04.04.2026
Draft-Check
Die diesjährige QB-Klasse beinhaltet mehrere interessante Spielmacher. Während Fernando Mendoza von den meisten als möglicher First-Overall-Pick gesehen wird, ist dahinter vieles offen.

Während frühere Draftjahrgänge von klaren Franchise-QBs geprägt waren, bietet die Klasse 2026 vor allem Optionen für Teams, die einen Quarterback entwickeln wollen - nicht zwingend sofort einen Starter benötigen. Ein Direktvergleich der wichtigsten Kennzahlen am Ende zeigt, wie die Top-5 einzuordnen sind.
Mit seiner Größe (1,96 m), Armstärke und soliden Mobilität erfüllt Drew Allar viele prototypische Anforderungen an einen NFL-Quarterback. Bei Penn State zeigte er in den vergangenen beiden Spielzeiten eine stetige Entwicklung, insbesondere im Reading von Coverages, im Timing seiner Würfe sowie in der Entscheidungsfindung.
2025 blieb die Offense der Nittany Lions jedoch hinter den Erwartungen zurück; Penn State beendete die Big-Ten-Saison mit 3-6 und insgesamt 7-6, während Allar in sechs Spielen 1100 Passing Yards, acht Touchdowns und drei Interceptions auflegte. Der junge QB kombiniert dabei klassische Pocket-Präsenz mit ausreichend Athletik, um Plays außerhalb der Struktur zu verlängern.

Seine physische Grundlage gilt als eine der besten in dieser Draft-Klasse. Gleichzeitig sehen Scouts weiterhin Entwicklungspotenzial bei Konstanz unter Druck und Antizipation gegen komplexe Defenses . Insgesamt gilt Allar als Prospect mit hohem Ceiling, der mit weiterer Entwicklung zu einem langfristigen Starter in einer pro-style oder vertikal ausgerichteten Offense werden kann .
Nach seinem Transfer von Georgia zu Miami übernahm Carson Beck 2025 die Rolle als Starting-Quarterback der Hurricanes und trug maßgeblich dazu bei, dass das Team in der zweiten Saisonhälfte in die erweiterte Spitze der ACC aufstieg, sich für die College-Football-Playoffs qualifizierte und schließlich bis ins National-Championship-Game vordrang.
Mit über 3800 Passing Yards sowie einem klar positiven Touchdown-Interception-Verhältnis präsentierte sich Beck dabei als stabiler Anführer einer strukturierten Passing-Offense.
Der 1,93 m große Quarterback gilt als klassischer Pocket-Passer mit sauberer Technik, guter Ballplatzierung auf kurzen und mittleren Routen sowie der Fähigkeit, Drives kontrolliert zu orchestrieren. Auch seine Erfahrung in unterschiedlichen Offense-Systemen - sowohl bei Georgia als auch nach dem Wechsel zu Miami - wird von Scouts als Vorteil in der Projection bewertet.

Während Beck nicht über die spektakulärsten physischen Tools der Klasse verfügt, machen ihn seine Genauigkeit und Entscheidungsfindung dennoch zu einer vergleichsweise sicheren Option für Teams, die einen zuverlässigen Backup oder mittelfristigen Starter suchen.
Garrett Nussmeier profitiert von seinem footballgeprägten Umfeld: Sein Vater Doug Nussmeier spielte mehrere Jahre als Quarterback in der NFL und arbeitete anschließend als Coach auf College- und NFL-Level.
Auf dem Platz überzeugt der LSU-Spielmacher vor allem durch gutes Spielverständnis, Antizipation im Kurz- und Intermediate-Passing-Game sowie die Fähigkeit, Progressions strukturiert abzuarbeiten. Nussmeier gilt als klassischer Pocket-Passer, der Defenses pre-snap gut liest und Würfe in enge Fenster anbringen kann.

Gleichzeitig sorgen inkonstante Leistungen und eine erhöhte Turnover-Rate für Fragezeichen bei der Projection. Scouts sehen in ihm dennoch einen entwicklungsfähigen Quarterback mit Starter-Potenzial, der insbesondere in strukturierten Offenses mit klar definierten Reads seine Stärken ausspielen kann.
Ty Simpson gehört definitiv zu den physisch interessantesten Quarterbacks der Draft-Klasse. Der Spielmacher von Alabama übernahm 2025 erstmals durchgehend die Rolle als Starter und überzeugte mit effizientem Passspiel sowie guter Ballkontrolle. Mit über 3500 Passing Yards, 28 Touchdowns und lediglich fünf Interceptions führte er die Crimson Tide zu einer produktiven Offense und bestätigte seine Entwicklung nach mehreren Jahren in einer Backup-Rolle.
Der 1,88 m große Quarterback kombiniert solide Armstärke mit der Fähigkeit, Plays außerhalb der Struktur zu verlängern und Drucksituationen athletisch zu lösen. Besonders in modernen, Run bzw. tempoorientierten Offenses gilt Simpson daher als interessanter Kandidat.

Gleichzeitig bleibt die vergleichsweise begrenzte Erfahrung als Full-Time-Starter ein Bewertungsfaktor für Scouts. Viele sehen in ihm ein entwicklungsfähiges Talent, das voraussichtlich im Bereich späte erste Runde bis Day 2 gehandelt wird - mit Potenzial, sich langfristig zu einem Starter zu entwickeln.
Fernando Mendoza hat sich 2025 endgültig an die Spitze des Draft-Jahrgangs gespielt. Der 1,96 Meter große Spielmacher führte Indiana zu einer historischen Saison und überzeugte mit effizientem Passing, guter Entscheidungsfindung und konstanter Production. Mit über 3500 Passing Yards sowie 41 Touchdowns bei nur sechs Interceptions präsentierte sich Mendoza als kontrollierter Pocket-Passer mit Führungsqualitäten.

Scouts schätzen vor allem seine Antizipation, Präzision im Kurz- und Intermediate-Passing-Game sowie seine Ruhe unter Druck. Mendoza gewann auch die Heisman-Trophy und gilt als vergleichsweise sicherer First-Overall-Pick (Las Vegas Raiders) und einziger Quarterback der Klasse mit klarer Franchise-Perspektive.
| Name | College | Big Board Rank | Comp% | Yards | TDs/INTs | QBR |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Fernando Mendoza | Indiana | 1 | 72.0 | 3535 | 41/6 | 90.3 |
| Ty Simpson | Alabama | 30 | 64.5 | 3567 | 28/5 | 76.0 |
| Garrett Nussmeier | LSU | 87 | 67.4 | 1927 | 12/5 | 72.0 |
| Carson Beck | Miami | 113 | 69.5 | 3813 | 30/12 | 81.8 |
| Drew Allar | Penn State | 115 | 63.2 | 1100 | 8/3 | 58.0 |
Die QB-Klasse 2026 zeichnet sich weniger durch absolute Top-Talente als durch solide Tiefe aus. Hinter Mendoza fehlt ein klarer Top-10-Pick, stattdessen dominieren Quarterbacks mit Development-Potenzial.
Für Teams ohne akuten Bedarf auf der wichtigsten Position könnte der Jahrgang dennoch interessant sein, da mehrere Prospects mittel- bis langfristig durchaus Starter-Potenzial besitzen.
Der Fokus vieler Franchises dürfte daher darauf liegen, Value an Day 2 zu finden, statt aggressiv für einen frühen Pick hochzutraden.
mhh