16.10.2026
Große Reform ab 2027
Der College Football Playoff steht offenbar kurz vor einer weiteren historischen Veränderung. Laut ESPN-Insider Pete Thamel nähern sich die Verantwortlichen einer Einigung, das Teilnehmerfeld bereits ab 2027 von zwölf auf 24 Teams zu erweitern - nur zwei Jahre nach der letzten großen Reform.

Die endgültige Einigung soll laut Berichten in naher Zukunft erfolgen, vorbehaltlich letzter Freigaben. Hintergrund der Entwicklung sind laufende Verhandlungen zwischen dem CFP und ESPN über einen neuen Vertrag als weiterhin exklusiver Übertragungspartner - eine Einigung, die neben der Format-Erweiterung offenbar auch zur Abschaffung der lukrativen Power-4-Conference-Championship-Spiele sowie zu einem um eine Woche vorgezogenen Saisonstart führen soll.
Konkrete Details stehen zwar noch aus, Gespräche drehten sich bislang aber um folgende Struktur: 19 At-Large-Plätze, die Champions der vier Power-Conferences nach jeweils eigenem Auswahlverfahren sowie das bestplatzierte Team der Group of Six. Die New-Year's-Six-Bowls (Rose, Fiesta, Sugar, Peach, Orange und Cotton) sollen weiterhin Austragungsort für Viertel- und Halbfinale bleiben, das nationale Finale soll weiterhin im Januar stattfinden.
Teams, die auf den Plätzen eins bis acht landen, würden demnach ein Freilos in der ersten Runde sowie ein anschließendes Heimspiel erhalten (Platz eins träfe auf den Sieger der Partie 16 gegen 17, Platz zwei auf den Sieger von 15 gegen 18 und so weiter). Teams im Bereich der Plätze 17 und 18 hätten dagegen einen Anreiz, sich noch zu verbessern, um sich stattdessen einen Heimvorteil in der ersten Runde zu sichern (vergeben an die Plätze neun bis 16), während die untersten Plätze permanent um den Verbleib im Feld oder die eigene Platzierung kämpfen müssten.
In einer offiziellen Stellungnahme vom Donnerstag bestätigte der CFP zumindest die fortlaufenden Gespräche: "Die konstruktiven Gespräche mit ESPN wurden diese Woche fortgesetzt. Wir hatten seit unserer Gründung eine starke Partnerschaft mit ESPN und sind dankbar für den produktiven Dialog während der gesamten Verhandlungsperiode und in den vergangenen Tagen. Wir werden zu gegebener Zeit weitere Updates zu den Themen zukünftiges Format und Medienrechte liefern."
Als treibende Kraft hinter dem 24-Team-Modell gilt insbesondere Big-Ten-Commissioner Tony Petitti. Er wehrte sich zuletzt gegen die Annahme, das erweiterte Format könnte die Bedeutung der Regular Season schmälern, da das System "abgestufte Anreize" beinhalte, die weiterhin jedes einzelne Saisonspiel relevant machten.
Die mögliche Reform käme bemerkenswert kurz nach der letzten großen Veränderung: Erst im März 2024 hatten sich ESPN und der CFP auf einen Sechs-Jahres-Vertrag über 7,8 Milliarden Dollar geeinigt, der den Sender bis zur Saison 2031/32 als alleinigen Medienrechte-Inhaber des Turniers sicherte - damals noch im Rahmen eines gerade erst auf zwölf Teams verdreifachten Feldes.
Am 9. September hatten ESPN und der CFP ein 30-tägiges Verhandlungsfenster eröffnet, um den konkreten Wert eines 24-Team-Feldes zu bestimmen. Dieses Fenster lief am 9. Oktober offiziell aus, die Gespräche wurden jedoch auch danach fortgesetzt - mit einer Einigung, die sich nun offenbar immer deutlicher abzeichnet.
mgs