06.04.2026
Quarterbacks bis Punter
Ende April ist der NFL Draft und viele Teams und Fans fiebern dem Event entgegen. Hier können neue Superstars ins Team gewählt werden oder sich Franchises mit Draft-Busts blamieren. Die Teams wählen ihre Spieler nach verschiedenen Kriterien aus - besonders die Position des Athleten spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Der NFL Draft 2026 findet vom 23. bis zum 25. April in Pittsburgh, Pennsylvania statt. In sieben Runde werden viele junge Spieler vom College ein neues Zuhause in der NFL finden. Bei der Auswahl der Spieler verfolgen die NFL-Teams verschiedene Strategien, bei denen die Position des Spielers aber immer einen großen Einfluss hat - dieses Prinzip nennt sich Positional Value.
Es gibt zwei grundlegende Werte, aus denen sich der Positional Value zusammensetzt. Zum einen gibt es den Einfluss einer Position auf den sportlichen Erfolg eines Teams („Game Value“), zum anderen ihren Wert innerhalb der Vertragsstruktur der NFL („Contract Value“).
Game Value beschreibt den Einfluss einer Position auf die Leistungsfähigkeit eines Teams. Spieler auf bestimmten Positionen können ein Team alleine deutlich besser machen, als Spieler von anderen Positionen. Beispielsweise kann ein Punter die Leistung seines Teams und den Ausgang des Spiels nicht so stark beeinflussen, wie ein Quarterback, der ein Team komplett verändern und sofort besser machen kann.
Diese Einflüsse auf das Spiel können natürlich nur abgeschätzt werden und werden von Coach zu Coach auch unterschiedlich definiert. Allgemein haben aber beispielsweise Quarterbacks, Wide Receiver, Pass-Rusher und Offensive Tackle einen größeren Einfluss als Linebacker, Tight End und Offensive Guards. Diese Positionswerte spielen bei Draftentscheidungen eine wichtige Rolle. Denn selbst wenn der objektiv beste Spieler im Draft beispielsweise ein Middle Linebacker ist, wird ein guter Quarterback vermutlich dennoch vor ihm gewählt werden, einfach, weil der Quarterback einen höheren Impact auf die Erfolgschancen seines Teams hat als der Middle Linebacker. Aus diesem Grund werden sehr gute Spieler häufig nach nicht ganz so starken Spielern genommen, da ihr Positionswert für den Erfolg des Teams als geringer eingestuft wird.
In der NFL geht es neben dem sportlichen Erfolg auch besonders ums Geld. Durch die Gehaltsobergrenze müssen die NFL-Franchises immer sehr genau darauf achten, welche Spieler wie viel verdienen. Dabei gibt es Positionen im Football, die in der NFL deutlich weniger verdienen als andere. Quarterbacks verdienen wenig überraschend mehr als viele andere Positionen, aber auch Wide Receiver bekommen mehr Gehalt als Running Backs, Cornerbacks mehr als Safeties und Offensive Tackles mehr als Offensive Guards.
Diese Gehaltsunterschiede haben verschiedene Gründe, werden von den NFL-Teams beim Draft aber immer mitberücksichtigt. Ein Running Back, der in diesem Draft als First-Overall-Pick gedraftet werden würde, wäre mit den 13,65 Millionen Dollar pro Jahr seines Rookievertrags ($54,6 Mio. für 4 Jahre) sofort unter den acht bestbezahltesten Running Backs der gesamten NFL. Selbst an Pick 4 zu den Tennessee Titans, wo Jeremiyah Love, der beste Running Back der diesjährigen Draft-Class, in vielen Mock Drafts vom Board geht, würde er immer noch in den Top 10 der bestbezahlten Running Backs der Liga landen.
Das wäre eine extrem unverhältnismäßige Bezahlung für einen Rookie, der noch keinen einzigen Snap in der NFL gespielt hat. Neben diesem Extrembeispiel achten Teams gerade in der ersten Runde sehr darauf, dass sie ihren Spieler nicht schon in seinem Rookievertrag deutlich überbezahlen.
Dennoch gehen Teams immer wieder bewusst das Risiko ein, einen Spieler mit einem niedrigeren Positional Value früher zu draften, wenn sie die Chance sehen, dass der Spieler zu den besten der NFL werden könnte. Diese Investments müssen sich lohnen - sonst wird der Pick schnell von Experten und Fans kritisch bewertet.
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nhu