09.04.2026
Neustart in Las Vegas
Kirk Cousins weiß genau, worauf er sich eingelassen hat. Anders als in Atlanta kommt der 37-jährige Quarterback diesmal mit offenen Augen in eine Situation, in der seine Rolle alles andere als garantiert ist. Und genau das scheint ihm recht zu sein.

Als die Las Vegas Raiders Kirk Cousins unter Vertrag nahmen, war die Ausgangslage klar: Das Team plant, Fernando Mendoza mit dem ersten Pick im kommenden Draft auszuwählen, und der Weg zur Startposition ist für Cousins keineswegs vorgezeichnet. Eine Situation, die ihn an frühere Erfahrungen erinnern könnte. Bei den Atlanta Falcons hatte er sich nach eigener Aussage hintergangen gefühlt, nachdem das Team ihn langfristig unter Vertrag genommen hatte, wenig später aber Quarterback Michael Penix Jr. in der ersten Runde des Drafts ausgewählt hatte. In Las Vegas ist das anders. Hier weiß Cousins von Anfang an, woran er ist. Und er hat Head Coach Klint Kubiak unmissverständlich mitgeteilt, wie er darüber denkt.
„Der beste Spieler muss auf dem Feld stehen", sagte Cousins am Mittwoch während des Offseason-Starts der Raiders. „Wenn das nicht ich bin, will ich da draußen nicht stehen. Ich glaube nicht, dass das das Beste für das Team wäre." Es sind Worte, die man von einem Veteranen in seiner Situation selten hört und die viel über Cousins' Charakter aussagen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er die Situation als Chance begreift. „Ich freue mich darauf, die Möglichkeit zu haben, zu führen, im Locker Room Einfluss zu nehmen, meinen Teil beizutragen und vor allem, unserem Team zu helfen zu gewinnen", so Cousins.
Bereits am Dienstag, dem ersten Tag des Offseason-Programms, war Cousins in der Facility und traf dort auf Fernando Mendoza, der sich zu seinem Top-30-Visit bei den Raiders befand. Die Begegnung zwischen dem etablierten Veteranen und dem Mann, der ihm möglicherweise schon bald den Starterjob wegnehmen wird, verlief nach Cousins' Schilderung positiv. Er sagte, es wäre eine Ehre, mit Mendoza zusammenzuspielen. Zudem habe er den Heisman-Trophy-Gewinner aus der Ferne beobachtet und sei beeindruckt von dessen natürlichem Gespür für die Position. „In seinem Alter ist er mir weit voraus", sagte Cousins über den Indiana-Quarterback, der seine College-Karriere mit 41 Touchdown-Pässen und dem nationalen Meistertitel der Hoosiers abschloss.
Ein wesentlicher Grund für Cousins' Wechsel nach Las Vegas ist die Wiedervereinigung mit Klint Kubiak, unter dem er bereits drei Saisons bei den Minnesota Vikings gespielt hatte. „Ich halte sehr viel von seinem System (...) und der Art und Weise, wie sie Lauf- und Passspiel miteinander verbinden", sagte Cousins. Dennoch musste er feststellen, dass sich das System seit ihren gemeinsamen Vikings-Jahren weiterentwickelt hat und es viele neue Begriffe gibt, die er noch nicht kennt. „Ich muss das lernen wie ein Rookie, denn das ist alles neu für mich", gab Cousins offen zu.
Auch die Anwesenheit von Miteigentümer Tom Brady, der ebenfalls am Dienstag in der Facility war, begeisterte Cousins. „Nicht viele Eigentümergruppen haben jemanden mit dieser Art von Erfahrung auf dem Feld, der auf diesem Niveau mit dir über Football reden kann", sagte er. Für Cousins ist Bradys Einbindung kein Marketinggag, sondern ein echter sportlicher Vorteil.
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