01.11.2024
Kurioser Jubel-Patzer fällt nicht ins Gewicht
Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie haben die New York Jets ihre Talfahrt in der NFL gestoppt. Beim 21:13-Erfolg gegen die Houston Texans sorgt Receiver Garrett Wilson mit einem einhändigen Catch für offenstehende Münder.

Die Szene, über die nach dem Spiel alle sprachen, ereignete sich zu Beginn des vierten Viertels. Die Jets lagen mit 7:10 im Rückstand, 3rd & 19 an der gegnerischen 26-Yard-Linie: Quarterback Aaron Rodgers warf den Ball hoch in die Endzone, wo Wilson hochstieg und den Ball mit der rechten Hand und weit ausgestreckten Beinen aus der Luft fischte. Nicht Wenige fühlten sich an das legendäre "Jumpman"-Logo von Michael Jordan erinnert.
"Das war ein unglaublicher Catch", stand nicht nur Rodgers der Mund offen. Die Schiedsrichter entschieden zunächst auf "incomplete", die Ansicht der Video-Bilder - nach roter Challenge-Flagge - ergab jedoch, dass Wilson das Schienbein im Feld auf den Boden gebracht hatte.
Interim Head Coach Jeff Ulbrich berichtete später, er habe den Schiedsrichtern gesagt: "Schon für die Nachwelt müsst ihr sagen, dass das ein Touchdown war, damit er in die Geschichte eingeht." Vergleiche mit Odell Beckhams legendärem Catch aus dem Jahr 2014 beim Spiel Giants gegen Cowboys (ebenfalls im MetLife Stadium) hörte sich Wilson gerne an. "Ich fühle mich geehrt, damit im selben Atemzug genannt zu werden", meinte der Receiver.
Wilsons zweiter Touchdown des Abends war der Wendepunkt in einem Spiel, in dem bei den Jets zuvor noch nicht viel zusammengelaufen war. Rookie Malachi Corley hatte einen Touchdown überaus leichtfertig verschenkt, als er auf dem Sprint in die Endzone zu früh anfing zu jubeln und den Ball - wie die Videobilder offenbarten - schon vor der Endzone fallen ließ. Ballverlust statt Touchdown! Ein bitterer Fehler, der am Ende nicht ins Gewicht fiel. Auch Rodgers‘ schwache erste Halbzeit, in der bloß 7 von 14 Pässen für nur 32 Yards ankamen (Karriere-Tiefstwert in einer ersten Hälfte, "Ich habe so schlecht gespielt, wie ich nur konnte"), war im Schlussjubel vergessen.
Mit dem ersten Touchdown-Pass auf seinen alten Kumpel Davante Adams seit dessen Wechsel von den Las Vegas Raiders stellte Rodgers (22/31, 211 Yards, erstmals in dieser Saison 3 TD) auf 21:10 und machte damit den Deckel auf den ersten Sieg nach vielen Wochen. Texans-Kicker Ka’imi Fairbairn, der zuvor zwei Field Goals verschossen hatte, verkürzte aus 39 Yards zwar noch auf 13:21, doch beim folgenden Onside Kick sicherten die Jets den Ball.
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Es war ein gebrauchter Abend für die Texans und Quarterback C.J. Stroud (11/30, 191 Yards), der ohne seine verletzten Top-Receiver Nico Collins und Stefon Diggs auskommen musste. "Hier in einem Prime-Time-Spiel so vorgeführt zu werden, macht natürlich keinen Spaß", meinte Stroud selbstkritisch. "Wir müssen in vielen Bereichen besser werden - angefangen bei mir."
Am kommenden Spieltag wartet auf die Texans, die in der AFC South mit einer Bilanz von 6-3 weiter vorne liegen, mit dem Heimspiel gegen die formstarken Detroit Lions allerdings eine noch viel schwierigere Aufgabe. Die Jets (3-6) liegen in der AFC East zwar weiterhin deutlich hinter den erstplatzierten Buffalo Bills (6-2), können nach dem Ende der Niederlagenserie jedoch erst einmal durchschnaufen.