28.11.2024
Zehnter Sieg in Folge
Die Detroit Lions haben an Thanksgiving den zehnten Sieg in Folge eingefahren und damit einen Franchise-Rekord von vor 90 Jahren egalisiert. Der 23:20-Sieg gegen die Chicago Bears brachte jedoch einiges an Drama mit sich.

Am 2. Spieltag kassierten die Detroit Lions die erste und bislang einzige Niederlage in dieser Saison. Seither: zehn Siege am Stück - das gelang den Lions zuletzt im Jahr 1934, Franchise-Rekord damit eingestellt. Detroit kam dabei zum Auftakt der Thanksgiving-Spiele gegen den NFC-North-Rivalen aus Chicago hervorragend in die Partie, musste am Ende aber gewaltig zittern.
Die erste Hälfte stand ganz unter dem Motto der Detroiter Dominanz. Die Hausherren marschierten im ersten Drive knapp acht Minuten lang über das Feld, auch wenn die Lions-Fans am Ende nur ein Field Goal bejubeln konnten. Nach einem schnellen 3-and-Out der Bears zog Detroit erneut sein an diesem Abend dominantes Run Game auf (insgesamt 194:78 Rushing Yards). So standen am Ende des ersten Viertels 145:5 Total Yards für die Lions, die knapp 13:30 der ersten 15 Minuten in Ballbesitz waren.
Nach wenigen Sekunden im zweiten Viertel veredelte Detroit seinen zweiten Drive mit einem Touchdown-Pass von Quarterback Jared Goff (221 Yards, 2 TD) über drei Yards auf Tight End Sam LaPorta zur 10:0-Führung nach verwandeltem Extrapunkt. Anschließend ein ähnliches Bild wie im ersten Viertel: Chicago bekam kein First Down zustande (dreimal 3-and-Out), die ordentliche Red-Zone-Defense verhinderte immerhin einen deutlicheren Rückstand.
Zwei Field Goals der Lions - begünstigt auch durch gute Aktionen von Amon-Ra St. Brown (5 Receptions, 73 Yards) - stellten auf 16:0, ein Fumble von Jahmyr Gibbs verhinderte kurz vor der Halbzeitpause den nächsten Touchdown für die Lions, die schon kurz vor der Endzone standen - nachdem Chicago einen vierten Versuch an der eigenen 37-Yard-Linie verfehlt hatte. Bears-Rookie-Quarterback Caleb Williams führte die Gäste in der letzten Minute der ersten Hälfte immerhin noch zum ersten First Down, viel mehr ging aber nicht mehr.
Den ersten guten Drive legten die Gäste aus der Windy City dann zum Auftakt des zweiten Durchgangs hin. Williams brachte die Bears mit einigen gelungenen Würfen und einem 31 Yard langen Touchdown-Pass auf Keenan Allen aufs Scoreboard (7:16). Detroit hatte die richtige Antwort parat, präsentierte einen 78-Yard-Drive und den zweiten Touchdown von Goff auf LaPorta, der die Partie mit drei Catches über sechs Yards und zwei Touchdowns beendete.
Doch die Bears-Offense war nun deutlich besser im Fluss. Ebenfalls zum zweiten Mal war das Duo Williams/Allen erfolgreich, wodurch Chicago auf 13:23 verkürzte - der anschließende Versuch einer Two-Point Conversion war nicht erfolgreich. So war aber für Spannung in der Schlussphase gesorgt.
Nach mehreren Punts auf beiden Seiten waren es wieder die Bears, die als nächstes punkteten und damit weiter am Comeback arbeiteten. Ein butterweicher 31-Yard-Pass von Williams auf D.J. Moore zum Touchdown stellte nach erfolgtem Extrapunkt auf nur noch 20:23 aus Bears-Sicht bei noch fünfeinhalb Minuten zu spielen.
Auftritt: die Defensive Line der Bears. Bei 3rd&1 der Lions stoppte Chicago den Laufspielzug der Hausherren, deren anschließender Punt bis zur 1-Yard-Linie kullerte. Die Bears hatten also 99 Yards vor sich, doch die Zeit lief davon. Williams konvertierte zwei schwierige dritte Versuche, kassierte dann aber einen Sack. Ein erfolgreicher vierter Versuch eine Minute vor Schluss wurde von einer Flagge gegen die Bears zunichtegemacht.
Bei 4th&14 leistete sich aber wiederum Detroit eine Strafe wegen Pass Interference, dann nahm das Drama seinen Lauf: Flagge für die Bears und ein Sack gegen Williams, der Chicago außerhalb der Field-Goal-Reichweite brachte. Anstatt eine Auszeit zu nehmen, versuchten die Bears den tiefen Wurf Richtung Endzone. Doch der Ball segelte etwas zu weit für Wide Receiver Rome Odunze und gleichzeitig tickte die Uhr herunter: Spiel aus, Detroit feierte.
Williams kam dank seiner guten zweiten Hälfte letztlich noch auf 256 Yards und drei Touchdowns, dazu 39 Yards am Boden. Aufgrund der sechsten Niederlage in Folge könnte es für Chicagos Head Coach Matt Eberflus nun allerdings eng werden.