01.03.2026
Wie eine Metrik echten Kontext verleiht
Der Relative Athletic Score (RAS) ist eine Kennzahl, die die Athletik von Draft-Prospects auf einer Skala von 0 bis 10 im positionsspezifischen und historischen Vergleich einordnet. Ziel ist es, Combine-Werte wie 40-Yard-Zeit oder Sprungkraft in einen klaren Kontext zu setzen. Eine seltene 10,0 erreichten unter anderem Spieler wie Luke Kuechly, Calvin Johnson oder Cam Newton - ein Hinweis auf ein außergewöhnliches athletisches Profil, wenn auch keine Erfolgsgarantie.

"Explosiv", "athletisch", "Game-Speed" - Schlagworte wie diese prägen jede Draft-Saison. Doch erst der Relative Athletic Score (RAS) verleiht solchen Begriffen messbaren Kontext. Die Kennzahl ordnet Combine-Werte objektiv im positionsspezifischen und historischen Vergleich ein und hat sich längst als feste Orientierung im Bewertungsprozess etabliert.
Das zeigt auch der laufende NFL Scouting Combine 2026: Spitzenwerte wie 9,99 für Taylen Green, die perfekte 10,00 für Mike Washington Jr. oder ebenfalls 9,99 für Sonny Styles verdeutlichen, wie selten Elite-Profile im oberen Bewertungsbereich sind. Historisch reihten sich auch Namen wie Luke Kuechly, Calvin Johnson, Cam Newton, Anthony Richardson oder Rookie und Super-Bowl-Sieger Nick Emmanwori in diese Kategorie ein. Dennoch bleibt entscheidend: Selbst ein perfekter RAS ist kein Selbstzweck, sondern entfaltet seine Aussagekraft erst im Zusammenspiel mit tatsächlicher Leistung auf dem Feld.
>> NFL Combine Gewinner und Verlierer Tag 1
>> NFL Combine Gewinner und Verlierer Tag 2
>> NFL Combine Gewinner und Verlierer Tag 3
Der Relative Athletic Score ist eine Kennzahl auf einer Skala von 0 bis 10, die die Athletik eines Spielers im historischen Positionsvergleich bewertet. Entwickelt wurde die Metrik von Kent Lee Platte. Ziel war es, Combine-Werte wie 40-Yard-Zeit, Größe oder Vertical Jump nicht isoliert, sondern im Kontext der jeweiligen Position zu bewerten.
Ein Wert von 10 steht für einen historisch außergewöhnlichen Athleten auf dieser Position, 5,00 entspricht in etwa dem durchschnittlichen Spieler dieser Positionsgruppe. Je näher ein Prospect an 10 herankommt, desto höher sein relativer athletischer Wert im Vergleich zu Hunderten früherer Combine-Teilnehmer.
Der RAS basiert auf zehn Messkategorien aus dem NFL Combine, darunter Größe in Form von Height und Weight, Speed gemessen über den 40-Yard-Dash samt Zwischenzeiten, Explosivität anhand von Vertical Jump, Broad Jump und dem 10-Yard-Split, Kraft über den Bench Press sowie Agilität durch Shuttle- und Three-Cone-Drill. Jede dieser Komponenten fließt prozentual in die Gesamtbewertung ein. Entscheidend ist dabei, dass die Werte nicht absolut, sondern stets positionsspezifisch eingeordnet werden. Eine 4,40 im 40-Yard-Dash hat für einen Offensive Tackle eine völlig andere Aussagekraft als für einen Cornerback - genau diesen Unterschied bildet der RAS systematisch ab.
Athletische Tests folgen in der Regel einer Normalverteilung - die meisten Spieler bewegen sich um den Durchschnitt. Der finale RAS-Wert hingegen ist gleichmäßig zwischen 0 und 10 verteilt. Das erlaubt klare Vergleiche: Es gibt genauso viele Spieler über 5,00 wie darunter.
Das macht die Metrik besonders wertvoll für Trendanalysen. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Defensive Tackles mit einem RAS von 5,00 oder höher signifikant häufiger den Pro Bowl erreichen als Spieler unterhalb dieses Wertes. Solche Korrelationen helfen Teams dabei, athletische Profile objektiver zu bewerten.
Der größte Vorteil des RAS liegt im Kontext. Eine starke 40-Zeit allein sagt wenig aus, wenn sie nicht mit Größe, Gewicht und Positionsanforderungen abgeglichen wird. RAS übersetzt rohe Messdaten in eine verständliche Vergleichszahl.
In einer Draft-Welt, in der jede Hundertstelsekunde analysiert wird, bietet der Relative Athletic Score eine strukturierte Perspektive. Er ersetzt nicht das Tape, nicht die Spielintelligenz und nicht das Scheme-Fit - aber er liefert eine belastbare Grundlage, um Athletik einzuordnen.
Und genau darum geht es im modernen Draft-Prozess: aus Daten Entscheidungsvorteile zu gewinnen.
mgs