11.12.2024
Ranking nach Woche 14 in der NFL
Das Ende der Regular Season bringt nicht nur Playoff- und Draft-Entscheidungen mit sich. Denn auch für manche Quarterbacks endet womöglich die Zeit bei ihrem aktuellen Team. kicker-Experte Adrian Franke sortiert die 32 Starter ein letztes Mal für diese Regular Season, und es wird klar: Für manche langjährigen Starter wird es eng.

Hinweis: Um eine ausreichend große und vergleichbare Sample Size aus dieser Saison zu haben, wurden nur Quarterbacks mit mindestens 150 Dropbacks in den ersten 14 Spielen berücksichtigt.
Quarterbacks verändern sich innerhalb weniger Wochen nicht einfach fundamental. Das ist ein längerer Prozess, der sich, sofern er eintritt, erst in verschiedenen Situationen, Matchups und Umständen bestätigen muss.
Wir sehen Entwicklungen, vorsichtige Tendenzen, und die gilt es, zu berücksichtigen. Aber mein Ziel mit diesen Quarterback Rankings ist es nicht, die Leistungen der letzten zwei, drei oder vier Wochen gegeneinander aufzuwiegen. Kleine und wenig aussagekräftige Sample Sizes sollten hier nicht die übergreifende Analyse dominieren. Denn wo Power Rankings - also die Einschätzung der 32 Teams - größere Sprünge in einem Vier-Wochen-Fenster rechtfertigen, sollte das bei Quarterbacks nur in sehr seltenen Ausnahmefällen passieren.
Es ist vielmehr eine grundlegende Einschätzung des jeweiligen Spielers - die sich natürlich über die Zeit auch verändern kann und wird - als Basis, kombiniert mit dem Eindruck der letzten Wochen und generell aus dieser Saison.
Das soll in Summe eine Analyse und eine Einordnung ergeben, die auf stabileren Füßen steht. Und die nicht in vier Wochen nach zwei schlechten Spielen dann doch wieder auf den Kopf gestellt wird.
Unter dem Dropback-Limit sind, was die derzeitigen Starter angeht, Aidan O’Connell (Raiders), Drew Lock (Giants) und Mac Jones (Jaguars). Keiner dieser Quarterbacks ist eine langfristige Lösung für sein Team.
Verletzungsbedingt sind Dak Prescott sowie Trevor Lawrence nicht mehr Teil des Rankings. Für Lawrence endete eine frustrierende Saison vor zwei Wochen. Eine Saison, in der Lawrence mit zu vielen verpassten Würfen und zu vielen selbstverschuldeten Turnovern dazu beitrug, dass Jacksonville häufig offensiv keinen Rhythmus fand.
Gleichzeitig war er einer der besten Deep-Passer dieser Saison und gab der Offense auf diesem Wege Leben. Ich bin gespannt darauf, in welche Coaching-Richtung die Jaguars nach der Saison gehen, und was das mit der Prognose für die Offense und Lawrence spezifisch macht. Dieses Jahr hat er nicht, zumindest nicht konstant genug, auf dem Level gespielt, das wir von ihm davor gesehen haben. Dafür ist Kritik angebracht, gleichzeitig vermute ich, dass mit einer besseren offensiven Struktur der Trend schnell auch wieder in die andere Richtung gehen wird.
Ranking nach Woche 10: nicht geranked
Hat in Woche 10 als Starter für den verletzten Dak Prescott übernommen, und die größte Storyline in dem Zusammenhang für mich ist, dass nicht einmal in dieser Situation Trey Lance aufs Feld kommen kann. Das hätte die ideale Situation sein können, um Lance über eine größere Sample Size zu testen und um herauszufinden, ob man hier noch etwas entwickeln kann.
Aber zum einen geht es für den Trainerstab in Dallas um die eigenen Jobs, und da ist es nachvollziehbar, dass man keine Experimente eingehen will. Und zum anderen muss man sich wohl damit abfinden, dass Lance nicht gut genug für die NFL ist.
Rush ist das ebenfalls nicht, zumindest als Starter. Aber er kann als Backup halbwegs verlässlich den Ball verteilen, und das ist das, was die Coaches von ihm über die letzten Wochen bekommen haben.
Ranking nach Woche 10: 32
Ich halte es zumindest für nicht ausgeschlossen, dass Levis in der kommenden Saison noch eine Chance als Starter bekommt. Ich weiß nicht, ob das in Tennessee sein wird, wo man sich vielleicht dann doch lieber nach einer erfahrenen Option (Darnold? Cousins? Rodgers?) umschaut.
Aber Levis zeigt zumindest weiter die positiven Flashes, die es für ein Team auf der Suche interessant machen könnten, ihm ein Jahr zu geben und zu schauen, ob man mehr Konstanz in sein Spiel bekommen kann.
Denn das ist das große Thema bei Levis. Und es ist in Teilen sogar schon besser geworden, aber noch längst nicht auf dem Level, auf dem es sein muss, damit man einen wirklich starken Case für 2025 machen könnte.
Die Argumente für weitere Chancen über die Saison hinaus sind einerseits sein fraglos vorhandenes physisches Potenzial, sowie andererseits das, was er eben in einzelnen Momenten zeigt. Wenn er Plays ausliest und aus einer unsauberen Pocket den Ball noch 30 Yards in ein kleines Fenster feuert. Oder wenn er selbst kreiert.
Hier sind Dinge, die man entwickeln kann. Das sieht man immer noch jede Woche. Aber die Zeit wird knapp, und ich habe Zweifel daran, dass der Trainerstab in Tennessee die Geduld und den Spielraum dafür hat.

Ranking nach Woche 10: 25
Es ist kein Geheimnis, was Jameis Winston an diesem Punkt seiner Karriere ist - das, was er eigentlich schon immer war: Winston ist ein Gunslinger, der sein Team in Spielen kompetitiv halten kann, in denen man es nicht unbedingt erwartet hätte. Und der dann mit einer Handvoll Plays das alles auch genauso gut wieder einreißen kann, weil er Interceptions wirft, die das Spiel in die andere Richtung zurück kippen lassen.
Seit Winston als Starter in Cleveland übernommen hat, hat die Offense einen anderen Drive - und sie hat eine Chance. Das für sich ist schon ein riesiger Unterschied zu den Wochen mit Deshaun Watson davor, egal, ob Winston manche dieser Spiele dann auch wieder weg wirft.
Er ist direkt wieder einer der aggressivsten Quarterbacks, er attackiert Downfield. Aber er spielt aber auch schneller und geradliniger in der Pocket, verglichen mit Watson davor.
Ich habe Zweifel daran, dass ein Team gezielt mit Winston als Starter in eine Saison gehen will. Dafür ist der Achterbahn-Faktor einfach zu groß. Aber er zeigt dieses Jahr, dass er als Übergangslösung, wenn er von der Bank kommen muss, einer Offense neues Leben einhauchen und ihr zumindest eine Chance geben kann.
Ranking nach Woche 10: 29
Ein Tier-Sprung für Bryce Young - wer hätte das gedacht?
Ich bin gespannt, ob wir in zwei Jahren auf die 2023er Klasse zurückblicken und sie als Beispiel dafür anbringen, dass man mit jungen Quarterbacks geduldig sein muss. Mit Anthony Richardson hatten wir diese Diskussion im Schnelldurchlauf innerhalb weniger Wochen dieses Jahr. Bei Young ist die Sample Size größer. Doch auch er zeigt im Laufe seiner zweiten Saison Fortschritte, die wir vielleicht so niemals gesehen hätten, hätte Andy Dalton die Saison nach Youngs Benching zu Ende gespielt.
Und ich denke nicht, dass Young auf dem Weg ist, ein Top-10-Quarterback zu werden. Aber die Fortschritte in seinem Spiel sind unübersehbar: Er spielt schneller, er spielt sicherer, er ist klarer in seinen Reads, er ist sicherer in einer engen Pocket, er bringt Würfe verlässlich gegen Druck weg, und seine Antizipation und sein Ball Placement sind viel besser geworden. Er erinnert als Playmaker aus der Pocket heraus wieder mehr an seine eigene College-Version.
Youngs physische Limitationen werden ihn immer begleiten. Für ihn geht es im nächsten Schritt darum, eine Nachhaltigkeit in sein Spiel zu bringen, die es ihm erlaubt, eine Offense verlässlich umzusetzen. Damit wäre er endgültig auf dem Weg, sich für 2025 zumindest als Übergangslösung in Carolina festzuspielen. Und wer weiß, was dann noch passiert.
Ranking nach Woche 10: nicht geranked
Die letzten drei Spiele seit seinem Benching waren merklich sicherer. Die Boxscores, insbesondere was das Passing angeht, lassen immer noch sehr viel Luft nach oben, weder seine Completion Rate, noch seine Total Stats sind hier plötzlich positiv auffällig.
Aber Richardson navigiert Pressure wieder besser, er macht weniger gravierende Fehler, die Offense verlangt von ihm nach wie vor ein extrem vertikales Spiel, und das wird sich immer bei den Completions bemerkbar machen. Umso mehr, wenn dann Receiver regelmäßig Bälle fallen lassen: Zwei bis drei Drops pro Spiel - so war es in jeder Partie seit seiner Rückkehr als Starter - sind dann für ihn gleich eine Drop Rate von 13 bis 16 Prozent.
Auch als Runner ist Richardson ein verlässlicherer Faktor, verglichen mit der Frühphase der Saison. Die Colts bauen das Run Game auch wieder vermehrt über ihn auf und das lohnt sich. Der 22-Jährige hatte alleine über die letzten beiden Spiele sechs Runs über mindestens zehn Yards, sie sind gewillt, in spielentscheidenden Situationen den Ball in seine Hand zu legen und er öffnet Räume für die Running Backs, die so nicht da waren, als Joe Flacco gespielt hat.
Richardson ist an einem Punkt seiner Karriere, an dem es jetzt erst recht wichtig ist, dass die Colts ihm den Rücken stärken. Man sieht vorsichtige positive Entwicklungen, und wenn man die fortsetzen kann, kann der Trend bei Richardson auch nachhaltig sehr ins Positive gehen.
Ranking nach Woche 10: 26
Die positive Entwicklung bei Bo Nix kam über die letzten beiden Wochen etwas zum Stehen. Sowohl gegen die Raiders, als auch gegen die Browns ließ er Kurzpass-Gelegenheiten liegen, die er in den Wochen davor verlässlicher mitgenommen hatte. Und das ist nach wie vor eine tragende Säule dieser Broncos-Offense: Das designte Quick Game, gewissermaßen Sean Paytons Spezialität, ist für einen erheblichen Teil der Passing Production verantwortlich

In den beiden Spielen gegen Las Vegas und Cleveland hätte Nix’ Boxscore zudem deutlich negativer aussehen können - er hatte jeweils klares Interception-Glück. Vor allem gegen Cleveland wollte er viel zu häufig Dinge erzwingen. Das können Probleme sein, die sich mit der Zeit lösen, wenn Nix sich noch besser an die NFL akklimatisiert.
In meiner generellen Prognose bei Nix bleibe ich positiver, als ich das vor drei Monaten erwartet habe. Nix bringt alles mit, um ein guter Spielverwalter zu werden. Es steht völlig außer Frage, dass er schon als Rookies Paytons Offense viel besser umsetzt, als Russell Wilson das in Denver je konnte. Und mit seiner - sofern richtig dosierten - Aggressivität als Passer, sowie dem, was er als Scrambler der Offense geben kann, sorgt er für zusätzliches Big-Play-Potenzial.
Ranking nach Woche 10: 24
Eine Situation, die vermeintlich so vielversprechend war, entpuppte sich in der Realität schnell als eine Situation voller Löcher und Fragezeichen. Und Caleb Williams’ mit Spannung erwartete Rookie-Saison wurde in der Folge zu einer Saison, die selbst in der Analyse viel Frustration mit sich bringt.
Denn auch jetzt bleibe ich dabei: Man sieht, was möglich ist. Williams will on-time, innerhalb der Play-Struktur den Ball verteilen. Und wenn die Offense das ermöglicht, ist er hier bereits präzise und fortgeschritten in seinen Reads und in seiner Pre-Snap-Verantwortung.
Das in Kombination mit seinem Playmaker-Talent - welches wir insbesondere nach dem Coordinator-Wechsel vor einigen Wochen endlich wieder mehr gesehen haben - lässt mich weiter fest daran glauben, dass hier ein Franchise Quarterback ist.
Aber Caleb Williams braucht Hilfe, um sich in diese Richtung zu entwickeln. Definitiv mehr Hilfe, als er bisher bekommen hat.
Mein größter Kritikpunkt an ihm individuell ist das teilweise roboterhafte Verhalten in der Pocket. Er hatte nach der Entlassung von Shane Waldron einige Spiele, in denen er dynamischer agiert hat, in denen er gewillt war, Plays außerhalb der Struktur zu machen, wenn niemand offen ist und die Pocket kollabiert. Das allerdings haben wir deutlich zu selten von ihm gesehen, vor allem in dem Wissen, was möglich sein kann. Und das sorgt für so viele unnötige Sacks, gegen San Francisco war das wieder auffällig.
Hier muss er die richtige Mischung finden, und das wird eine zentrale Aufgabe für den neuen Trainerstab in Chicago in der Offseason sein. Das, genau wie die merkwürdigen Downfield-Accuracy-Probleme, die er über weite Teile dieser Saison hatte, muss repariert werden.
Ranking nach Woche 10: 27
Es ist so positiv, Mayes Entwicklung über die letzten Wochen zu beobachten. Ganz spezifisch, wenn man den Kontext mit einberechnet und überlegt, was möglich sein kann, wenn New England eine bessere Offensive Line aufbaut. Wenn sie einen Nummer-1-Receiver finden. Wenn sie generell Wege finden, um ihren Quarterback zu entlasten.
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Selbst in den ausgesprochen schwierigen Umständen dieser Patriots-Offense macht Maye bereits Spaß. Seine Reads wirken präzise, er spielt aggressiv, was genau das ist, was ich in diesen Umständen von einem Rookie-Quarterback sehen will: Die Line ist schlecht, die Receiver unzuverlässig - wenn er hier versuchen würde, strikt on-time in der Pocket zu spielen, würde er gnadenlos untergehen. Das ist genau die Kritik bei Caleb Williams.
Maye geht diese Sache anders an. Er ist aggressiv, er macht Plays außerhalb der Pocket, er nimmt den Ausweg als Scrambler. Dass dabei einzelne Fehler und auch Turnover passieren, das ist völlig unvermeidbar. Aber auf dem, was Maye zeigt, kann man ohne Frage aufbauen; es ist selten, dass ein Rookie-Quarterback in solche Umstände geworfen wird, den Kopf über Wasser hält - und dann in den Folgejahren einknickt, wenn das Team die Umstände verbessert.
Ich bin sehr optimistisch bei der mittel- und langfristigen Prognose von Drake Maye.
Ranking nach Woche 10: 19
Sehen wir gerade das Ende von Cousins’ Karriere? Zumindest seine Falcons-Karriere könnte wesentlich kürzer sein, als wir im vergangenen März gedacht hatten, als Atlanta Cousins verpflichtet hat.
Wie geduldig werden die Falcons im letzten Saisonviertel sein? Das ist vermutlich die entscheidende Frage, denn es könnte durchaus sein, dass Cousins zumindest Teile seiner Mobilität wieder zurückgewinnt. Bislang ist er hier dieses Jahr nach dem Achillessehnenriss merklich eingeschränkt, und das merkt man nicht nur in seinem Pocket-Verhalten.
Auffällig ist auch, dass Cousins bei Würfen zu spät ist, die er sonst immer trifft, was vermutlich auch daran liegt, dass er nicht mit dem gewohnten Timing vom Dropback in den Wurf kommt.
Doch auch darüber hinaus wirkt sein Verhalten ungewohnt zögerlich und er trifft regelmäßig schlechte Entscheidungen gegen Zone Coverage. All diese Dinge in Summe ergeben viel zu viele Fehler, auch wenn im Spiel gegen Minnesota zumindest die Big Plays wieder da waren.
Ranking nach Woche 10: 22
Carr spielt eine solide bis sogar gute Saison, und bewegt sich dabei gleichzeitig komplett in den Parametern, die wir von ihm gewohnt sind.
Es ist kein Geheimnis, dass er den Arm hat, um vertikal zu attackieren - und in den ersten beiden Wochen der Saison war er aggressiv auf eine Art und Weise, die durchaus positiv überrascht hat. Diese ersten beiden Wochen der Saison waren eine Erinnerung daran, dass man mit Carr immer noch eine sehr produktive Offense haben wird, wenn die Umstände gut sind.
Die restliche Saison danach war er der Liga-Mittelfeld-Quarterback, der wenige Spiele wegwirft und wenige gravierende Fehler macht, aber eben auch eine Offense nicht trägt. Jetzt ist die Saison für ihn aufgrund eines Bruchs in der linken Hand mutmaßlich vorzeitig beendet, zumindest weite Teile der ausstehenden Spielzeit wird er verpassen. Ich vermute, dass die Saints mit ihm als Übergangslösung in die kommende Saison gehen werden. Danach wäre auch mit Blick auf seinen Vertrag der logische Punkt, um sich zu trennen und in eine andere Richtung zu gehen.
Ranking nach Woche 10: 21
Ich bin sehr gespannt darauf, ob Wilson diesen Big-Play-Stil bis in die, und dann vor allem auch in den, Playoffs durchziehen kann.
Denn davon lebt Pittsburghs Offense und davon lebt sein Spiel: In puncto Down-für-Down-Konstanz ist Wilson nicht wirklich besser, als es Justin Fields zuvor in der gleichen Offense war. Wilson bewegt sich in puncto Success Rate grob auf Augenhöhe mit Daniel Jones im unteren Liga-Mittelfeld. Er verteilt den Ball Underneath, aber eher ineffizient und über die Mitte des Feldes lässt er noch immer Möglichkeiten im Passspiel liegen.
Wilsons Qualität liegt nicht im konstanten Ballverteilen, das war noch nie seine Stärke. Für diesen Floor muss in erster Linie das Run Game sorgen. Doch mit seinen Shot Plays gibt Wilson der Offense eine Chance, und die trifft er bislang mitunter herausragend gut.
Meine Sorge aus Steelers-Sicht ist, dass das ein Kartenhaus sein könnte, das in den Playoffs zusammenfällt. Wilson kassiert zu viele negative Plays in Form von Sacks, er hat nicht mehr die Mobilität, um verlässlich außerhalb der Pocket zu kreieren. Er braucht die Shot Plays, damit die Offense funktioniert. Und das ist ein schmaler Grad.

Ranking nach Woche 10: 13
Rodgers rutscht Monat für Monat weiter ab, und vermutlich sollte uns das bei einem Quarterback, der gerade 41 Jahre alt geworden ist, auch nicht wundern. Auch wenn, so viel sei gesagt, er sein bestes Spiel seit Wochen am vergangenen Sonntag gegen die Dolphins hatte.
Rodgers hat gelegentlich immer noch die spektakulären Pässe in seinem Spiel, doch auch die sind weniger geworden. Vor allem aber fällt auf, dass er der Offense kaum noch die Konstanz geben kann.
Früher in der Saison gab es noch zumindest Phasen in Spielen, in denen das Quick Game der Jets sehr rund aussah, mit Rodgers, der die Fäden in der Hand hielt und den Ball schnell verteilte. Das ist über weite Teile auch verschwunden und gleichzeitig kassiert Rodgers auch mehr Sacks als in den vergangenen Jahren.
In dieser Verfassung müsste Rodgers in eine Offense kommen, die schematisch stark ist, und in der er mehr der Ballverteiler sein kann. Ein Puzzleteil, statt das Puzzleteil. Aber will er das überhaupt? Würde er sich darauf einlassen? Das ist die Kernfrage, wenn es darum geht, ob Rodgers nächstes Jahr irgendwo noch als Starter eine Option ist.
Ranking nach Woche 10: 23
Darnold neigt nach wie vor dazu, den einen oder anderen Risiko-Ball zu viel zu werfen und es wird das große Thema für die Vikings in den Playoffs werden, ob ein solcher Turnover-Wurf ihnen zum Verhängnis wird.
Vielleicht wird ein kritischer Fehler auch nicht bestraft.
Vielleicht sind es aber auch die positiven Big Plays, die in der Postseason überwiegen. Denn das war für mich die Geschichte in Darnolds Spiel über die letzten Wochen: Nachdem er eine Phase hatte, in der die Achterbahnfahrt ein wenig zu intensiv hoch und runter ging, war sein Spiel zuletzt stabiler - und die Big Plays kamen weiter. Das Spiel gegen Atlanta war der bisherige Höhepunkt dieses jüngsten Runs, und durch die Entwicklungen in den letzten Wochen klettert Darnold hier auch in die Top 20.
Ich bin gespannt, ob er das aufrechterhalten kann. Ob er Pressure besser navigieren kann, so, wie es früh in der Saison phasenweise der Fall war. Denn das wird vermutlich den Unterschied in der Frage ausmachen, ob die Vikings in den Playoffs in Detroit oder in Philadelphia mithalten können. Aktuell spielt er den besten Stretch seiner Karriere.
Ranking nach Woche 10: 20
Miamis Offense im Passing Game ist dieses Jahr noch kürzer, noch schneller und verlangt vom Quarterback noch mehr, mit Präzision das Quick Game zu bedienen. Nicht zuletzt, weil jenes auch das Run Game in Teilen kompensiert.
Das per se ist natürlich nicht neu. Mike McDaniel hat in Miami eine Offense aufgebaut, die extrem auf Timing und der Quickness des Passers basiert. Das sind Tuas beste Qualitäten und er ist so vertraut mit dieser Offense, dass er sie mit der Sicherheit und dem Vertrauen auf die Routes umsetzen kann, die es braucht. Das Spiel gegen die Jets war ein sehr gutes Beispiel dafür: Das war in erster Linie ein Scheme-Sieg, der auch möglich wird, weil der Quarterback die Offense schnell umsetzt.
Im Rahmen dieser Parameter macht Tua seine Sache nach wie vor ordentlich. Und man darf nicht unterschätzen, wie hoch das Maß an Completions ist, das Miami Woche für Woche von ihm verlangt, auch wenn einige sehr offene Pässe dabei sind.
Gleichzeitig fehlen nicht nur das vertikale Element, sondern auch der Gegenpart zu all dem jetzt aufgelisteten: Die Out-of-Structure-Plays. Das war noch nie die Stärke des Hawaiianers, und in einer Saison, in der gegnerische Defenses Miami das Run Game sehr gut weg nehmen und das Passing Game extrem auf das Kurzpassspiel limitieren, fällt das umso mehr auf.
Tua spielt eine gute Saison. Ich würde gerne sehen, dass er der Offense noch in größerem Maße eine weitere Dimension gibt, die aktuell schematisch oder anderweitig nicht kommt. Aber was McDaniel innerhalb des Schemes verlangt, das liefert er.
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Ranking nach Woche 10: 14
Vielleicht haben wir die beste Version von Baker Mayfield schon früher in dieser Saison gesehen. Der Trend über die letzten Wochen zumindest war negativer, insbesondere, weil Mayfield sich deutlich mehr Fehler erlaubt und mehr Turnover in Kauf genommen hat.
Damit die Bucs nicht nur diese Division gewinnen - und ich sehe sie hier weiterhin auf einem guten Weg -, sondern auch in der Wildcard Runde eine Chance haben, muss Mayfield wieder sauberer spielen. Die Turnover, insbesondere gegen die Raiders, hatten mitunter Jameis-Winston-Charakter.
Das soll nicht die bisherige Saison von Baker Mayfield schmälern. Mayfield spielt eine gute Saison im Kontext einer gut designten Offense mit einem guten Run Game. Als Ballverteiler mit einer gewissen vertikalen Aggressivität funktioniert er sehr gut innerhalb dieser Offense. Aber die gute Version von Mayfield, die ihn in der Top 20 hält, muss fehlerfreier spielen, als das zuletzt der Fall war.
Ranking nach Woche 10: 16
Bis ich es von Jalen Hurts verlässlich sehe, werde ich Zweifel daran haben, dass er in Dropback-Situationen die Offense anführen kann. Das Spiel gegen Carolina hat mich hier abermals bestärkt, Hurts ist immer noch zu häufig zu spät mit seinen Würfen, er braucht zu lange in seinen Reads, er lässt offene Passfenster verstreichen, sein Pocket-Management in Dropback-Situationen ist inkonstant, bestenfalls.
Hurts hat ein sehr klar definiertes Skillset, und Philadelphia hat es über die letzten Jahre geschafft, darum eine explosive Offense aufzubauen. Das ist das Downfield-Passing-Game und ganz spezifisch seine Go-Balls, aber diese Saison ist er auch wieder dynamischer als Runner, und das öffnet andere Dinge für die Offense. Hier liegen seine primären Stärken.
Er wirkt auch dynamischer als Passer außerhalb der Pocket, was es leichter macht, klar definierte Reads bei Rollouts zu kreieren. Und ein starkes Eagles-Run-Game inklusive dem, was Hurts hier trägt, plus das vertikale Passspiel, das muss man als Defense erst einmal verteidigen. In beiden dieser Aspekte hat Hurts eine wichtige Rolle.
Dadurch ist er ein essenzieller Teil einer Offense, die auf ihn zugeschnitten ist. Seine Limitationen als Passer legen gleichzeitig allerdings eben diese sehr strikten Parameter für eine Offense mit ihm auf Quarterback auch fest.
Ranking nach Woche 10: 15
Je größer die Sample Size bei Purdy wird, desto klarer lässt sich festhalten, was für eine Art Quarterback er ist: Purdy hat letztes Jahr bewiesen, dass er in herausragenden Umständen Zahlen auf höchstem Level auflegen kann. In Teilen vergleichbar mit dem, was Jared Goff dieses Jahr in Detroit macht, wobei Purdys Aggressivität als Passer, genau wie seine Playmaking-Tendenzen letztes Jahr noch mehr eine Schippe draufpackten, verglichen mit dem, was Goff der Lions-Offense dieses Jahr gibt.
In der laufenden Saison haben wir dann mehr gesehen, wie Purdy mit den gleichen Qualitäten aber in schwierigeren Umständen immer noch gut spielt, aber gleichzeitig auch größere Probleme bekommt.
Seine Playmaking-Tendenzen sind nach wie vor da, doch während der konstante Floor der Offense fehlt - schematisch und in puncto Receiving-Qualität im Passing Game, sowie was die Konstanz des Run Games angeht -, waren Purdys Plays spät im Down einerseits eine Hilfe, um einige der Defizite zu kompensieren, andererseits schaffte er selbst es auch häufig nicht, der Offense die Konstanz durch die Luft zu geben. Mal hält er den Ball zu lange, mal lässt er offene Reads verstreichen, mal wirft er zu spät noch über die Mitte in kleine Risiko-Fenster. Umgekehrt hat er als Scrambler dieses Jahr echten Value mitgebracht.
In keinem dieser Bereiche ist Purdy ins Bodenlose eingebrochen oder spielt auf eine Art und Weise, dass man in San Francisco über einen perspektivischen Quarterback-Tausch sprechen müsste. Doch seine Limitationen sind dieses Jahr deutlich sichtbar und unterstreichen das, was Purdy auch letztes Jahr war: Ein guter Quarterback, der die PS einer stark besetzten Offense aufs Feld bringt und der als Game Manager mit zusätzlichen Playmaking-Qualitäten in guten Umständen glänzen wird und das Ceiling einer guten Offense zusätzlich anheben kann. Aber kein Top-8- oder gar Elite-Quarterback, der eine Offense trägt.
Ranking nach Woche 10: 17
Wenn ein Quarterback mit Goffs Erfahrung, der versteht, wie er verschiedene Blitzes schlägt, wie Coverages funktionieren, wann er wie schnell zu seinem Checkdown kommen muss und welcher Read in welchem Konzept gegen eine spezifische Coverage offen sein sollte, wenn so ein Quarterback in derart gute Umstände gepackt wird, kann das Ergebnis spektakulär sein.
Genau das sehen wir dieses Jahr in Detroit. Die Lions verlangen keine Wunderdinge von Goff, er muss die Offense kaum einmal maßgeblich tragen oder gar Big Plays kreieren. Dann würde die Formel auch nicht aufgehen.
Aber seine oben aufgeführten Qualitäten sind wichtig, um den Floor der Offense zu stabilisieren. Denn nur so kann er der verlässliche Ballverteiler sein, der die Konzepte umsetzt und die Waffen in Szene setzt. Und In-Breaker serviert er nach wie vor besser und verlässlicher als die allermeisten anderen Quarterbacks.
Goff hatte gegen Houston sein Meltdown-Spiel und generell ist Druck nach wie vor ein Problem. Die Frage mit Blick auf die Playoffs wird sein, ob ein Team in der NFC diese schlechte Version aus Goff überhaupt herauskitzeln kann.
Ranking nach Woche 10: 12
Gegen die Eagles und die Steelers hatte Daniels - wie die gesamte Commanders-Offense - einen schweren Stand. Und das ist weniger eine Aussage über einen Rookie-Quarterback in seiner ersten Saison, und mehr eine Aussage darüber, dass Washington nach wie vor ein klares Talent-Defizit gegen Teams dieses Kalibers hat.
Daniels’ Floor sind zwei Dinge: Es ist das Rushing, Daniels ist ein unheimlich gefährlicher Runner, um den herum man nicht nur Teile des Run Games designen kann, sondern Kingsbury hat seine Scrambling-Qualitäten zum festen Teil der Passing-Offense gemacht.
Der andere Part ist der schnelle Release. Das hilft Daniels enorm dabei, die Mitte des Feldes zu attackieren. Hier hat er mich am meisten überrascht, denn das war für mich eines der großen Fragezeichen in seinem College-Profil und seine Quickness als Passer ist ein essenzieller Grund dafür, dass er hier auch schwierige Fenster regelmäßig trifft.
Es wird spannend sein, zu sehen, inwieweit er sich als Passer weiterentwickelt. Denn seine Production aktuell ist, so gut Daniels individuell die Dinge umsetzt, auch immer noch stark Scheme-begünstigt. In größeren Progressions ist er mitunter noch zögerlich in seinen Reads und hat Probleme damit, aus der Pocket konstant zu gewinnen. Hier sehe ich Caleb Williams und Drake Maye bereits weiter.
Ranking nach Woche 10: 6
Es ist in Summe eine enttäuschende Saison für Stroud, noch viel mehr aber für die Texans-Offense insgesamt. Und da wiederum sehe ich Stroud als das mit Abstand geringste Problem.

Gleichzeitig merkt man Stroud die Effekte all der offensiven Probleme an, und statt die Offense noch mehr zu tragen, haben sich im zweiten Saisondrittel mehr Fehler in seinem Spiel etabliert. Es wird wichtig sein, dass er diesen Trend wieder umkehren kann.
Vielleicht war das Spiel gegen Jacksonville ein Schritt in die richtige Richtung. Denn ich sehe immer noch die Fähigkeit, Probleme in der Pocket zu lösen, Big Plays als Pocket-Passer zu machen, durch Progressions zu arbeiten und schwierige Fenster auf allen Ebenen der Defense zu attackieren.
Für Stroud geht es maßgeblich darum, hier wieder mehr Stabilität rein zu bekommen, und ich denke, das wird kommen, wenn er der Protection wieder mehr vertraut.
Ich sehe ihn weiterhin klar in diesem zweiten Tier, auch wenn er auf den letzten Platz in dieser Gruppe abrutscht, mit einer realistischen Chance, innerhalb dieses Tiers bald auch wieder zu klettern. Die große Frage mit Blick auf die Playoffs lautet, ob er diesen Schalter noch dieses Jahr umlegen kann.
Ranking nach Woche 10: 7
Insbesondere gegen Minnesota spielte Kyler Murray über weite Teile ein gutes Spiel, doch die Story dieser letzten beiden Niederlagen gegen die Vikings und die Seahawks waren die vermeidbaren Fehler, die Murray in diesen beiden Spielen hatte. Beide Interceptions gegen Seattle, sowie der erste Pick und die Grounding-Strafe gegen Minnesota, trugen maßgeblich zu den beiden Niederlagen bei.
Das unterstreicht, dass Arizona noch nicht robust genug ist, um solche Fehler zu kompensieren. Es gab Phasen in dieser Saison, in denen Arizona auch mit dem Dropback Passing Game Spiele gewonnen hat, aber auch das ist noch zu inkonstant der Fall.
Das beschreibt, wo Murray und die Offense stehen. Es gab klare Fortschritte dieses Jahr, insbesondere, was Murrays Spiel In-Structure angeht. Aber die reichen noch nicht so weit, dass Murray die Offense verlässlich tragen kann. Dafür hat er noch zu viele negative Plays in seinem Spiel und der Offense fehlt die Explosivität im Dropback Passing Game.
Der generelle Trend dieser Saison ist positiv. Mit Blick auf Murray und mit Blick auf die Offense insgesamt. Der Trend über die letzten 3 Wochen jedoch nicht.
Ranking nach Woche 10: 8
Es gibt einen sehr deutlich Cut zwischen dem ersten und dem zweiten Tier. Insbesondere Stafford, Smith und Love sehe ich dahinter derzeit sehr nah beieinander, auch wenn keiner der drei dieses Jahr einen Case für einen möglichen Sprung in das oberste Tier hat.
Das Argument für Geno Smith innerhalb dieses zweiten Tiers ist relativ simpel: In einer Offense, die mit schwacher Protection und, zumindest über den Großteil der bisherigen Saison, ohne nennenswertes Run Game unterwegs ist, brauchte es einen Quarterback, der tough in der Pocket, aggressiv als Passer und gut im vertikalen Passspiel ist. All das erfüllte Geno Smith bislang.
Und es gab eine Phase in dieser Saison, in welcher man mehr gemerkt hat, wie der Mangel an Hilfe sich auf Smiths Spiel ausgewirkt hat. Ich würde keineswegs ausschließen, dass das im Laufe dieser Saison nochmal passiert, denn ich vertraue der Offense abgesehen von Smith und einzelnen Waffen nicht. Über weite Teile dieser Saison ist Geno der maßgebliche Grund dafür, dass die Offense kompetitiv ist.
Ranking nach Woche 10: 9
Die Probleme der Rams und von Stafford individuell mit Pressure dieses Jahr bleiben für mich das prägende Thema dieser Rams-Offense-Saison. Und weil Los Angeles regelmäßig so viel in der Offensive Line umbauen musste und dann noch die Receiver-Verletzungen dazu hatte, sind wir noch immer an einem Punkt, an dem ich es schwer finde, diese Unit so richtig zu greifen.
Aber eben auch, weil Stafford der Offense dieses Jahr weniger Lösungen in diesen Situationen bietet. Das führt zu mehr Fehlern und zu mehr genereller Inkonstanz in der Offense.
Gleichzeitig sage ich klar, dass Stafford sich über die letzten Wochen merklich gesteigert hat und auch die Big Plays wieder mehr Teil seines Spiels wurden. Das Spiel gegen Buffalo war ohne Frage das bisherige Highlight dieses Trends. Staffords Accuracy auf allen Ebenen des Feldes und bei Würfen innen, wie außen, ist nach wie vor auf höchstem Level - wenn er Zeit bekommt.
Das war die Rams-Offense, wie ich sie mir im Idealfall vor der Saison vorgestellt habe. Und wenn Stafford Zeit hat, dann ist er immer noch in der Lage, das ganze Feld zu öffnen und jeden Wurf anzubringen. Dieser Part ist unverändert.
Ranking nach Woche 10: 11
Ich bin der Meinung, dass man über die letzten Wochen einen klaren Cut in der Saison von Jordan Love setzen und einen neuen Trend beobachten kann. Einen Trend zum Positiven.
Wir wissen, dass Love über die ersten Wochen der Saison mehrfach angeschlagen gespielt hat, und das hat man gemerkt. Insbesondere bei einem Quarterback, für den schwierige Off-Platform-Würfe gegen Pressure eine wichtige Komponente seines Spiels sind.
Die letzten beiden Spiele gegen Miami und Detroit sahen hier viel besser aus. Das sah wieder mehr aus wie der Quarterback, der in der zweiten Saisonhälfte letztes Jahr wie ein Top-5-Quarterback gespielt hat. Der das ganze Feld öffnen kann mit seinem Arm, dessen Aggressivität wieder dosierter und mit weniger Turnover-Risiken stattfindet.
Wenn sich dieser Trend bestätigt, kann Love als bester NFC-Quarterback in die Playoffs gehen. Und dann ist für Green Bay alles möglich.
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Ranking nach Woche 10: 4
Herbert ist nach einem holprigen, vermutlich noch von der Verletzung mit geprägten Saisonstart wieder voll zurück auf seinem Elite-Level. Inklusive dem, was er der Offense zuletzt als Runner gab.
Das hat nicht nur eine neue Ebene für die Offense geöffnet - es war bisweilen auch notwendig. Denn so gut Herbert die letzten Wochen weitestgehend auch war, im Boxscore sieht man das nur bedingt. Die Chargers haben massive Talent-Defizite bei ihren Pass-Catchern, Ladd McConkey ist hier der eine Lichtblick. Und die wacklige Interior Offensive Line sorgt dafür, dass Herbert viel Druck über die Mitte bekommt. Das war auch gegen die Chiefs am Sonntag der Fall, umso beeindruckender war die Art und Weise, wie Los Angeles in der zweiten Hälfte offensiv antworten konnte.
Es steht außer Frage, dass Jim Harbaugh in seiner ersten Saison bei den Chargers bereits eine neue Version aus Herbert herauskitzelt. Das Scrambling, die Art und Weise, wie er nach erfolgreichen Runs auf dem Platz reagiert und über diese Plays auch spricht. Die Aggressivität Downfield.
All das sind Facetten in Herberts Spiel und in seinem sichtbaren Verhalten auf dem Platz, die wir so von ihm über die letzten Jahre nicht gesehen haben. Im nächsten Schritt müssen zwei neue Impact-Pass-Catcher her, dann sehen auch die Boxscores anders aus.
Ranking nach Woche 10: 3
An Burrow liegt es wahrlich nicht, dass dieses Bengals-Team die Playoffs wohl nur aus dem Urlaub verfolgen wird. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn Burrow zuletzt gegen Pittsburgh selbst auch ein paar Fehler drin hatte.
Aber er trägt diese Offense maßgeblich. Seine Accuracy, seine Pocket-Playmaker-Qualitäten, seine Fähigkeit, das ganze Feld akkurat zu öffnen - insbesondere Intermediate, also in der 10-19-Yard-Range, spielt Burrow eine herausragende Saison -, das hält Cincinnatis Offense kompetitiv.
Dafür sind Burrow und die beiden Top-Receiver, wobei Tee Higgins erhebliche Teile der bisherigen Saison verpasst hat, in erster Linie verantwortlich. Und trotz des hohen wöchentlichen Drucks auf die Offense, trotz einer anfälligen Offensive Line, trotz des hohen Passing-Volumens, das Burrow wöchentlich abreißen muss, sind die Fehler immer noch selten.
Burrow ist fest in diesem Elite-Tier verankert und wird die Saison vermutlich mit über 4.500 Passing-Yards und 40 Touchdowns beenden. Und dann lautet die große Frage: Welche Schlüsse zieht Cincinnati personell und in puncto Roster Building aus dieser verschwendeten Saison?

Ranking nach Woche 10: 2
Das Spiel gegen die Raiders in der Vorwoche war insofern alarmierend, als dass es mehrere Big Plays mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad von Mahomes brauchte, um überhaupt Richtung 20 Punkte zu gehen. Das Spiel wiederholte sich am Sonntagabend gegen die Chargers.
Mahomes würde noch mehr unter Druck stehen, wenn er nicht regelmäßig den Ball so schnell verteilen würde. Und das mit einer Receiver-Gruppe, vor der Defenses kaum Angst haben müssen, und gegen die Defenses dementsprechend auch mehr Man Coverage spielen können, als in früheren Jahren. Und schon jetzt steckt Mahomes Woche für Woche sehr viele Hits ein.
Das geht auch über in einen anderen Punkt, den ich vor vier Wochen an dieser Stelle bereits hatte: Mahomes hatte einen ungewohnt wackeligen Saisonstart, seitdem aber spielt er wieder merklich besser und die Idee, dass Mahomes eine schlechte Saison spielt, halte ich für absurd.
Vielmehr ist er der maßgebliche Grund dafür, dass Kansas City offensiv immer noch vergleichsweise gut den Ball bewegt. Auch wenn es anders aussieht und wir die Explosivität häufig vermissen. Aber den Grund hierfür sehe ich schlicht nicht bei Mahomes, ganz im Gegenteil. Seine Anpassungsfähigkeit und seine Vielseitigkeit als Passer tragen die Chiefs-Offense dieses Jahr.
Ranking nach Woche 10: 5
Vor vier Wochen hatte ich darauf hingewiesen, dass die starken Leistungen von Justin Herbert und Joe Burrow dafür verantwortlich waren, dass Allen innerhalb des Elite-Tiers zwei Plätze runter ging.
Jetzt wird der Spieß umgedreht. Zu sehen, wie Allen gegen die Niners und gegen die Chiefs immer Big Plays raushauen konnte, wenn die Offense es gebraucht hat, ob am Boden oder durch die Luft - oder auch als improvisierter Receiver! -, war absolut beeindruckend.
Das Spiel gegen die Rams war dann der bisherige Höhepunkt. Allen hatte eine Reihe sensationeller Plays, die Buffalo überhaupt in diesem Spiel hielten. Als Runner und als Passer, insbesondere in der zweiten Hälfte dieses Spiels, war er eine Naturgewalt und es gibt aktuell keinen Quarterback, den ich mir Woche für Woche lieber anschaue.
Dabei denke ich, dass wir die beste Version dieser Bills-Offense noch gar nicht gesehen haben. Hier waren regelmäßig einzelne Playmaker verletzt, ein paar Timing-Probleme waren auch gegen Los Angeles sichtbar. Gut möglich, dass Buffalo hier zum perfekten Zeitpunkt Richtung Playoffs erst aus allen Rohren feuert.
Und Allen ist der ideale Quarterback dafür. Weil er ein Underneath Passing Game aufziehen kann, während er gleichzeitig die Downfield-Aggressivität hat und als Runner ein Difference-Maker ist. Außerdem konnte er zuletzt die Turnover-Plays wieder runterschrauben.
In diesem Komplettpaket gibt es nur zwei andere Quarterbacks, die Allen das Wasser reichen können. Wenn er so spielt, wie in den letzten Wochen, hat er sogar einen Case für Platz 1 Richtung Playoffs.
Ranking nach Woche 10: 1
Lamar ist an einem Punkt angekommen, an dem es schlicht keine wirkliche Schwachstelle in seinem Spiel gibt. Er ist einer der besten Quarterbacks in der NFL, wenn es darum geht, Pressure zu navigieren. Und spezifisch dieses Jahr haben er und die Ravens-Offense merklich bessere Antworten auf den Blitz.
Er ist akkurat als Passer, er ist einer der besten Underneath- und Intermediate-Passer ligaweit, er hat kaum Turnover-Fehler in seinem Spiel, während er gleichzeitig gut dosiert aggressiv spielt.
Und dann kommen wir erst zu all den Faktoren mit dem Run Game. Dass er als Runner für sich betrachtet eine Dimension der Offense darstellt und auch damit eine eher solide Offensive Line besser aussehen lässt. Und dass er als Scrambler Plays retten kann.
Ich habe es vor vier Wochen gesagt, und ein Spiel gegen die Eagles, in dem er ein paar Bälle verfehlt hat, hat daran nichts geändert: Jackson spielt die beste Saison seiner Karriere. Und darüber hinaus gibt es keinen Quarterback in der NFL, der gegnerischen Defenses strukturell so große zusätzliche Probleme bereitet.
Adrian Franke