26.12.2024
Star-Quarterback Jackson mit neuem NFL-Rekord
Beim besonderen Weihnachtsauftritt der Houston Texans hatten die Fans der Texaner im Grunde nur während der bombastischen Halbzeitpause etwas zu bestaunen. Sportlich drehte sich nämlich alles um die Baltimore Ravens, Lamar Jackson, Derrick Henry und Mark Andrews. Großer NFL-Rekord inklusive.

Die Baltimore Ravens (11-5) haben den nächsten Ausrutscher der Pittsburgh Steelers (10:6), die am 1. Weihnachtstag (Christmas Day) beim Heimspiel gegen die Kansas City Chiefs klar mit 10:29 unterlegen waren und das dritte Spiel in Serie verloren, ausgenutzt. Das heiße und auch im Super-Bowl-Rennen lautstark mitsprechende Team sprang mit einem 31:2 bei den Houston Texans einen Spieltag vor Ende dieser spannenden Regular Season auf Platz 1 in der AFC North.
Das Ergebnis verrät es direkt: Obwohl auch die heimischen Texaner Teil der Playoffs sein und aufgrund des feststehenden Gewinns der AFC South sogar ein Heimspiel haben werden, hatten sie beim zweiten Spiel des Tages im Grunde rein gar nichts zu melden. Der Unterschied zwischen diesen beiden Teams, die wie schon die Chiefs und Steelers zuvor exklusiv sowie erstmals überhaupt von Netflix eingefangen worden waren, war eklatant. Ein purer Klassenunterschied.
Gefühlt gelang den Gästen aus dem US-Bundesstaat Maryland, dessen Waffen in den letzten Monaten schon mächtig Eindruck gemacht hatten, alles.
Auch im 16. Saisonspiel den jeweiligen Gegner in Sachen Rushing Yards ausgestochen? Check - 251 Yards zu 58 Yards. Touchdown von Walzmaschine Derrick Henry? Check. Touchdown-Pässe von Star-Quarterback Lamar Jackson auf Top-Tight-End Mark Andrews und Partner Isaiah Likely? Check. Touchdown-Lauf von Spielmacher Jackson über stolze 48 Yards, bei dem die Defense der Texaner aussah wie Highschool-Gegenspieler? Check.
Obendrein kontrollierte Baltimores unter Cheftrainer John Harbaugh (im Amt seit 2008) gewohnt stabile Abwehr die Texans-Offense nach Belieben. Lediglich ein Tackle von Cornerback Kamari Lassiter gegen den bulligen Henry in der Endzone Baltimores brachte zwei Punkte aufs Scoreboard (Safety), somit konnte immerhin der zweite Shutout dieser Saison vermieden werden.
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Houstons Quarterback C. J. Stroud kam nur auf magere 185 Yards bei einer Interception (kein TD). Und der schon seit Wochen abbauende Joe Mixon als bester Running Back des Teams nur auf 26 Yards. Gut lief demzufolge wenig bis nichts - lediglich die Halbzeit-Show mit der aus Houston, Texas stammenden Sängerin Beyoncé lief rund und nahm dabei Super-Bowl-Ausmaße an.
Doch zurück zu den strahlenden Ravens, die nach Spielschluss von Netflix sogar Kuchen in Football-Form serviert sowie Santa-Claus-Mäntel umgehangen bekamen ...
Am Ende des Tages lief der neben Josh Allen von den Buffalo Bills (12-3) und Saquon Barkley von den Philadelphia Eagles (12-3) einmal mehr als MVP-Kandidat gefeierte Jackson (10/15 Pässe für 168 Yards und die beiden Touchdown-Würfe darunter) mit lediglich vier Carries zu stolzen 87 Yards (plus TD), sein Nebenmann Henry ganze 27-mal für 147 Yards (plus TD).
Doch eben nicht nur das: Der amtierende MVP der Liga erreichte mit seinen 87 erlaufenen Yards die magische Marke von 6110 Rushing Yards in seiner erst siebten NFL-Saison. Damit übertraf der 27-jährige Erstrunden-Pick des NFL Drafts 2018 den ehemaligen Dual-Threat-Quarterback Michael Vick (Falcons, Eagles, Jets, Steelers), der in seiner Laufbahn zwischen 2001 und 2015 als bis dato laufstärkster Spielmacher der bisherigen NFL-Geschichte genau 6109 Yards erlaufen hatte. Nun liegt Jackson allein vorn - und wird in den kommenden Jahren mutmaßlich noch so einige Hunderter (oder sogar Tausender) nachlegen.

Bereits im Vorfeld dieses Heimspiels gegen die Ravens hatte es die Texans mit einer Hiobsbotschaft erwischt. Wie vermutet hatte sich der starke Wide Receiver Tank Dell, der beim jüngsten 19:27 in Kansas City bitter in der Endzone bei einem starken Touchdown-Catch verletzt worden war, extrem unglücklich das Knie zerstört.
Der 25-jährige Drittrunden-Pick des Jahres 2023 wird nicht nur den Rest dieser nur noch kurzen Saison fehlen, sein gesamter Genesungsprozess dürfte lange dauern. "Er hat sich das Knie ausgerenkt, sich das vordere Kreuzband gerissen - und noch einige andere Dinge müssen repariert werden", hatte Head Coach DeMeco Ryans im Vorfeld verkündet. Andere Stimmen sehen sogar die gesamte Karriere oder zumindest die gesamte Regular Season 2025/26 des Athleten, der schon so einiges erlebt hat in seiner jungen NFL-Karriere (Gehirnerschütterung, gebrochenes Wadenbein, Schusswunde im Bein), in Gefahr.