09.03.2026
Rekord-Entscheidung in Miami
Die Miami Dolphins ziehen einen radikalen Schlussstrich auf der wichtigsten Position im Football. Das Franchise hat offiziell bekanntgegeben, dass Quarterback Tua Tagovailoa entlassen wird. Die Entscheidung markiert einen Neustart unter neuer Führung und bedeutet gleichzeitig eine finanzielle Konsequenz, die es in dieser Größenordnung noch nie gegeben hat.

Die Entscheidung der Dolphins, ihren Starting Quarterback der letzten Jahre zu entlassen, kostet Miami eine historische Summe. Trotz der Trennung schulden die Dolphins ihrem jetzt ehemaligen Starting Quarterback weiterhin 54 Millionen Dollar garantiert für die kommende Saison. Insgesamt wird Miami durch den Release 99,2 Millionen Dollar Dead Cap tragen - ein neuer NFL-Rekord.
Um die Belastung zumindest etwas zu verteilen, nutzen die Dolphins eine sogenannte Post-June-1-Designation. Dadurch wird der Dead-Cap-Hit auf zwei Jahre aufgeteilt.
Die Struktur sieht folgendermaßen aus: 2026, also in der kommenden Saison, wird das Team aus Florida 67,4 Millionen Dollar Dead Cap tragen. 2027 sind es dann noch 31,8 Millionen Dollar Dead Cap.
Ohne diese Regelung hätte Miami den gesamten Betrag sofort gegen den Salary Cap verbuchen müssen.
Ganz überraschend kommt die Trennung allerdings nicht. Die Entscheidung hatte sich bereits in den vergangenen Monaten angedeutet.
Besonders deutlich wurde das Signal, als Tagovailoa am Ende der Saison 2025 für die letzten Spiele auf die Bank gesetzt wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt galt ein Neustart auf Quarterback intern als ernsthafte Option.
Mit dem neuen Head Coach Jeff Hafley und General Manager Jon-Eric Sullivan scheint Miami nun bereit zu sein, einen kompletten Richtungswechsel einzuleiten.
Für Tagovailoa selbst eröffnet der Release eine interessante Situation auf dem Quarterback-Markt.
Da die garantierten 54 Millionen Dollar seines Vertrags bereits von den Miami Dolphins getragen werden, könnte der Spielmacher von einem neuen Team theoretisch zum Veteranen-Minimum verpflichtet werden. Eine solche Konstellation ist in der NFL nicht neu und erinnert an vergleichbare Fälle aus der jüngeren Vergangenheit. Auch die Situation von Kyler Murray weist in dieser Offseason gewisse Parallelen auf.
Als die Denver Broncos damals Russell Wilson entließen, unterschrieb dieser anschließend bei den Pittsburgh Steelers ebenfalls für ein Minimum-Gehalt, während Denver weiterhin den Großteil seines Vertrags bezahlte. Ein ähnliches Modell könnte nun auch für Tagovailoa Realität werden.
Die Entscheidung der Dolphins ist ein massiver Einschnitt - sportlich wie finanziell. Mit 99,2 Millionen Dollar Dead Cap akzeptiert Miami bewusst einen historischen Preis für einen kompletten Neustart. Für die neue Führung um Hafley und Sullivan scheint klar zu sein: Der Weg zu einem langfristigen Contender beginnt mit einer neuen Lösung auf Quarterback.
Für Tua Tagovailoa hingegen beginnt ein neues Kapitel seiner Karriere. Und gerade weil sein nächstes Team ihn nahezu ohne finanzielles Risiko verpflichten kann, dürfte der ehemalige First Round Pick plötzlich für viele Franchises zu einer interessanten Option auf dem Quarterback-Markt werden.