27.06.2026
Bis zu über 40 Grad erwartet
Die aktuelle Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff - und macht nun auch vor dem Football nicht Halt. Wegen der angekündigten Temperaturen von über 40 Grad bleiben die Tore des Saarländer Ellenfeldstadions beim GFL-Heimspiel gegen die Düsseldorf Panther am Samstag für Zuschauer geschlossen.

Auch die GFL selbst reagierte bereits auf die außergewöhnliche Wetterlage. Um die größte Mittagshitze zumindest teilweise zu umgehen, wurde der komplette Kickoff des heutigen Konferenzspieltags so von 16:00 auf 17:00 Uhr verschoben. Den Saarland Hurricanes ging diese Maßnahme allerdings nicht weit genug - sie entschieden sich zusätzlich dazu, den Zuschauerbetrieb komplett auszusetzen.
Das Team teilte mit, dass die Maßnahme dem Schutz der Fans, Familien, älteren Menschen und der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer dienen soll. Gespielt wird trotzdem - allerdings ausschließlich mit dem zwingend notwendigen Personal vor Ort.
Update: Das Topspiel zwischen den Potsdam Royals und den Dresden Monarchs wurde unterdessen sogar auf 18:00 Uhr verschoben. Gleichzeitig bleibt das Duell der Straubing Spiders gegen die Braunschweig Lions aus organisatorischen Gründen das einzige Spiel, welches heute regulär schon ab 16:00 Uhr beginnen wird.
Nach Angaben der Hurricanes hätte man das Spiel eigentlich sogar gerne ganz verschoben. Die Regularien der GFL ließen dies jedoch praktisch nicht zu. Ein Nichtantritt hätte laut Vereinsangaben existenzbedrohende finanzielle Folgen und sogar den Ausschluss aus der Liga nach sich ziehen können.
"Wir respektieren die Entscheidung der Liga, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, können sie angesichts der außergewöhnlichen Wetterlage jedoch nicht nachvollziehen", erklärten die Hurricanes. Nach ihrer Überzeugung müsse die Gesundheit aller Beteiligten oberste Priorität haben.
Eine vernünftige Entscheidung der Saarländer, denn gerade im American Football können extreme Temperaturen schnell zum Problem werden. Spieler tragen Helme, Schulterpads und weitere Schutzausrüstung, wodurch sich die Körper zusätzlich aufheizen. Gleichzeitig verbringen Fans häufig mehrere Stunden ohne ausreichenden Schatten auf den Tribünen.
Die NFL kennt Hitzespiele ebenfalls, profitiert mit ihrem Herbst- und Winterkalender aber davon, dass sie den heißesten Wochen des Jahres weitgehend aus dem Weg geht.
Ticketkäufer des Hurricanes-Spiels können ihre Eintrittskarten auf ein anderes Heimspiel umbuchen oder stornieren. Die Partie wird stattdessen live im Free-TV auf DF1 übertragen.
Nach Bekanntwerden der Entscheidung der Hurricanes meldete sich am Samstag auch die GFL noch einmal mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort.
Demnach hatte die Liga bereits im Laufe der Woche gemeinsam mit den Vereinen, der Spielleitung, den Schiedsrichtern sowie den Medienpartnern verschiedene Maßnahmen beschlossen. Dazu gehörten unter anderem die Verlegung sämtlicher Kickoff-Zeiten - sofern organisatorisch möglich - von 16:00 auf 17:00 Uhr, verlängerte Pausen und zusätzliche Hitzeschutzmaßnahmen während der Spiele.
Eine generelle Absage des Spieltags sei laut GFL jedoch nicht möglich gewesen. Dafür gebe es in den aktuellen Regularien des AFVD keine rechtliche Grundlage. Stattdessen liege die Entscheidung über die tatsächliche Durchführung einer Partie bei den Vereinen und den Schiedsrichtern vor Ort.
Gleichzeitig kündigte die Liga an, Konsequenzen aus der aktuellen Hitzewelle ziehen zu wollen. Da in Zukunft mit ähnlichen Wetterlagen gerechnet werden müsse, wolle man sich dafür einsetzen, die Regularien für den Spielbetrieb entsprechend anzupassen und zu erweitern.
mhh