27.01.2025
NFL, Playoffs 2025: Washington macht viele Fehler
Der erste Teilnehmer im Super Bowl LIX (59) ist gefunden: Die Philadelphia Eagles behaupteten sich im divisionsinternen Duell mit den bis dato überraschenden und dieses Mal arg fehlerhaften Washington Commanders klar mit 55:23.

Die Washington Commanders verfügen über eine glorreiche Vergangenheit - allein schon durch drei gewonnene Super Bowls. Seit der letzten großartigen Saison 1991/92 hatte sich über der Hauptstadt jedoch eine Football-Dürreperiode ausgebreitet. Seit über 30 Jahren hatte das damals noch Redskins heißende Franchise keine so erfolgreiche Spielzeit mehr gehabt wie zuletzt, nur ganze fünf Spieler des aktuellen Kaders hatten damals überhaupt gelebt.
Doch mit Rookie-Quarterback Jayden Daniels, der eine famose Regular Season direkt mit starken Playoff-Auftritten gekrönt hatte, lebte der Traum vom großen Wurf. Nun stand Washington aber die Hürde Philadelphia im Weg, beim bestens bekannten NFC-East-Rivalen musste das Team im Conference Championship Game ans Werk - und scheiterte extrem deutlich.
Mit einem satten 23:55 gingen die US-Hauptstädter komplett baden. Warum? Weil selbst große Fehler unterlaufen waren und auf der anderen Seite zwei bekannte Recken regelmäßig die Endzone eroberten. Vor allem Saquon Barkley (118 Rushing Yards, drei Touchdowns) konnte wieder nicht kontrolliert werden, Quarterback Jalen Hurts (262 Total Yards) erreichte gar vier TDs.
Los ging es schon denkbar schlecht aus Sicht der Gäste um den deutsch-amerikanischen Offensive Lineman Brandon Coleman, obwohl im Lincoln Financial Field zuerst ein ordentlicher Drive (18 Plays, 54 Yards) samt Field Goal von Kicker Zane Gonzalez aus 34 Yards zum 3:0 erreicht worden war. In der Folge drehten jedoch die Philly-Fans vor Big Plays förmlich durch: Zunächst rannte der einmal mehr unaufhaltsame Eagles-Star Barkley gleich beim ersten (!) Offense-Spielzug an allen vorbei, ließ sich nicht umringen und erreichte einen famosen 60-Yard-Touchdown-Lauf zum 7:3.
Sein siebter Score mit einem Lauf für mindestens 60 Yards in dieser Saison (Regular Season plus Playoffs) - Rekord! In der ewigen Rangliste folgen in dieser Kategorie die Legenden Adrian Peterson (2012 mit vier solcher Läufe) und Jim Brown (1963 mit ebenfalls vier).
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Doch damit nicht genug: Nach einem Fumble von Washingtons Wide Receiver Dyami Brown folgte beim darauffolgenden Angriff der Eagles nach guten Pässen von Spielmacher Hurts ein zweiter TD-Lauf von Barkley. Damit war das 14:3, das auch der Stand nach Quarter Nr. 1 war, hergestellt. Kuriosum: Den Ball gehalten hatten die Commanders in diesen 15 Minuten für volle 12:40 Minuten - und lagen doch klar zurück.
Doch obwohl Philadelphia mit wenig Aktionen früh davongezogen war, wirkten die Gäste wenig beeindruckt - und sorgten mit der Defense für einen Sack samt verschossenem Field Goal von Eagles-Kicker Jake Elliott (54 Yards). Wenig später fand Washingtons Aushängeschild Daniels Receiver Terry McLaurin für den Score über starke 36 Yards. Und nur weil die notwendige Two-Point-Conversion im Anschluss nicht gelungen war, blieb Philly knapp mit 14:12 in Front.
Lang hielt der spannende Spielstand allerdings nicht: Schon wenig später nach einem sauberen Drive der Gastgeber (zwölf Plays, 72 Yards) setzte es den Touchdown zum 20:12 - nach Barkley-Sprints und einem tollen Hurts-Pass auf Receiver A. J. Brown (31 Yards). Der Score selbst wurde mit dem typischen Geschiebe kurz vor der Endzone - dem Eagles-Tush-Push - verbucht. Jedoch kurz darauf mit demselben Spielzug die Two-Point-Conversion verpasst. So stand es "nur" 20:12.
Der Pausenstand war damit aber noch nicht erreicht, auch weil Washingtons Kick Returner Jeremy McNichols ein Fumble unterlief. Philadelphias Mannschaft eroberte das Ei so 1:36 Minuten vor Ablauf der Uhr - und verwerte es kurz vor dem Pausentee bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt zum 27:12. Hier fand Quarterback Hurts Receiver Brown. Ein großer Faktor für den deutlichen Vorsprung: die vielen Fehler der Gäste.
So ähnlich startete auch Abschnitt Nummer drei: Die Gäste aus der US-Hauptstadt mussten bei ihrem ersten Angriffsversuch punten, während die Hausherren mit nur vier Spielzügen 58 Yards überbrückten - gekrönt von einem kurzen Touchdown-Lauf von Spielmacher Hurts (neun Yards), der damit wie Nebenmann Barkley zum zweiten Mal erfolgreich in die Endzone lief - 34:15.

Das war sie dann auch, die Vorentscheidung. Zwar gelang dem Außenseiter schnell der 23:34-Anschluss durch einen 10-Yard-Lauf von Quarterback Daniels (insgesamt 303 Yards, zwei TDs) samt dieses Mal erfolgreicher Two-Point-Conversion. Weil aber kurz darauf auch Routinier Austin Ekeler ein Fumble - der dritte von Washington an diesem Abend - unterlief, war die Messe gelesen.
Das neben einer starken Defense auch mit einer famosen Offensive Line ausgestattete Philly münzte diese Geschenke gnadenlos effizient um, in bestens bekannter Manier: Via Tush Push schob sich Spielmacher Hurts zu seinem dritten TD Rush, während auch Barkley aus kurzer Distanz zum dritten Mal scorte. Es hieß 48:23, ein Klassenunterschied war längst gegeben. Garniert alles von einem TD-Lauf von Rookie-Läufer Will Shipley zum finalen 55:23 - so viele Punkte hatte bis dato noch kein Team in der Geschichte der Championship Games (NFC/AFC) erreicht.
Nun wartet das große Endspiel der NFL. Im bevorstehenden Super Bowl LIX (59), der in zwei Wochen in der Nacht von 9. auf 10. Februar ab 0.30 Uhr (MEZ, LIVE! bei kicker) in New Orleans über die Bühne gehen wird, treffen die erst vor zwei Jahren im Finale gescheiterten Philadelphia Eagles (35:38 vs. Chiefs) damit entweder auf den Titelverteidiger aus Kansas City oder Buffalo.