19.01.2026
Los Angeles zieht ins NFC-Finale nach Seattle weiter
Die Los Angeles Rams haben die Kälte, den Wind, Schnee und die Verlängerung von Chicago überstanden und im Divisional Game bei den fehlerbehafteten Bears ein 20:17 erreicht. Damit zogen die schon wie der Verlierer aussehende Kalifornier ins NFC Championship Game, wo Seattle auf Top-Quarterback Matthew Stafford, Puka Nacua und Co. wartet.

Mit Widrigkeiten hatten die Los Angeles Rams bei ihrem Divisional-Auftritt bei den Bears zu kämpfen - angefangen beim Wetter. Hatten die Kalifornier vor Tagen in der Heimat noch bei über 20 Grad Celsius trainiert, mussten sie nun bei minus sieben Grad Celsius hantieren. Forschen Wind und Schnee gab's in Chicago - auch bekannt als "Windy City" - obendrein.
Doch die Mannen aus L.A. zeigten sich gewappnet. Einerseits wurde das Team an der Seitenlinie nicht nur mit wärmenden Windturbinen versorgt - für die innere Hitze wurden auch noch heiße Hühnerbrühe, heiße Schokolade und Cayennepfeffer gereicht.
Die besondere Würze hatte auch der Spielstart der Gäste zu bieten. Nach einer frühen Interception von Cornerback Cobie Durant gegen Bears-Quarterback Caleb Williams, der sich an der rechten Wurfhand verletzte, folgte auf der anderen Seite des Balles direkt der Touchdown zur 7:0-Führung. Nach einem eindrucksvollen Drive von Matthew Stafford, der die besondere Deckung für seine Top-Adresse Puka Nacua für Würfe auf den weniger bekannten Receiver Jordan Whittington
nutzte, stand ein kurzer Lauf in die Endzone von Running Back Kyren Williams zu Buche.
Auf dem Weg zum knappen 20:17-Erfolg im altehrwürdigen Soldier Field sollte dies jedoch für lange Zeit der letzte TD-Drive der Rams sein.
Vielmehr gelang Chicago zunächst selbst eine lange Angriffsreihe. An deren Ende packte Spielmacher Williams - erst vor zwei Jahren im NFL Draft als First Overall Pick und großer Hoffnungsträger zu den Bears gekommen - einen bärenstarken Touchdown-Pass auf Star-Receiver D. J. Moore aus.
Bis kurz vor der Halbzeitpause sollte dieses 7:7 halten, auch weil neben etlichen Punts die Gastgeber ein 4th&1 über Rookie-Läufer Kyle Monangai nicht ausgespielt bekamen. Zwei Field Goals zum 10:10-Pausenstand rundeten die ersten 30 Minuten dieser Partie ab.
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Nach weiteren Punts zu Wiederbeginn leistete sich Bears-QB Caleb Williams seine zweite Interception, erneut abgefangen von Rams-Cornerback Durant. Kapital konnte Los Angeles daraus aber nicht schlagen, sodass das gesamte dritte Quarter ohne Punkte daherkam.
Und als dann plötzlich wieder die Rams auf der Bildfläche erschienen und Namensvetter Kyren Williams am Ende eines 91-Yard-Drives seinen zweiten Score des Tages eintütete, brauchte Chicago wie schon vor einer Woche gegen NFC-North-Rivale Green Bay (31:27 nach 3:21 und spätem 16:27-Rückstand) und wie so oft in dieser Spielzeit ein Comeback.
Siebenmal hatte das traditionsreiche und seit vielen Jahren nach Erfolgen lechzende Franchise, das in den glorreichen 80er Jahren einmal den Super Bowl gewonnen hatte (Anfang 1986 durch ein 46:10 gegen die New England Patriots), in dieser Saison den jeweiligen Gegner noch überrascht. Nun gelang Quarterback Williams bei quasi auslaufender Uhr mit einem äußerst präzisen Verzweiflungswurf links in die Endzone auf Tight End Cole Kmet ein lautstark gefeierter 14-Yard-Touchdown zum 17:17. Und damit zur Verlängerung.

Diese hatten die Rams vor einer Woche in der Wild Card Round beim überraschend knappen 34:31-Sieg bei den Carolina Panthers gerade noch vermieden. Dieses Mal ging es also in die Extrazeit, in der die von Head Coach Sean McVay betreuten Kalifornier bei dessen 15. Playoff-Spiel gegen den 15. NFC-Gegner (!) direkt nicht weit kamen und punten mussten.
Somit hatte Chicago das Weiterkommen in den eigenen Händen. Ein Field Goal reichte schon. Doch nach starken eigenen Läufen und einem selbst erhechteten First Down bei 4th&Inches entschied sich der Bears-Spielmacher für einen fatalen weiten Pass. Fatal deswegen, weil Rams-Safety Kamren "Kam" Curl vor Gegenspieler Moore aufpasste und die Interception in dieser Crunchtime eintütete - der dritte Pick des Tages von Williams.
Somit wieder Angriffsrecht für den Gast, der sich diese Chance nicht mehr nehmen ließ. Stafford fand dabei etwa den bis dato blassen Ex-Packer, Ex-Raider und Ex-Jet Davante Adams mit einem tollen 12-Yard-Pass. Zwar gelang dem Top-Quarterback, der am Ende für seine Verhältnisse auf nur 258 Passing Yards kam (kein TD, keine Int.), nicht mehr der finale Wurf in die Endzone. Dafür kam Kicker Harrison Melvis (undrafted 2024) und schoss sein Team aus 42 Yards ins nun anstehende NFC Championship Game bei den Seattle Seahawks - einen direkten NFC-West-Rivalen, der selbst ein 41:6 gegen San Francisco verbucht hatte.
Enttäuschte Gesichter aufseiten der Hausherren um Trainer Johnson und vor allem Spielmacher Williams, der sich bei 297 Total Yards und zwei TDs die eine Interception zu viel erlaubt hatte (drei insgesamt) und das Bears-Märchen beendete.