09.02.2026
"Meine Geschichte - und ich hätte kein besseres Ende schreiben können"
Cooper Kupp stand nach dem Super Bowl LX im Levi’s Stadium da, als hätte er selbst einen Moment gebraucht, um zu begreifen, was gerade passiert war. Zwei Super-Bowl-Titel. Einmal mit den Rams, jetzt mit den Seahawks. Und ein Jahr, das ihn körperlich, sportlich und emotional an Grenzen geführt hatte.

Der 29:13-Sieg der Seattle Seahawks über die New England Patriots wird nicht als Offensivspektakel in Erinnerung bleiben. Seattle erzielte seinen ersten offensiven Touchdown erst zu Beginn des vierten Viertels, das Spiel war zäh, physisch, defensiv dominiert.
Und doch war Kupp genau dort, wo er immer ist, wenn es zählt. Sechs Receptions für 61 Yards - beides Team-Bestwerte. Sein bestes Spiel der gesamten Postseason. "Wenn wir auf das Board kamen, war Cooper mittendrin", sagte ein Teamverantwortlicher später. Schon im ersten Viertel fing er einen 23-Yard-Pass von Sam Darnold, später eine weitere wichtige Conversion. Keine Highlight-Show, aber Kontrolle. Keine Explosion, sondern Verlässlichkeit.
Mit dem Schlusspfiff rückte Kupp in einen exklusiven Kreis der NFL-Historie vor. Er ist nun - neben Jerry Rice - der einzige Wide Receiver, der sowohl die Auszeichnung als Offensive Player of the Year als auch mehrere Super-Bowl-Titel gewonnen hat. "Du hast so viel Respekt vor den Menschen, die vor dir waren", sagte Kupp. "Diese Liga entwickelt sich ständig weiter. Wenn du kurz stehenbleibst, zieht sie an dir vorbei. Mit Jerry Rice auch nur in einem Satz genannt zu werden, heißt, du bist an einem guten Ort."
Dass dieser Moment ausgerechnet im Stadion der 49ers stattfand, machte ihn noch symbolischer.
Sportlich war es kein typisches Kupp-Jahr. In seiner ersten Saison in Seattle kam er in der Regular Season auf 47 Receptions, 593 Yards und zwei Touchdowns - die niedrigsten Zahlen seiner Karriere bei voller Spielzeit.
Der einstige Triple-Crown-Gewinner war nicht mehr das Zentrum der Offense. Diese Rolle gehörte Jaxon Smith-Njigba. Kupp wurde zur zweiten, manchmal dritten Option - und akzeptierte genau das. "Ich habe noch nie so oft für Laufspielzüge geblockt", sagte er lachend. "Aber ich hatte so viel Spaß dieses Jahr."
In den Playoffs steuerte er 15 Catches für 157 Yards bei - leise, aber konstant. Ein Receiver, der Spiele nicht mehr dominiert, sondern stabilisiert.
Kupp sprach nach dem Spiel offen über die Belastungen dieses Jahres - sportlich wie privat. "Es waren wirklich harte Zeiten dieses Jahr", sagte er. "Und an diesem Ort zu sein, mit diesen Jungs durch dieses Jahr zu gehen, war eines der schönsten Jahre, die ich je hatte."
Besonders hob er das Teamgefühl hervor - und Quarterback Sam Darnold. "Jeden Tag mit diesen Jungs zur Arbeit zu kommen, die Arbeit, die sie geleistet haben - das war wirklich besonders."
Den Titel feierte Kupp mit seiner Frau Anna Marie, seiner Highschool-Liebe, und den gemeinsamen Kindern. "Meine Frau war die erste Person, die an mich geglaubt hat", sagte Kupp. "Ich habe meinen Jungs gesagt: Das ist euer Trophy."
Rückblickend schloss sich für ihn ein Kreis, der lange vor der NFL begann - in Eastern Washington, fernab der großen Bühnen. "Ich habe nicht davon geträumt, nur in die NFL zu kommen", sagte er. "Ich habe davon geträumt, etwas Besonderes zu erreichen."
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mgs