kommen sah.
Eigentlich gab es nie eine große Rivalität zwischen den beiden Colleges. Während LSU immer wieder zu den besten Football-Programmen des Landes zählt, kann Ole Miss keine so große Konstanz aufweisen, erlebte aber immer wieder starke Jahre. In den vergangenen Saisons entwickelte sich das College aus Mississippi zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten und erreichte die College-Football-Playoffs.
Doch die Rivalität entstand eher aus persönlichen Gründen. Schon vor der Saison 2025 wurde Ole-Miss-Head-Coach Lane Kiffin als möglicher nächster Head Coach von LSU, Florida oder Penn State gehandelt. Es wurde vermutet, dass er nach der Saison zu einem der drei Top-Colleges wechseln wird und einen Vertrag unterschreibt, der ihn zu einem der bestbezahlten Coaches am College macht.
Da diese Gerüchte während der Saison nicht abrissen und für wenig Begeisterung bei den Fans der Rebels sorgten, kam es letztendlich noch viel schlimmer. Bereits Ende November, also noch während der Saison, sickerten Informationen durch, dass sich Kiffin mit LSU auf einen Vertrag geeinigt hat, der ihn zu einem der Top-Verdiener unter den Coaches macht. In einem Meeting beschlossen die Verantwortlichen bei Ole Miss, den Coach mit sofortiger Wirkung zu entlassen und ihn nicht bei den restlichen Spieler und den Playoffs an der Seitenlinie zu haben. Kiffin selbst soll das wohl gewollt und dem Team angeboten haben. Stattdessen wurde Defensive Coordinator Pete Golding zum neuen Head Coach ernannt.
Kurz darauf bestätigte Kiffin die Gerüchte um seinen Wechsel zu LSU und auch, dass er Ole Miss gerne die restliche Saison trainiert hätte. Auf dem Weg zum Flughafen und vor Abflug wurde der 51-Jährige von Rebels-Fans ausgebuht und verhöhnt. Kiffin unterschrieb einen Siebenjahresvertrag mit einem Gehalt von 91 Millionen Dollar in Louisiana.
Nach dem unrühmlichen Abschied von Kiffin treffen nun beide Teams das erste Mal wieder aufeinander - und das auch noch in Mississippi. In der Nacht von Samstag auf Sonntag müssen die LSU Tigers ins Vaught-Hemingway Stadium, in das alte Wohnzimmer von Kiffin. Dieser wird vermutlich keine gemütliche Rückkehr erleben und einiges aushalten müssen.
Dafür gehen die Tigers als leichter Favorit in die Partie. LSU, an 7 gerankt trifft auf Ole Miss, die es im AP Ranking direkt dahinter auf Platz 8 geschafft haben. Doch der Heimvorteil der Rebels ist unbestritten und durch die Vorgeschichte mit Kiffin wird es für die Tigers und ihren Head Coach vermutlich noch ein wenig unangenehmer werden.
nhu