19.03.2026
Neue Strategie in Minnesota
Zahlreiche Nachrichten rankten sich in den letzten Tagen um die Free Agency. Viele große Namen, viele große Deals und viel Bewegung zwischen den Franchises. Doch ein Team mag mit wenigen Ausnahmen nicht so recht in Schwung kommen - die Minnesota Vikings.

Ja, sie haben für Aufruhr gesorgt. Der kürzliche Transfer von Quarterback Kyler Murray für 1,3 Millionen US-Dollar von den Arizona Cardinals zu den Minnesota Vikings hat für Aufsehen gesorgt. Dieser trifft nun mit J.J. McCarthy auf Konkurrenz um den Starter-Posten bei den Vikings. Aber abseits von dieser Verpflichtung ist es erschreckend ruhig um das Team aus Minnesota.
Die Vikings waren in der ersten Woche der Free Agency das Team, welches am drittwenigsten Geld ausgegeben hat. Insgesamt nahmen sie bis jetzt knapp über 38 Millionen US-Dollar in die Hand. Zum Vergleich: Spitzenreiter sind hier die Tennessee Titans, die insgesamt über 300 Millionen US-Dollar ausgaben. Der größte Deal der Vikings war hierbei der neue Vertrag für ihren Linebacker Eric Wilson, der Deal steht dabei mit rund 8,25 Millionen US-Dollar zu Buche. Erst heute gaben sie zwar bekannt, dass Carson Wentz ebenfalls einen Platz im Quarterback-Room bekommt und einen neuen Einjahresvertrag erhält. Wirklich große Moves sehen allerdings anders aus.
Drei von fünf Transaktionen gingen in ihre Special Teams. Einzig mit Murray verpflichteten sie einen neuen Starter, auf der anderen Seite verliert das Roster vier Starter. Trotzdem will man in Minnesota in dieser Saison wieder die Playoffs erreichen.
Zum Ende der letzten Saison lagen die Vikings rund 43 Millionen US-Dollar über dem Salary Cap, der 2026 um die 301 Millionen US-Dollar beträgt. Interims General Manager Rob Brzezinski bezeichnete die Lage der Vikings vor ein paar Wochen beim Combine als ein "schwieriges kommendes Jahr, in dem wir unsere Finanzen und unseren Cap vernünftig navigieren müssen." Die Vikings können und wollen also nicht mehr so viel ausgeben, wie in den letzten Jahren.
In den Jahren 2024 und 2025 haben sie insgesamt rund 100 Millionen Dollar über den Cap ausgegeben. Dementsprechend ist jetzt die Zeit der Einsparungen gekommen. "Ich denke, dass wir uns verantwortungsbewusst für die Zukunft aufgestellt haben und gleichzeitig bereit für den Wettbewerb in diesem Jahr sind", betont Brzezinski in einer Pressekonferenz nach der Vorstellung von Murray "Trotzdem ist noch ein langer Weg zu gehen."
Das Ziel der Vikings ist also klar: So viel Ertrag für das Roster wie möglich mit so wenig Geld wie möglich. Momentan stehen sie bei 260 Millionen US-Dollar, die sie 2026 an ihre Spieler zu zahlen haben. Das lässt das Franchise bei rund 67 Millionen US-Dollar Cap Space für das Jahr 2027 stehen.
Vor allem in der Secondary muss noch nachgebessert werden. Die Vikings haben zwar zwei Cornerbacks unter Vertrag genommen - ob die beiden aber die Probleme in der Secondary lösen, bleibt fraglich.
Brzezinski erklärte außerdem kürzlich, dass sich die Vikings darauf zurückbesinnen wollen, den Cap Space stärker für Vertragsverlängerungen zu nutzen und ihr Roster stattdessen durch gezielte Deals und den Draft ausbessern wollen. Ob sich diese Strategie auszahlt und es so bis für die Playoffs Jahr reicht, bleibt nun abzuwarten.
lgr