15.04.2026
High Risk, High Reward
Kaum ein Receiver im Draft sorgt für so viele Diskussionen wie Jordyn Tyson. Sein Talent ist unumstritten - doch ein Faktor macht ihn zu einem der größten Fragezeichen in Pittsburgh.

Wenn Jordyn Tyson auf dem Feld steht, zeigt er das Profil eines modernen NFL-Receivers: explosiv aus den Breaks, sicher in Contested-Catch-Situationen und gefährlich nach dem Catch. Genau deshalb gilt der Passempfänger der Arizona State Sun Devils trotz einiger Rückschläge als einer der interessantesten Wide Receiver im Draft 2026.
Der 1,88 Meter große Receiver aus Allen, Texas, brachte bereits als High-School-Prospect vielversprechende Anlagen mit, entwickelte sich am College jedoch erst richtig zum Difference Maker.
Seine College-Karriere begann Tyson bei den Colorado Buffaloes, wo er bereits als Freshman sein Potenzial andeutete. In nur neun Spielen kam er auf 470 Receiving Yards und vier Touchdowns bei starken 21,4 Yards pro Catch - ein Wert, der seine Big-Play-Fähigkeiten unterstreicht.
Schon früh wurde deutlich, dass Tyson nicht nur ein klassischer Deep Threat ist, sondern auch nach dem Catch konstant Raumgewinn erzielen kann.
Nach seinem Wechsel zu Arizona State folgte schließlich der große Durchbruch. In der Saison 2024 entwickelte er sich zur klaren Nummer eins im Passing Game der Sun Devils und fing 75 Pässe für 1101 Yards und zehn Touchdowns.
Seine Fähigkeit, sich Raum gegen Verteidiger zu verschaffen, unterschiedliche Routen auf hohem Niveau zu laufen und auch unter Druck sichere Hände zu zeigen, machte ihn schnell zu einem der auffälligsten Receiver seines Jahrgangs.
| Saison | Team | Spiele | Receptions | Yards | TouchDowns |
|---|---|---|---|---|---|
| 2022 | Colorado | 9 | 22 | 470 | 4 |
| 2024 | Arizona State | 12 | 75 | 1101 | 10 |
| 2025 | Arizona State | 9 | 61 | 711 | 8 |
| Karriere | - | 30 | 158 | 2282 | 22 |
So konstant seine Leistungen auf dem Feld waren, so häufig wurde die Entwicklung des Receivers jedoch durch Verletzungen unterbrochen. Im November 2022 erlitt der Passfänger eine schwere Knieverletzung, bei der gleich mehrere Bänder im linken Knie betroffen waren - das vordere Kreuzband (ACL), das Innenband (MCL) sowie das hintere Kreuzband (PCL).
Die komplexe Verletzung setzte ihn über die gesamte Saison 2023 außer Gefecht und bremste seine sportliche Entwicklung spürbar aus.
Zwar kam Tyson danach wieder zurück aufs Feld, doch auch in den folgenden Jahren blieb der 21-Jährige nicht vom Verletzungspech verschont: muskuläre Probleme, ein Schlüsselbeinbruch sowie zuletzt Beschwerden am Knöchel verhinderten mehrfach eine komplett sorgenfreie Saisonvorbereitung.
Viele Scouts sind sich deshalb einig, dass das Talent ohne diese Unterbrechungen deutlich höher im Draft gehandelt werden würde. Sein Tape zeigt einen Receiver, der das Potenzial besitzt, auf NFL-Niveau eine tragende Rolle zu übernehmen.
Trotz der Rückschläge bringt der Playmaker viele Eigenschaften mit, die NFL-Teams besonders schätzen: Größe, Explosivität und Flexibilität im Einsatz. Tyson kann sowohl im Slot (innen) als auch auf einer äußeren Position eingesetzt werden - und bietet Quarterbacks damit stets eine verlässliche Anspielstation auf verschiedenen Ebenen des Feldes.
Auffällig ist vor allem seine Körperkontrolle entlang der Sideline sowie die Fähigkeit, auch schwierige Bälle sicher herunterzuholen. Gleichzeitig verfügt Tyson über genügend Speed, um Big Plays zu kreieren und Defenses konstant unter Druck zu setzen.
Gerade die Kombination aus klar erkennbarem Top-Talent und gesundheitlichen Fragezeichen macht den Receiver zu einem der spannendsten Prospects des Draft-Jahrgangs. Teams müssen abwägen, wie hoch das Risiko einzuschätzen ist - gleichzeitig lockt die Aussicht auf einen potenziellen Difference Maker.
Aktuell wird Tyson in vielen Mock Drafts unter anderem mit den New York Jets in Verbindung gebracht, wo er als dynamische Ergänzung zu Garrett Wilson gelten könnte. Weitere mögliche Fits sehen Analysten bei den Miami Dolphins, Cleveland Browns oder den Pittsburgh Steelers.
Der Draft in Pittsburgh wird damit zur entscheidenden Wegmarke für eines der faszinierendsten Receiver-Talente dieses Jahrgangs. Sein Potenzial ist offensichtlich - die zentrale Frage bleibt, ob der Körper langfristig mitspielen kann.
mhh