13.12.2024
Amtierender NFC Champion hat nur noch theoretische Chancen
Im ersten NFL-Spiel der Saison ohne Touchdown setzen sich die Los Angeles Rams mit 12:6 bei den San Francisco 49ers durch, die damit nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der Playoffs haben.

Vergangenen Sonntag hatten sich die Rams mit den Buffalo Bills noch einen offenen Schlagabtausch im punktereichsten Spiel der laufenden NFL-Saison gesichert (44-42). Vier Tage später verkam das Divisionsduell in Santa Clara zu einem ziemlichen Langweiler, in dem es - eine Premiere in der laufenden NFL-Saison - keinen einzigen Touchdown, sondern nur sechs Field Goals gab. Vier davon verwandelten die Rams, die einen wichtigen Auswärtssieg im Kampf um ein Playoff-Ticket einfuhren.
Mit einer Bilanz von 8-6 liegt der Super-Bowl-Champion der Saison 2021 in der NFC West nur noch hauchdünn hinter den Seattle Seahawks (8-5), denen das schwere Heimspiel gegen die Green Bay Packers ins Haus steht. Die 49ers (6-8), im Vorjahr noch denkbar knapp im Super Bowl unterlegen, müssen sich mit einer Realität ohne Playoffs auseinandersetzen. ESPN beziffert die Chancen auf die Postseason für die Niners bei 0,1 Prozent.
Im Thursday Night Game kamen beide Offensiven im strömenden Regen nur schwer in die Gänge. Die Rams brachten bei ihren ersten vier Drives (erstmals seit 2013) kein einziges First Down zustande, es gab insgesamt elf Punts. Zur Halbzeit stand es 3:3.
Danach hörte der Regen zwar zunächst auf, viel besser wurde es trotzdem nicht. Beide Defenses machten einen guten Job. Die Rams verteidigten ungewohnt stark gegen den Run, auch die 49ers-Abwehr, in der Linebacker Dre Greenlaw nach im Super Bowl erlittenem Achillessehnenriss sein Comeback feierte, agierte aufmerksam.
Wer weiß, welche Wendung das Spiel genommen hätte, wenn Deebo Samuel einen Pass von Quarterback Brock Purdy an der 20-Yard-Linie der Rams gefangen und im vollen Speed womöglich in die Endzone gerannt wäre. Doch der Wide Receiver, der in einem später gelöschten Tweet unter der Woche behauptet hatte, er würde zu wenige Bälle bekommen, ließ den Football fallen. Eine bittere Szene, nach der im Levi’s Stadium Buhrufe zu hören waren.
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Der entscheidende Fehler unterlief dann allerdings Purdy (14/31, 142 Yards). Beim Stand von 6:9 aus Sicht der Gastgeber warf er von der 33-Yard-Linie der Rams eine Interception. Cornerback Darious Williams fing den Ball ab.
Die Rams machten es nun ganz clever, nahmen angeführt von Quarterback Matthew Stafford (16/17, 160 Yards, 137 davon nach der Halbzeit) bei noch 5:15 Minuten mit zahlreichen Laufspielzügen genüsslich Zeit von der Uhr. Als Kicker Joshua Karty sein viertes Field Goal zum 12:6 verwandelt hatte, blieben den 49ers noch 18 Sekunden. Zu wenig, um noch einmal gefährlich zu werden.
"Es ist wirklich cool, dass unser Team herausgefunden hat, wie man auf viele verschiedene Arten Spiele gewinnt", freute sich McVay nach dem wichtigen Sieg. "Du kommst von einem 44:42 und gewinnst 12:6. Unsere Jungs haben das getan, was nötig war." Erstmals seit 2018 haben die Rams wieder beide Regular-Season-Spiele gegen die 49ers gewonnen.
Bei denen herrschte entsprechend Ernüchterung. Bereits zum vierten Mal in dieser Saison setzte es trotz einer Führung von mindestens drei Punkten im vierten Viertel (6:3) eine Niederlage gegen einen Divisionsrivalen. Das hatte es in der NFL seit 24 Jahren nicht mehr gegeben.
"Das war die Geschichte unseres Jahres", konstatierte Abwehrchef Fred Warner. "Einfach nicht genug, um Spiele zu gewinnen." Den 49ers steht eine schmerzhafte Offseason bevor. Eine Trennung von Head Coach Kyle Shanahan steht, obwohl von Teilen der Fanbase bereits gefordert, Stand jetzt nicht zur Debatte. Ein Umbruch aber schon. Wie groß dieser ausfallen wird, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen.
Genauso, ob De'Vondre Campbell noch eine Rolle in den Planungen des fünfmaligen Super-Bowl-Champions spielt. Der Linebacker, der seinen Platz als Starter an Rückkehrer Greenlaw verloren hatte, weigerte sich laut Shanahan in der zweiten Halbzeit zu spielen. Als ob es bei den 49ers im Winter 2024 nicht schon genug Baustellen geben würde.