02.05.2026
Draft-Coup in Tampa Bay
Die Tampa Bay Buccaneers sind mit klaren Baustellen in den Draft gegangen - und haben ihn offenbar als eines der komplettesten Teams der Liga verlassen. Was zunächst wie ein schwieriger Balanceakt wirkte, entwickelte sich zu einer Demonstration von Timing, Geduld und Value.

Vor allem General Manager Jason Licht steht im Mittelpunkt der Anerkennung. Nationale Stimmen sprechen von einer "Masterclass" - und der Blick auf die einzelnen Picks zeigt, warum diese Einschätzung kein Zufall ist.
Schon vor dem ersten Pick war die Ausgangslage klar: Tampa Bay musste mehrere Abgänge kompensieren und gleichzeitig die Identität des Teams weiterentwickeln. Viele Beobachter waren skeptisch, ob sich diese Anforderungen innerhalb eines Drafts lösen lassen würden.
Doch genau hier spielte Licht seine Stärke aus. Statt hektisch Needs zu jagen, ließ er das Board zu sich kommen - und profitierte davon, dass mehrere hoch eingeschätzte Prospects überraschend verfügbar waren.
Der vielleicht deutlichste Beleg dafür war der First-Round-Pick. Edge Rusher Rueben Bain Jr. galt bei vielen Teams als deutlich höher einzustufen und rutschte dennoch bis zu den Buccaneers durch. Tampa reagierte sofort und adressierte damit eines der größten Probleme der vergangenen Saison: fehlender Pass Rush.
Was den Draft der Buccaneers besonders macht, ist nicht nur der Top-Pick - sondern die Konstanz über alle Runden hinweg. Mehrere Spieler wurden später gezogen, als es ihre Pre-Draft-Bewertungen erwarten ließen.
Linebacker Josiah Trotter verstärkt eine Defense, die nach dem Karriereende von LaVonte David neu strukturiert werden musste. Gleichzeitig bringt er genau die Physis und Spielintelligenz mit, die in Todd Bowles’ System gefragt ist.
Noch auffälliger ist der dritte Pick: Wide Receiver Ted Hurst. In vielen Boards höher eingeschätzt, fiel er bis in Runde drei - und gibt Quarterback Baker Mayfield eine zusätzliche vertikale Option im Passing Game. Genau diese Komponente hatte nach personellen Veränderungen im Receiver-Corps gefehlt.
Auch in den späteren Runden zeigte sich ein klares Muster. Cornerback Keionte Scott, der von vielen Experten als Zweitrunden-Talent gesehen wurde, landete erst deutlich später bei Tampa Bay. Seine Vielseitigkeit - vor allem im Slot und als Blitzer - passt ideal in die aggressive Defensive der Buccaneers.
Auffällig ist dabei nicht nur die Qualität der einzelnen Picks, sondern die Stringenz dahinter. Tampa Bay setzte klar auf Spieler mit hoher Motorik, physischer Spielweise und unmittelbarem Impact-Potenzial.
Die Defense wurde gezielt verstärkt, insbesondere an der Line und im zweiten Level, während die Offense punktuell ergänzt wurde. Dieses Gleichgewicht zwischen kurzfristigem Bedarf und langfristigem Value gilt als einer der Hauptgründe für die starken Bewertungen durch nationale Analysten.
Dass viele Experten dem Draft Noten im Bereich A- bis A+ gaben, unterstreicht diese Wahrnehmung. Selbst kritischere Stimmen erkennen an, dass Tampa Bay in nahezu jeder Runde den maximalen Gegenwert aus seinen Picks gezogen hat.
Die Tampa Bay Buccaneers haben 2026 einen Draft hingelegt, der in der NFL-Sprache alle Kriterien eines "Complete Class"-Jahrgangs erfüllt: Value, Bedarf, Upside und Systemfit.
Jason Licht hat dabei nicht spektakulär agiert, sondern konsequent. Genau das macht diesen Draft so bemerkenswert. Statt einzelner Highlight-Picks steht ein Gesamtbild, das von vielen Experten als eines der besten der Liga bewertet wird.
Wenn sich auch nur ein Teil dieses Potenzials auf dem Feld bestätigt, könnte dieser Draft rückblickend als einer der entscheidenden Bausteine für die nächste erfolgreiche Phase in Tampa Bay gelten.
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nkr